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Bei wenig Wind viel Flugverkehr

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Wie Windräder nicht zur Fledermaus-Todesfalle werden

21. Juli 2011 - Windenergieanlagen sind ein ökologisch besonders verträglicher Weg, Energie zu gewinnen. Doch die Windräder können zur tödlichen Gefahr für Fledermäuse werden, wenn die kleinen Säuger mit den rotierenden Flügeln kollidieren. Ökologen, Statistiker und Ingenieure aus Deutschland und der Schweiz haben jetzt in einem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt der Universitäten Erlangen-Nürnberg und Hannover erforscht, wie sich das Risiko für Fledermäuse reduzieren lässt.

Windräder, Havelland bei Wusterrmark

Fledermäuse sind vor allem bei geringen Windgeschwindigkeiten und in den frühen Nachtstunden unterwegs. Kollisionen könnten durch eine an den Standort angepasste fledermausfreundliche Steuerung der Windräder verringert werden.


„Das Risiko variiert je nach Standort stark. Es existieren sowohl unproblematische Standorte als auch einzelne Anlagen, an denen mehrere Dutzend Tiere pro Jahr getötet werden“, erklärt Biologe Dr. Oliver Behr von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Für ihre Untersuchung haben die Forscher 66 zufällig ausgewählte Windenergieanlagen in fünf Naturräumen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen näher betrachtet. Zunächst haben die Wissenschaftler ermittelt, wann und wie häufig sich die Fledertiere im Umfeld der Windräder aufhalten. Dazu brachten die Forscher Detektoren an, die die Ultraschallrufe vorbeifliegender Fledermäuse aufzeichnen. Außerdem wurden die Turmfüße nach verunglückten Tieren abgesucht. Aus diesen Ergebnissen lässt sich nun ableiten, welchen Einfluss etwa die Windradhöhe auf das Risiko für Fledermäuse hat und ob an bestimmten Standorten – zum Beispiel nahe am Wald – besonders viele Fledermäuse verunglücken.

„Die meisten Tiere starben in den Monaten Juli und August, den Monaten, in denen die Fledermäuse an Windenergieanlagen besonders aktiv sind", berichtet Behr. Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass im ersten Viertel der Nacht besonders viele der kleinen Säuger unterwegs sind. Einen sehr starken Effekt auf die Aktivität der Tiere hat die Windgeschwindigkeit: Je mehr Wind weht, desto weniger Fledermäuse sind unterwegs.

„Unsere Ergebnisse erlauben es, das Konfliktpotenzial zwischen Windenergieanlagen und Fledermausvorkommen differenzierter zu analysieren und vor allem, den weiteren Ausbau der Windenergie mit dem Fledermausschutz zu vereinbaren“, so Behr weiter. Wird festgestellt, dass in einem Windpark Fledermäuse gefährdet sind, können künftig Kollisionen durch eine an den Standort angepasste fledermausfreundliche Steuerung der Windräder vermieden werden.

Die Anlagen werden dann zu den Zeiten außer Betrieb genommen, wenn besonders viele Fledermäuse umherflattern. Da die Tiere vor allem bei niedrigen Windgeschwindigkeiten unterwegs sind, erfolgen Abschaltungen zu Zeiten, in denen ohnehin wenig Energie erzeugt wird. Auf diese Weise können die Betreiber die Gefahr für die Fledermäuse reduzieren und zugleich den Ertragsverlust so gering wie möglich halten.


Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in Buchform veröffentlicht: Robert Brinkmann, Oliver Behr, Ivo Niermann & Michael Reich (Hrsg.): Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen. – 470 Seiten, 95 Euro. Cuvillier 2011. ISBN 978-3-86955-753-3.
Info mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe


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