NABU.de Tiere & Pflanzen Natur des Jahres Natur 2004 Dunkle Biene und Leutstettener Pferd

Nutztierrassen 2004: ein Pferd und eine Biene

Leutstettener Pferd und Dunkle Biene sind gleichermaßen ''extrem gefährdet''

Dunkle Biene

Eine Königin der Dunklen Biene

Unter dem Motto "Ob groß oder klein - Nutztierrassen sind vom Aussterben bedroht" hat die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zwei so unterschiedliche Tiere wie das Leutstettener Pferd und die Dunkle Biene zu den gefährdeten Nutztierrassen des Jahres 2004 gewählt. Beide Tierarten stehen ganz vorne in der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen, nämlich in der Kategorie "extrem gefährdet".

Der aktive Zuchtbestand beim Leutstettener Pferd liegt bei zehn Zuchtstuten und zwei Deckhengsten. Idealisten wie dem Prinzen Ludwig von Bayern ist es zu verdanken, dass diese Pferderasse nicht ausgestorben ist. Die Dunkle Biene wiederum ist eigentlich die einheimische Honigbiene in Deutschland. Dennoch ist diese Biene nur noch mit etwa 150 Völkern und bei einer handvoll Imkern vertreten.

Adliges Pferd mit ungarischem Ursprung
Jeder, der das Gestüt Leutstetten bei Starnberg im Süden Münchens besucht, ist beeindruckt von der Einheitlichkeit der dort bestehenden Herde. Die Geschichte dieser Pferderasse ist vielfältig und bewegt zugleich. Die erste Erwähnung der Zucht stammt aus dem Jahr 1816 vom Gestüt Sávár in West-Ungarn. Durch Erbschaft wurde diese 1875 an das bayerische Haus Wittelsbach übergeben.

Leutstettener Pferd

Leutstettener Pferde

Gesundheit, Ausdauer, ausgeglichenes Temperament und Leistungsbereitschaft gelten als die Vorzüge dieser Rasse. Zudem waren damals einheitliche Kavalleriepferde und Gespanne erwünscht, die in Farbe und Gangvermögen zusammenpassten. Das schnelle und bequeme Zurücklegen großer Strecken und Zuverlässigkeit hatten Priorität, wie auch die Eignung der Pferde für den Turniersport, also beim Springen und bei der Dressur.

Als es nach dem Zweiten Weltkrieg darum ging, die Population vor dem Auseinanderfall in Ungarn zu bewahren, wurden die Pferde nach Leutstetten am Starnberger See überführt. Hier war es möglich, dieses vielseitige Pferd in artgerechter gesunder Haltung im Herdenverband zu züchten. Wie immer wird es an einigen wenigen Idealisten liegen, ein wertvolles Kulturgut für die Nachwelt zu erhalten. Die heutige Population beläuft sich auf insgesamt 60 Tiere bei einem Bestand von zehn aktiven Mutterstuten und zwei Deckhengsten.

Dunkle Bienen

Dunkle Bienen auf Naturwabe

Ein Kind der Eiszeit: die Dunkle Biene
Die Dunkle oder auch Westliche Honigbiene genannte Apis mellifera ist ein Kind der Großen Eiszeit vor einer Million Jahren. Vom Atlantik bis zum Ural, von den Pyrenäen bis Finnland hat sich diese vitale, anspruchslose und robuste Honigbiene alle ökologischen Nischen erschlossen. Typische Eigenschaften sind die große Winterhärte, erhöhte Verteidigungsbereitschaft gegenüber Eindringlingen, starker Pollensammeltrieb, hohe Langlebigkeit, ausgeprägte Flugkraft, haushälterischer Umgang mit Futtervorräten und schnelles Anpassen der Bestandsstärke an das Trachtangebot. Die Dunklen Bienen haben einen auffällig runden Hinterleib, schmale Filzbinden, lange Überhaare und sind durch die braune Brustbehaarung von anderen Bienen leicht zu unterscheidend.

Die Dunkle Biene ist heute als eigenständige Zuchtpopulation in Deutschland ausgestorben. Die vehemente Verdrängungszucht der heimischen Honigbiene in Deutschland begann vor rund 150 Jahren durch die Einfuhr ertragreicherer Bienen wie der "Ligustica" und später der "Carnica". Noch gibt es in Nachbarländern die drei typischen Ökotypen der Dunklen Biene vorhanden, die zu einer längerfristigen Wiederbesiedlung in Deutschland beitragen können. Der Bestand der Dunklen Biene in Deutschland liegt bei 150 Völkern.

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Weitere Informationen zu gefährdeten Nutztierrassen in Deutschland gibt es bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH),
Postfach 12 18, 37202 Witzenhausen, Tel. 0 55 42-18 64, Fax 0 55 42-7 25 60,
geh.witzenhausen@g-e-h.de, www.g-e-h.de.

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