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Liebeswerben mit eingebautem Waschbrett
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Liebeswerben mit eingebautem Waschbrett
Der Gesang der Heuschrecken
CDs zum Kennenlernen der Heuschreckengesänge...
Das Weinhähnchen hat von den heimischen Heuschrecken den durchdringendsten, aber auch den schönsten Gesang.
Wegen ihres zirpenden Gesangs war die Heuschrecke im antiken Griechenland ein dem Gott Apollo geweihtes Tier - Apollo galt als Erfinder der Musik. Singen im menschlichen Sinne können Heuschrecken zwar nicht, aber die meisten Arten geben doch deutliche Laute von sich, die sich mal ratternd, mal schwirrend und wie beim Weinhähnchen auch mal recht melodiös anhören. Für viele Naturfreunde ist das Sommerfeeling erst perfekt, wenn die Heuschrecken ihr Konzert beginnen.
Die Laute werden aber nicht über Stimmbänder erzeugt wie bei uns Menschen, sondern im wesentlichen durch Reiben der Flügel oder der Beine. Das Instrument der Heuschrecken ist sozusagen ein körpereigenes Waschbrett, auf dem sie mit teils enorm schneller Frequenz herumschrummen. Diese mechanische Lauterzeugung wird Stridulation genannt.
Feldgrille
Die Langfühlerschrecken nutzen hierzu ihre beiden Vorderflügel, die leicht angehoben und dann aneinander gerieben werden. Das Geräusch entsteht durch eine mit Querrippen versehene, so genannte Schrill-Leiste an der Unterseite des oben liegenden Flügels, die beim unteren Flügel auf eine Schrill-Kante trifft.
Sehr schön kann man das Flügelreiben bei der Feldgrille beobachten, wenn das Männchen vor der Wohnröhre das Weibchen bezirzt. Überhaupt ist die Feldgrille ein sehr variantenreicher Sänger. Während die meisten Arten Einheitslaute von sich geben, unterscheidet die Feldgrille zwischen Werbegsängen, Revierabgrenzungsgesängen und sogar Kampfgesängen zwischen den Männchen.
Der Gesang der Langflügligen Schwertschrecke ist nur zwei Meter weit hörbar.
Werbe- und Rivalengesänge zeigen auch viele Grashüpfer. Bei den Kurzfühlerschrecken gibt es verschiedene Technik-Varianten. Grashüpfer zum Beispiel streichen mit einem oder beiden Hinterschenkeln über die Flügel. Auch hier sind wieder Leisten oder Kanten eingebaut, bei den recht leisen Ödlandschrecken sind es winzig gezähnte Flügeladern. Außerdem bilden die Tiere mit den Flügeln ein kleines Dach, das als Resonanzkörper lautverstärkend wirkt.
Wenn in einer Feuchtwiese plötzlich Fingerschnippen zu hören ist, kann es nur die Sumpfschrecke sein.
Einen anderen Weg hat die Sumpfschrecke eingeschlagen. Sie schleudert ihre Hinterbeine nach hinten und erzeigt so einen Klick, der wie ein Fingerschnippen klingt. Wer einmal eine Sumpfschrecke gehört an, wird diese Art künftig immer sicher wiedererkennen. Schwieriger wird es da schon bei den Knarrschrecken, die ihre Oberkiefer - die so genannten Mandibeln - aneinander reiben. So ein Heuschrecken-Zähneknirschen ist natürlich sehr leise und nur aus kürzester Entfernung wahrzunehmen.
Die kleine Eichenschrecke lebt hoch oben auf Bäumen - wenn sie nicht wie hier gerade herabgeweht wurde und einen Besuch im Badezimmer macht.
Noch schwerer macht es uns die Eichenschrecke: Sie trommelt mit ihrem Beinchen auf ein Blatt. Für die Artgenossen mag das reichen, aber um die Eichenschrecke - die zu allem Überfluss auch noch hoch oben in Bäumen lebt - zum Beispiel für Kartierungen aufzufinden, muss man sie entweder vom Baum schütteln oder ihre Laute mit einem Bat-Detektor verstärken, der sonst zum Hörbarmachen der Ultraschall-Fledermausrufe benutzt wird.
Nicht zu verachtender Nebeneffekt des Heuschreckengesangs: Fast jede Art hat ihren eigenen Rhythmus und ihren eigenen Klang, so dass man sie daran hervorragend identifizieren kann. Viele Grashüpferarten zum Beispiel sind rein optisch ungeheuer schwer zu unterscheiden, ihr Gesang aber ist eine unverwechselbare Visitenkarte.
Roesels Beißschrecke meldet sich mit einem weichen und vollkommen gleichmäßigen Sirren.
Und da es in Deutschland nur rund 80 Heuschreckenarten gibt, lassen sich diese Arten sehr schnell einüben. Wer also eine Tiergruppe sucht, mit der man rasch vertraut wird, ist mit den Heuschrecken bestens bedient. Berücksichtigen muss man allerdings, dass Heuschrecken als Insekten natürlich wechselwarme Tiere sind, ihre Körpertemperatur und damit die Betriebsgeschwindigkeit also nicht selbst regeln können. Das hat Auswirkungen auf den Gesang: Wird es kälter, funktioniert auch das Geschrumme weniger gut. Die Bewegungen werden langsamer, also ändert sich die Frequenz und die gleiche Heuschrecke klingt nun völlig anders als an einem wärmeren Tag. Wäre ja sonst auch zu einfach.

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