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Invasion der Glücksbringer

Invasion der Glücksbringer

Marienkäfer suchen jetzt Winterquartiere

Extra: Bildergalerie Marienkäfer

Asiatische Marienkäfer auf Hose

Der aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer ist in vielen Regionen Deutschlands inzwischen häufiger als die heimischen Arten. Im Herbst vereinigen sich die Käfer teils zu großen Schwärmen, um gemeinsam nach Winterquartieren zu suchen. Hier haben sich einige für eine Ruhepause auf dem Hosenbein des Fotografen niedergelassen. Aufgenommen im südhessischen Bensheim-Langwaden am 31. Oktober.


01. November 2011 - Kleine Käfer sorgen jetzt im Herbst an vielen Orten für große Verwunderung. Auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren sitzen sie gruppenweise und teils sogar in großen Schwärmen auf Balkongeländern, Hauswänden und Pflanzen. Auch 2011 ist wieder ein gutes Marienkäferjahr. Anlass, einmal Umschau zu halten und die erstaunliche Artenvielfalt der roten, schwarzen und gelben Marienkäferverwandtschaft zu bewundern. Denn Coccinella septempunctata – so heißt der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer auf lateinisch – und seine Verwandtschaft bringen es allein in Mitteleuropa auf 70 verschiedene Arten.

Siebenpunkt-Marienkäfer auf Mäusegerste

Der Siebenpunkt ist unser häufigster heimischer Marienkäfer.

Alle Marienkäfer nutzen nun die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen. Wer jetzt zahlreiche Marienkäfer an einer Hauswand beobachtet und am nächsten Tag vergebens danach sucht, der hat sehr wahrscheinlich einen Marienkäfertrupp auf Wanderpause gesehen. Krabbeln sie dabei durch offene Fenster in unsere Wohnungen, so geschieht dies eher zufällig. Marienkäfer machen es sich am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Dachsparren. Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit – oft finden sich hier größere Ansammlungen. Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen.

Siebzehnpunkt-Marienkäfer

Siebzehnpunkt-Marienkäfer

Immer häufiger und inzwischen bundesweit verbreitet ist bei uns auch der aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis zu beobachten. Er wird im gewerbsmäßigen Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. Vor einigen Jahren hatten sich erste Exemplare in die freie Natur abgesetzt, heute ist der Harlekin dank seiner enormen Vermehrungsfreudigkeit vielerorts bereits häufiger als die alteingesessenen Marienkäferarten. Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken.

Ihrem Ruf als Glücksbringer werden die Marienkäfer in jedem Fall gerecht: Wer viele im Garten hat, ist gut dran, denn im Frühjahr werden sie wieder antreten – zur biologischen Blattlausbekämpfung.

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