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Empfindlicher Kieslaicher in klaren Bächen
Empfindlicher Kieslaicher in klaren Bächen
Die Äsche ist „Fisch des Jahres“ 2011
Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Äsche zum „Fisch des Jahres 2011“ gewählt. Mit der Wahl soll auf die Gefährdung ihrer Bestände in unseren heimischen Gewässern und auch auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden
Die Äsche – wissenschaftlich Thymallus thymallus – reagiert von allen einheimischen Fischen mit am empfindlichsten auf Umweltverschmutzungen. Sie gehört zu den Ersten, die sich von verschlechternder Wasserqualität vertreiben lässt. Die Äschenbestände wurden bis vor 20 bis 30 Jahren durch die Gewässerverschmutzung stark beeinträchtigt. Dank der großen Anstrengungen zur Reinhaltung der Gewässer ist inzwischen diesbezüglich Besserung eingetreten, was aber nicht heißt, dass für die Äsche bereits Entwarnung gegeben werden kann.
„Das Imperium schlägt zurück“
Nach 1997 kommt die Äsche bereits zum zweiten Mal zu Jahresehren. Neben der berechtigten Sorge um die selten gewordene Art darf ihre Kür zum Fisch des Jahres 2011 auch als Antwort auf die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 durch NABU und LBV gesehen werden. Vielen Fischern und Anglern gilt der fischfressende Kormoran als „Übel“, das es zu bekämpfen gilt. Dementsprechend harsch waren die Reaktionen auf den Vogel des Jahres 2010. In seiner Äschen-Pressemitteilung fordert der VDSF nun, die Äschenbestände „vor dem anhaltend hohen Fraßdruck“ des Kormorans zu bewahren.
Die Äsche ist ein Standfisch in kühlen, klaren, schnellfließenden größeren Bächen – ab fünf bis sechs Metern Breite – und kleineren Flüssen. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Äschenregion. Das Verbreitungsgebiet der Äsche erstreckt sich über fast ganz Europa. Sie fehlt in Spanien, Süditalien, Irland und in den meisten Flüssen der norddeutschen Tiefebene.
Zoologisch gehört die die Äsche zur Familie der Lachsfische (Salmoniden). Sie hat einen mäßig langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist klein und besitzt eine spitze Schnauze. Der Rücken ist graugrün oder bläulichgrau, Flanken und Bauch sind silberweiß bis messingfarben. Besonders auffällig ist die große Rückenflosse der Männchen, die dazu dient, in der Laichzeit die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Bei einer Länge von einem halben Meter kann eine ausgewachsene Äsche bis zu anderthalb Kilogramm wiegen. In seltenen Fällen werden Äschen bis zu 70 Zentimeter lang und drei Kilogramm schwer.
Äschen sind ausgesprochener Kleintierfresser, zur bevorzugten Nahrung gehören Insekten und Bachflohkrebse. Größere Exemplare fressen gelegentlich auch Kleinfische wie die Elritze. Zur Vermehrung im März/April sucht die Äsche in ihrer direkten Umgebung geeignete Laichplätze mit Sand-Kies-Sedimenten auf.
Aus diesem Grund sollten die in den letzten Jahren begonnenen Renaturierungsmaßnahmen unserer Flüsse weiter vorangetrieben werden und Möglichkeiten zur Reduktion von Stauraumspülungen und Schwallbetrieb, der periodisch weite Kiesflächen der Flüsse trockenlegt, gefunden werden. Denn nur in ökologisch funktionierenden Flusslebensräumen wird es langfristig möglich sein, die Äsche, als ein wichtiges Element unserer heimischen Tierwelt, zu schützen und zu erhalten.
Homepage Verband Deutscher Sportfischer (VDSF)
Kommentar zur Wahl
Äsche & Kormoran – Koexistenz ist möglich
Es wäre ein Leichtes gewesen, auf den „Fisch des Jahres“ 2011 Wetten abzuschließen. Hatten doch NABU und LBV ein Jahr zuvor den Kormoran zum „Vogel des Jahres“ gekürt, was unter den Fischerei- und Anglerverbänden eine Welle der Empörung auslöste.
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Frühere Fische des Jahres
Bis zu fünf Tage ohne Sauerstoff
Die auch als Bauern- oder Moorkarpfen bekannte Karausche wurde zum Fisch des Jahres 2010 ernannt. Die Karausche ist eine äußerst genügsame Art. Bevorzugt lebt sie in pflanzenreichen Stillgewässern und ist selbst in kleinsten, sauerstoffarmen und verschlammten Dorftümpeln zu finden.
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Von den Bahamas bis zum Rhein
Der Aal ist zum „Fisch des Jahres 2009“ gekürt worden. Aale schlüpfen tausende Kilometer von uns entfernt im Atlantik, in den Tangwäldern der Sargassosee nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom erreichen die Aal-Larven Europas Küsten, wo sie in die Flüsse einwandern.
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Mini-Karpfen mit Vorliebe für Muscheln
Der Bitterling wurde zum Fisch des Jahres 2008 gewählt. Seinen Namen bekam der kleine Karpfen wegen des bitteren Geschmacks seines Fleisches. Angesichts einer Größe von nur sechs bis neun Zentimetern Länge ist der selten gewordene Bitterling eher unauffällig.
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Schleimiger Hungerkünstler am Bachgrund
Die Schleie ist ein Grundfisch, der langsam fließende Gewässer und flache, warme Seen mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Untergrund vorzieht. Tagsüber hält sie sich am Grund auf und wird erst in der Dämmerung aktiv.
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Gut versteckt am steinigen Bachgrund
Die Koppe bewohnt saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen. Da sie ein schlechter Schwimmer ist, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.
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