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April-Wärme treibt die Kröten mächtig an
Den Fröschen und Kröten auf der Spur
Infos zu den Laichwanderungen im Frühjahr 2009
Was es mit den Laichwanderungen auf sich hat, erläutert Annette Rosendahl im NABU-Podcast, zu dem sie Amphibienexperte Andreas Krone befragt hat.
April-Wärme treibt die Kröten mächtig an
Derzeit bundesweit starke Wanderungen, teils sogar tagsüber
Erdkröten am Laichgewässer
2. April 2009 - Üblicherweise nutzen Kröten, Frösche und Molche für ihre Wanderungen zu den Laichgewässern den Schutz der Abend- und Nachtstunden. Nach dem recht langen Winter und den in dieser Woche trotz milder Tagestemperaturen zunächst noch sehr frischen bis frostigen Nächten, ist der „Laichdruck“ mancherorts inzwischen so hoch, dass die Tiere auch tagsüber unterwegs sind.
So wanderten heute laut Wolfgang Hellwig vom NABU Heilbronn im NSG Köpfertal schon um 17 Uhr bei vollem Tageslicht Erdkröten in großer Zahl, auf den Wegen rund um den Köpferstausee wurden mehr als hundert tote Kröten gezählt. „Wir müssen nun mit unseren Einsatzkräften deutlich früher als üblich vor Ort sein, um zu retten, was zu retten ist.“
Moorfroschmännchen im Hochzeitskleid.
Gleichzeitig sind bereits rund 1200 Erdkröten am Köpferstausee angelangt, von denen einige auch am ablaichen sind. Die Hinwanderungen befinden sich dort also bereits in der Schlussphase. Dies dürfte in den Flachlagen für weite Teile der Republik gelten. Die Frühlaicher, also vor allem Molche und Braunfrösche, sind zum Großteil durch. Vor allem im Norden und Nordosten kann man jetzt für wenige Tage die spektakuläre Blaufärbung der Moorfrösche beobachten. Bei den allgemein besonders häufigen Erdkröten sind die Wanderungen noch voll im Gange. Sollte nun örtlich noch abendlicher Regen hinzukommen, ist mit den stärksten Wanderungen der ganzen Saison zu rechnen. Wie schnell die Tiere in den mittleren und Höhenlagen nachziehen, bleibt abzuwarten.
Tausende Kröten und erster Grasfroschlaich
Viel Amphibienverkehr am Wochenende / Kältebedingte Wanderpause zu erwarten
17. März 2009 - Wie abzusehen, haben die Amphibienwanderungen am Wochenende im Flachland deutlich zugenommen. Besonders heftig ging es in Niedersachsen zu. Am Bohnster See im Kreis Rotenburg/Wümme trugen die Helfer alleine am Sonntagfrüh 351 Moorfrösche, 167 Grasfrösche und 872 Erdkröten über die Straße. Insgesamt wurden an den Zäunen im Elbe-Weser-Dreieck bereits 3.600 Amphibien gezählt. Auch im Kreis Gifhorn waren es laut Reinhard Meier am Sonntag rund 1000 Tiere an den Schutzzäunen in Volkse, Hillerse, Stüde und Teichgut im Kreis Gifhorn.
Laubfrosch auf Fangeimer in Langenhagen.
Volle Eimer gab es auch in Langenhagen bei Hannover, wo nach Angaben von berichtet Ricky Stankwitz auch einige der seltenen Laubfrösche gerettet werden konnten. Andererseits mussten zahlreiche Amphibien die Rücksichtslosigkeit einiger Autofahrer mit ihrem Leben bezahlen. Auch die Amphibienschützer müssen bei ihren Einsätzen auf der Hut sein. Immer wieder kommt es zu „brenzligen Situationen, wo nur ein beherzter Sprung in den Straßengraben schlimmeres verhindert.“
Etwas weiter südlich an der Nahe (Rheinland-Pfalz) kamen am Alten Steinbruch bei Monzingen immerhin rund 150 Erdkröten und Grasfrösche zusammen. Bei den Erdkröten sind vor allem Männchen und noch wenige Weibchen unterwegs. Im benachbarten Birkenfeld sind laut Sascha Schleich von der NABU-Kreisgruppe viele Grasfrösche an den Gewässern angelangt und es wurde bereits abgelaicht.
Erdkröte
Noch weiter im Süden konnten die Aktiven vom NABU Heilbronn bei Flein am Sonntag Abend über 80 Erdkröten und eine Wechselkröte beobachten. Auch im Neckartal bei Bad Rappenau und am Ziegeleipark bei Heilbronn-Böckingen waren Tiere unterwegs. „Im Köpfertal – einer Kälteinsel – innerhalb des Stadtkreises Heilbronn konnten Montag früh bereits fünf Laichballen des Grasfrosches im Oberlauf des Köpferbachs entdeckt werden“, berichtet Wolfgang Hellwig. „Wieder einmal wurden die Grasfrösche ihrem Ruf als Explosivlaicher gerecht.“
Selbst in Sandhaarlanden im südostbayrischen Landkreis Kelheim sind nach späten Beginn am 12. März laut Stephan Kröpfl vom örtlichen BN bereits ein Zehntel der zu erwartenden Erdkröten gewandert. In den mittleren und höheren Lagen dagegen lassen die Amphibien noch auf sich warten, wie Klaus Götze vom NABU Saale-Holzland-Kreis feststellt: „Hier in Ostthüringen geht nichts. Regen, zugefrorene Teiche und große Kälte in den Böden verhindern jedwede Lurchaktivitäten.“
„Nichts geht“ wird es in den kommenden Tagen allerdings nicht nur im Hügel- und Bergland heißen, denn der Winter hat noch nicht ganz aufgegeben und kehrt auch ins Flachland zurück. Mit Ausnahme der küstennahen Regionen ist republikweit mit leichten bis mitteleren Nachtfrösten zu rechnen. Die Amphibien werden also notgedrungen eine Wanderpause einlegen.
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