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Schmetterlinge machen sich auf den Weg in den Süden
31. August 2012 - Der Begriff „Admiral“ beflügelt die Phantasie: Unendliche Weite, prachtvolles Äußeres und schnittige Segelei. Weit entfernt von jeder Marine fliegen nun eher gaukelnd, aber nicht minder prächtig Abertausende Admirale frei von jedem Kommando durch unsere Gärten. Nicht nur Zugvögel, auch die Wanderfalter beginnen derzeit ihren Zug in wärmere Gefilde. Der Admiral ist neben dem Distelfalter der bekannteste Vertreter bei uns.
Jeden Spätsommer bis in den Herbst hinein ziehen weit mehr Wanderfalter südwärts als im Frühjahr wieder in den Norden kommen. „Deshalb bemerkt man den jetzt beginnenden Herbstzug eher“, erklärt Sönke Hofmann vom NABU Bremen. In den vergangenen Jahren haben sich die Wanderziele deutlich nach Norden verschoben, Klimawandel sei Dank: „Als ich vor 20 Jahren im Naturschutz anfing, lagen die Überwinterungsgebiete der Wanderfalter noch am Mittelmeer, nun ziehen sie nur noch nach Süddeutschland und Frankreich.“
Das Taubenschwänzchen gehört ebenfalls zu den Wanderfaltern.
Jede Faltergeneration wandert allerdings nur einmal, entweder nach Süden oder nach Norden. Wenn ein Admiralweibchen den rund tausend Kilometer langen Wanderweg geschafft hat, legt es seine Eier auf Brennnesseln ab, dann stirbt es. Aus den Eiern schlüpfen stachelige Raupen, die die Brennnesselblätter typischerweise so anfressen und verspinnen, dass sie wie ein schützendes Dach einrollen. Ist das Blatt zu dünn geknabbert, sucht sich die Raupe einen neuen Schutz und Futterplatz.
Jetzt im Spätsommer sammeln sich die Nachkommen der Frühjahrsfalter und tanken Energie für den weiten Flug. „An Pflaumenbäumen und den letzten Blumen saugen die Tiere süßen Saft, an mancher efeuberankten Wand schwärmen ganze Horden bunter Falter, deshalb ist der Efeu mit seiner späten Blüte so enorm nützlich“, berichtet Sönke Hofmann.
Wer keinen Efeu im Garten hat, kann übergangsweise mit einer Mischung aus Malzbier und Honig oder mit Zucker gesüßtem Rotwein seine eigene „Faltertankstelle“ in einer flachen Untertasse eröffnen. „So lassen sich die farbenprächtigsten Schmetterlinge anlocken und ganz toll zusammen mit Kindern beobachten“, erklärt Hofmann und schmunzelt: „Wenn man noch einen Schluck Rum dazu gibt, sitzen die Falter gleich viel ruhiger.“
Noch mehr als Vögel sind die Wanderfalter während ihres Zuges auf günstige Winde angewiesen. „Manchmal warten sie tagelang, bis wieder Nordwind herrscht“, erklärt der NABU. Allerdings können die Schmetterlinge die Richtung durchaus beeinflussen, die Feinsteuerung des Fluges geht per Flügelschlag. Ziehende Wanderfalter erkennt man an ihrem sturen Geradeausflug. Steht ein Baum oder ein Gebäude in der Flugbahn, wird es meist schnurgerade überflogen.
Distelfalter der Sommergeneration
Die beste Falterhilfe ist ein giftfreier, naturnaher Garten mit wilden Ecken. Zu viel Ordnung und der beliebte exotische Schmetterlingsflieder helfen Admiral, Distelfalter und Co nicht, denn ihre Raupen brauchen gerade ganz bestimmte, leider unbeliebte Wirtspflanzen wie Brennesseln und Disteln. Tipps für die Anlage eines falterfreundlichen Gartens gibt ein Infopaket „Falterfreuden“ des NABU Bremen, erhältlich für fünf Euro in Briefmarken beim NABU, Contrescarpe 8, 28203 Bremen.
Ein Garten für Schmetterlinge
Thomas Schmidt erklärt, wie aus einem grünen Rasen eine Schmetterlingswiese wird, welche Zierpflanzen bei Faltern besonders beliebt sind und wie man Schmetterlingen und ihren Raupen vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein genug Nahrung bietet.
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Herbstlicher Lebensspender
Eine Umfrage unter Bienen, Wespen und Schmetterlingen würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen. Blüht die Kletterpflanze doch erst, wenn sonst nur noch wenige Nektarquellen zur Verfügung stehen. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier vorbei.
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Obwohl zu den Nachtfaltern gehörend, fliegt das Taubenschwänzchen auch tagsüber vor allem Blüten mit langem Kelch an, wo es den Vorteil seines gut drei Zentimeter langen Saugrüssels gegenüber kurzrüssligen Insekten am besten ausspielen kann.
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In Zeiten der Wirtschaftskrise sind große Zahlen stets mit einem dicken Minus versehen. In der Natur gibt es die Milliarden aber auch mit positivem Vorzeichen. Ein beeindruckendes Beispiel liefert der Distelfalter, der momentan in riesigen Mengen Deutschland und weite Teile Europas durchwandert.
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Dank der über 1000 Teilnehmer an der Protestaktion gegen Insektenvernichterlampen sind erste Erfolge zu erkennen: Fünf Unternehmen haben die Geräte sofort aus dem Programm genommen! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
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