NABU.de Tiere & Pflanzen Natur des Jahres Natur 2011 Die Mauereidechse
Eine Weinliebhaberin auf dem Rückzug
Eine Weinliebhaberin auf dem Rückzug
Die Mauereidechse ist „Reptil des Jahres 2011“
Schaut man sich das Verbreitungsgebiet der Mauereidechse genauer an, könnte man zu dem Schluss kommen, das kleine Reptil sei ein Weinliebhaber. Es sind die sonnig-trockenen Berghänge etwa an Neckar, Rhein oder Mosel, an denen die begehrten Trauben am besten gedeihen, die auch der Mauereidechse eine Heimat bieten. Tatsächlich ist die heutige Verbreitung der Mauereidechse in Europa auf die Römer zurückzuführen, die durch das Anlegen der Weinanbaugebiete in ganz Europa ideale Lebensräume für die Echsen schufen. So konnten sich die Tiere weit ausbieten. doch nicht nur Weinberge, auch Bahntrassen boten mit ihren trockenen, steinigen Böden gute Lebensbedingungen.
Doch ganz freiwillig suchte die unscheinbare Echse die vom Menschen geprägten Habitate nicht auf. Der Schwund ihrer natürlichen Lebensräume wie die Abbruchkanten in Flusstälern, Schotterbänke an naturnahen Flüssen oder auch lichte Laubwälder, zwang sie dazu, sich neuen Umgebungen anzupassen. Doch nun sind auch diese Ersatzlebensräume in Gefahr.
Mauereidechse im Botanischen Garten Bonn. 1999 wurden dort einige wenige Tiere aus der Population des nahegelegenen Ahrtals ausgesetzt. Inzwischen haben sie sich in den unverfugten Natursteinmauern und in der sogenannten Biotopanlage auf rund 50 Exemplare vermehrt.
„Die Mauereidechse ist in Deutschland insbesondere durch die Flurbereinigung in den Weinanbaugebieten und den Um- und Ausbau von Bahnstrecken gefährdet,“ sagt Tom Kirschey, stellvertretender Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie/Ichthyofaunistik. Immerhin ist die Mauereidechse nicht, wie viele andere heimische Kriechtiere, vom Aussterben bedroht. Doch der zunehmende Schwund ihrer Lebensräume und die damit einhergehende Gefährdung ihrer Art ist der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde Grund genug auf das sonst wenig erwähnte Tier aufmerksam zu machen. Sie ernannte die Mauereidechse zum „Reptil des Jahres 2011“.
Das wendige Kriechtier ist dank seiner kräftigen Beine mit langen Zehen und einem Schwanz der gut doppelt so lang ist wie sein restlicher Körper ein ausgezeichneter Kletterer. Angepasst an ihren Lebensraum ist die verhältnismäßig kleine Echse schlank und ihr Körper abgeflacht. Mit ihrer meist braunen Zeichnung ist die Echse auf Mauern und Felsen gut getarnt. Doch ihre Rückenfärbung kann variieren. Manche Populationen sehen den grünlichen Smaragdeidechsen zum Verwechseln ähnlich.
Auch wenn sie gut getarnt sind - Mauereidechsen sind für Greifvögel leichte Beute.
Mauereidechsen ernähren sich von Kleintieren wie Insekten, Spinnen, anderen Gliedertieren, Würmer und Schnecken. Doch in den dunklen, geschützen Nieschen der Gemäuer sind die Eidechsen nicht die einizigen Jäger. Auch Schlingnattern nutzen diesen Lebensraum. Vor ihnen müssen sich insbesondere die jungen Eidechsen fürchten. Nicht selten fallen sie den Schlangen zum Opfer. Ausgewachsene Echsen werden vor allem zur Beute von Greifvögeln, wie Turmfalken und Mäusebussarden, aber auch von Neuntötern und Rabenkrähen. Doch wenn die Bestände der Mauereidechsen weiterhin schrumpfen, werden sich die Vögel nach anderen Leckerbissen umsehen müssen.
So weit soll es nicht kommen. Um den aktuellen Entwicklungen entgegen zu wirken, müssten ursprüngliche Lebensräume der Mauereidechse, wie lichte Laubwälder und offene Felsbildungen, erhalten und langfristig gesichert werden. Nur wenn Weinberglagen weiterhin traditionell bewirtschaftet werden, können diese auch den seltendnen Echsen eine Heimat bieten. Neben den Hanglagen müssen andere wertvolle Habitatstrukturen wie Trockenmauern, Steinriegel und freie Felsabschnitte erhalten beziehungsweise weider hergestellt werden.
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Stein und Wein
Mauereidechsen sind Schnecken-, Insekten- und Spinnenjäger. Aus Wein machen sie sich vermutlich nichts. Dennoch deckt sich ihre Verbreitung bei uns weitgehend mit den wichtigsten Weinanbaugebieten. Rheinland-Pfalz plus angrenzende Regionen, um es grob zu sagen.
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Steckbrief der Mauereidechse
Mauereidechsen sind in Mauern und Felsspalten zu Hause. Mit ihren kräftigen Beinen und dem Schwanz sind sie gute Kletterer. Schlank und gedrungen wie sie sind, kommen sie durch die kleinsten Ritzen und fühlen sich vor allem an den trocken-warmen Berghängen in Süddeutschland heimisch.
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Die bisherigen Reptilien und Lurche des Jahres
Kleiner Allerwelts-Drache
Mit dem Teichmolch hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) einen weit verbreiteten Miniatur-Drachen zum „Lurch des Jahres 2010“ gewählt. Die Männchen tragen zur Paarungszeit einen gewellten Rückenkamm und breite Hautsäume an den Hinterbeinen.
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Kein Platz an der Sonne
Die Würfelnatter ist die seltenste und am stärksten vom Aussterben bedrohte Schlangenart Deutschlands. Natürliche Restvorkommen existieren nur noch an den Ufern von Mosel, Nahe und Lahn in Rheinland-Pfalz.
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Hohe Ehren für einen Wetterpropheten
Er ist leuchtend grün und nur daumengroß: Als vermeintlicher Wetterfrosch im Einmachglas ist der Laubfrosch wohl die bekannteste heimische Amphibienart. Nun ist der Laubfrosch zum Lurch des Jahres 2008 gewählt worden.
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Bei Gefahr: Eingraben oder Kopfstöße verteilen
Die Knoblauchkröte ist ein Sonderling unter den heimischen Froschlurchen. Den größten Teil des Jahres ist sie hauptsächlich nachtaktiv und zudem tagsüber im Erdboden vergraben. Durch die versteckte Lebensweise ist sie vielen Naturfreunden nur dem Namen nach bekannt.
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Das erfolgreichste Reptil der Welt
Charakteristisch für die Waldeidechse ist das sogenannte Halsband: eine Reihe großer Schuppen an der Unterseite des Halses.
In Norddeutschland heißt die Waldeidechse auch Mooreidechse, im Süden wird sie Bergeidechse genannt.
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Kinder der Sonne
Reptilien sind ”Kinder der Sonne”. Die beschuppte Haut dient als Verdunstungsschutz und ermöglicht ein vom Wasser unabhängiges Leben. Reptilien sind wechselwarme Tiere mit starkem Wärmebedürfnis, deren Körpertemperatur stark von der Umgebungstemperatur abhängt.
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Getrennt in Ost und West
Leuchtend grün mit schwarzen Punkten oder Streifen vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Die Smaragdeidechse ist eine der farbenprächtigsten heimischen Tiere. Wie schön, dass es in Deutschland sogar zwei Smaragdeidechsen-Arten gibt, eine östliche und eine westliche.
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Echse ohne Beine
Blindschleichen sind leicht zerbrechliche Wesen. Ein unbedachter Griff und die mühelos zu fangenden Tiere brechen entzwei. Während sich das längere Ende hastig davonschlängelt, verbleibt das kürzere heftig zappelnd in der geschlossenen Hand.
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Scheue Froschjägerin
Ausgewachsene Ringelnattern sind zwischen 80 und 120 Zentimetern lang, einzelne Exemplare können noch größer werden. Der Körper der Ringelnatter weist oberseits meist eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe auf, dazu kommen dunklere Flecken auf dem Rücken und an der Seite.
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Die elegante Unbekannte
Die Schlingnatter ist nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange in Deutschland, gehört aber gleichzeitig zu den unbekannten unter den heimischen Kriechtieren. Durch ihre Zeichnung ist die schlanke Natter perfekt getarnt.
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