NABU.de Tiere & Pflanzen Natur des Jahres Natur 2005
Die Bachforelle
Die Bachforelle ist Fisch des Jahres 2005
Eine Liebhaberin von klaren, kalten und sauerstoffreichen Fließgewässern
Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) hat die Bachforelle zum Fisch des Jahres 2005 gewählt. Der VDSF will damit nicht nur einen markanten und schönen Fisch der Öffentlichkeit vorstellen, sondern vor allem auf die aktuelle Gefährdung unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam machen. Auch die Bachforelle zählt zu den bedrohten Tierarten.
Bachforellen kommen in klaren, kalten, sauerstoffreichen Fließgewässern vor, aber auch in Seen bis zu einer Seehöhe von rund 1.500 Metern, wenn sie einen Zufluss mit Laichmöglichkeiten besitzen. Die Bachforelle sucht zur Laichzeit im Spätherbst und Winter kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier im sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasser abzulaichen. Ansonsten liebt die Bachforelle Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende Büsche und große Steine im Wasser ziehen sie an. Aus begradigten Bächen verschwindet sie dagegen schnell. Auch gegen Verschmutzung ist die Bachforelle empfindlich. Nur sehr selten taucht sie auch in großen Flüssen auf.
Die Bachforelle ernährt sich vorwiegend von Krebsen, Würmern, Schnecken, Insekten und gelegentlich von kleineren Fischen. Bachforellen erreichen eine Größe von 30 bis 60 Zentimetern und wiegen 0,5 bis 2 Kilogramm. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren Wassertiefen können Bachforellen aber auch über einen Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 9 Kilogramm erreichen. Die typischen Färbungsmerkmale sind ein dunkel-olivgrüner Rücken mit schwarzen Flecken und die roten Punkte auf den goldgelben Flanken. Zeichnung und Farbe können sich dem Hintergrund anpassen, so dass sie als Tarnung fast perfekt sind.
Bachforelle
Bis in die 1950er Jahre war die Bachforelle noch überall häufig anzutreffen. Durch Regulierung und Verbauung unserer Flüsse und Bäche sind ihre natürlichen Lebensräume aber selten geworden. Viele Barrieren in Form von Staustufen und Wehren behindern die Bachforelle auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren ab. Außerdem finden viele von ihnen in den Turbinen von Wasserkraftwerken den Tod. Auch Gewässerverschmutzung und der saure Regen haben dazu beigetragen, dass der Bachforelle heute höchstens noch ein Zehntel ihres ursprünglichen Lebensraumes bleiben. Seit Ende der neunziger Jahre werden zudem aus Südbayern im Sommer und Herbst massive Bachforellensterben gemeldet. Mit einem groß angelegten Untersuchungsprogramm versuchen derzeit der Landesfischereiverband Bayern und das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft, den Ursachen auf die Spur zu kommen.
Dass die Bachforelle dennoch weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen den Besatzmaßnahmen der Angler zu verdanken. Langfristig können solche Bemühungen aber nur zum Erfolg führen, wenn sie von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet, wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer sowie eine hohe Wasserqualität. Nur dann hat die Bachforelle eine Chance wieder zum normalen Inventar unserer heimischen Naturlandschaft zu werden.
Quelle: Presseinfo des Verbandes Deutscher Sportfischer.
Beitrag erstellt am 3. November 2004.

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