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Hilfe für Schnarrschrecke und Kiesbankgrashüpfer
Hilfe für Schnarrschrecke und Kiesbankgrashüpfer
Zwei Glücksspirale-Projekte der LBV-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen
von Michael Schödl
Gefleckte Schnarrschrecke
Aus den Bemühungen der LBV-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen zum Erhalt der Wildflussstrecken sind zwei vom bayerischen Naturschutzfonds geförderte Glücksspirale-Projekte entstanden.
Zunächst wurden im Jahr 2001 die Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodema tuberculata) und der Kiesbankgrashüpfer (Chorthippus pullus) erfasst. Beide bundesweit vom Aussterben bedrohte Arten sind auf die besonderen Lebensbedingungen der Wildflüsse spezialisiert. Sie gelten als Indikatoren für freie Umlagerungsstrecken und Schotterfelder. Hintergrund war die Frage, wie sich die Bestände im Landkreis nach dem Pfingsthochwasser 1999 entwickelt hatten. Zudem wurde ein Überblick über aktuelle Bedrohungen der Restpopulationen gegeben.
Im Jahr 2002 lag das Augenmerk dann auf der Oberen Isar. Dort wurde versucht, die Entwicklung der Heuschreckenarten im Zusammenspiel mit anderen Wildfluss-Leitarten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer oder Deutscher Tamariske zu beurteilen.
Ergebnisse:
- Seit dem Pfingsthochwasser 1999 findet eine Wiederbesiedelung geeigneter Flächen statt. Dabei scheint der Kiesbankgrashüpfer die Flächen schneller nutzen zu können, als die Gefleckte Schnarrschrecke. Dabei war die Anzahl der kartierten Kiesbankgrashüpfer bereits im Jahr 2001 hoch.
- Die Eingriffe in Folge des Hochwassers von 1999 waren gravierend: Aufräumarbeiten, Totholzabtransport, Uferverbauung, Kiesentnahmen und flächiger Kiesabtrag. Diese Eingriffe bedrohen die Restpopulationen akut und bis ins Jahr 2002 wurden Habitate beider Heuschreckenarten zerstört.
- Bei der Kartierung an der Oberen Isar wurden viele kleine Bestände mit lückiger Verbreitung festgestellt. Hier spielen die Verbuschung und Überschlammung der Isaraue sowie Kiesentnahmen eine Rolle. Der deutliche Rückgang der Gefleckten Schnarrschrecke seit Anfang der 90er Jahre setzt sich fort. Dies erfordert sofortige Maßnahmen, einen Verzicht auf Kiesentnahmen und einen besonderen Schutz der hochwassersicheren Refugien (Hochuferbereiche und Seitenschuttfächer), da die Heuschrecken dort große Hochwasserereignisse überleben können und von dort aus eine Wiederbesiedelung stattfinden kann.
- In Teilabschnitten der Oberen Isar, die als ursprünglich gelten, sind die Wildflussleitarten selten zu finden. Dies muss aber kein Widerspruch zur Natürlichkeit sein, da sich in diesen Bereichen die natürliche Dynamik noch entfalten kann. Die Arten haben das Potential hier trotzdem zu überleben, wenn nicht ständige Eingriffe in die Flächen erfolgen.
Kiesbank-Grashüpfer
Die Untersuchungen lieferten der Kreisgruppe vor allem Material, um mit Behörden zu verhandeln und für die Belange der Wildflusslandschaft zu sensibilisieren. Allmählich entwickelt sich hier eine Zusammenarbeit, die helfen kann Eingriffe zu vermeiden beziehungsweise Schäden zu minimieren.
Kontakt: Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), Geschäftsstelle Garmisch-Partenkirchen, Tel. 0 88 21-7 34 64, lbvgap@gaponline.de

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