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Aktion Krötenwanderung 2006
Aktuelle Nachrichten zum Stand des Zuggeschehens
Sämtliche Krötenwanderungs-Tagesmeldungen zum Nachlesen...
2006 wurden 319.000 Amphibien gerettet
Ergebnisse von 182 lokalen Krötenzaun-Aktionen ausgewertet
Die Erdkröten machten vier Fünftel der an den Zäunen registrierten Amphibien aus.
28. Juli: Nachdem inzwischen 182 lokale Aktionen ihre diesjährigen Ergebnisse in der Schutzzaundatenbank eingetragen haben, ergibt sich eine Summe von 319.000 geretteten Amphibien. Die mit Abstand häufigste Art an den Schutzzäunen war die Erdkröte mit über 80 Prozent aller Individuen, gefolgt von Grasfrosch, Teichmolch und Moorfrosch.
Hier die komplette Artenliste: 260.047 Erdkröten, dazu 1.772 Knoblauchkröten, 89 Wechselkröten und 2 Kreuzkröten. Macht insgesamt 261.911 Kröten. An Fröschen 22.973 Grasfrösche, 8.200 Moorfrösche, 200 Springfrösche, 680 nicht näher bestimmte Braunfrösche, 1.065 Grünfrösche, 41 Laubfrösche und weitere 2.821 nicht näher bezeichnete Frösche - in der Summe über alle Arten 35.980 Frösche. 11.153 Teichmolche, 3.330 Bergmolche, 1.811 Kammmolche, 508 Fadenmolche und 4.352 nicht näher bestimmte Molche = 21.154 Molche. Außerdem 19 Feuersalamander, 15 Rotbauchunken und 1 Geburtshelferkröte. Gesamtzahl 319.079 Tiere.
Dagegen wurde nur eine einzige Geburtshelferkröte gefzählt.
Spitzenreiter bei den Einzelaktionen war hinsichtlich der Erdkröte der Zaun Nr. 435 zwischen Wachtendonk und Baesdonk im Kreis Kleve mit 18.035 Tieren, gefolgt von Zaun Nr. 49 am Lausheimer Weiher im Kreis Sigmaringen mit 11.137 Tieren. In der Summe ebenfalls ganz weit vorne: die Zäune des NABU-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven mit 11.957 Erdkröten.
Mit 3503 Tieren die meisten Grasfrösche verzeichneten den Aktiven des NABU Saarbrücken am Zaun entlang der L 276 im Krämbachtal. Bei den Moorfröschen wiederum lag mit 3175 Exemplaren der Zaun an der Landstraße zwischen Bernau und Börnicke im Kreis Barnim vorne, die Zäune des NABU-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven landeten mit 2597 Moorfröschen auf dem zweiten Platz.
Bei den Molchen schließlich ragte der Zaun zwischen Oetzendorf und Masendorf im Kreis Uelzen hervor. Hier kamen 2741 Teichmolche und 898 Kamm-Molche zusammen. Ebenfalls die Tausendermarke überschritten der Zaun am Körbaer Teich, Kreis Teltow-Fläming, mit 1743 Teichmolchen und der Zaun am Rohrpfuhl in Müncheberg, Kreis Märkisch-Oderland, mit 1516 Teichmolchen.
Auf ein Neues im nächsten Jahr!
Trotz hartem Winter ein gutes Kröten-Frühjahr
Verkürzte Saison verwischte Unterschiede zwischen Früh- und Spätwanderern
Die Saison ist vorbei, die Warnschilder können wieder abmontiert oder zugeklappt werden.
2. Mai: Der lange und schneereiche Winter 2005/2006 hat den heimischen Fröschen, Kröten und Molchen nur wenig anhaben können. Fast überall verzeichneten die Amphibienschützer normale Wanderzahlen, teils wurden sogar sehr gute Werte erreicht. Insgesamt kamen alleine bei den via www.nabu.de und www.amphibienschutz.de im Internet erfassten lokalen Aktionen nach den bisher vorliegenden Auswertungen 268.395 Tiere zusammen. Die mit Abstand häufigste Amphibienart an den Schutzzäunen war die Erdkröte gefolgt von Grasfrosch und Teichmolch.
Wie schon im vergangenen Frühjahr war die Saison aber stark verkürzt. Zwar nutzten im Rheintal Mitte Februar und noch einmal um den 10. März einige Braunfrösche, Molche und Erdkröten kurzzeitig günstige Temperaturen zur Wanderung hin zu den Laichgewässern. Doch der eigentliche Saisonstart erfolgte erst ab dem 25. März. In den milden Lagen vor allem im Süden und Westen der Republik brauchten dann die Erdkröten als insgesamt mit Abstand häufigste Amphibienart gerade mal eine Woche bis zum Ende der Hinwanderung, so dass bereits Anfang April die Laichgewässer gefüllt waren. Mit dem Abklingen der Hinwanderung setzte auch schon die Rückwanderung ein, wurde dann aber wegen zurückgehender Temperaturen bis unmittelbar vor Ostern unterbrochen.
Während die ansich frühen Moorfrösche rund zwei Wochen Verspätung hatten...
Gleiches gilt für die Hinwanderung in den etwas weniger klimabegünstigten Regionen vor allem im Norden und Osten sowie in den Höhenlagen. Für den Landkreis Lüchow-Dannenberg im niedersächsischen Wendland fasst Amphibienexperte Christian Fischer den zeitlichen Ablauf wie folgt zusammen:
"Durch den langen Spätwinter hat sich die Laichwanderung der frühen Arten - also Molche, Gras- und Moorfrösche sowie Erdkröten - gegenüber dem Vorjahr um zehn Tage bis zwei Wochen nach hinten verschoben. Der allgemeine Start erfolgte hier in der Nacht vom 25. auf den 26. März. Dafür ging dann aber alles ganz schnell, so dass beispielsweise der Straßenzaun in Kapern nach nur gut zwei Wochen Einsatz schon wieder eingemottet wurde. Der verschobene Beginn der Saison lässt sich auch an der Hauptphase der Balz- und Laichaktivität insbesondere der Braunfroscharten ablesen: Diese vollzog sich 2006 maßgeblich in der ersten und insbesondere der zweiten Aprilwoche, 2005 bereits um den Monatswechsel März/April.
...blieben Spätlaicher wie die Kreuzkröte trotz langem Winter recht genau im gewohnten Zeitplan.
Auf die im Amphibienkalender etwas später in Erscheinung tretenden Arten hatte der Winter dagegen keinen erkennbar verzögernden Einfluss: Knoblauchkröten wanderten seit der letzten Märzwoche und fingen auch schon bald danach mit Balzrufen an. Nach Ostern, also Mitte April haben ferner Spätlaicher wie Laubfrosch, Kreuzkröte und Rotbauchunke zu rufen angefangen und lagen damit im normalen Terminplan. Sogar erste Teichfrösche "räusperten" sich bereits, obwohl deren große Zeit eigentlich erst im Mai/Juni kommt. Es ist somit eine starke zeitliche Zusammenballung der Wander- und Laichaktivitäten der verschiedenen Amphibienarten festzustellen, die bei frühzeitigerem Winterausklang wesentlich stärker entzerrt wird."
Fadenmolche am Amphibienzaun.
Anders als etwa im Rheintal hielt die Hinwanderung in den raueren Lagen bis weit in die zweite Aprilhälfte hinein an. Am Katzenbach im bayrischen Böbrach begann laut Rosmarie Wagenstaller von der LBV-Kreisgruppe Regen die Wanderung sogar erst Mitte April. Der Schutzzaun steht deshalb noch. Auch im Bayerischen Wald (Landkreis Cham) waren nach Angaben von Monika Kerner letzte Erdkröten und Molche auf dem Hinweg.
Vielerorts gab es 2006 Rekordzahlen, die Kröteneimer waren fast überall gut gefüllt.
Im Nordschwarzwald wanderten ebenfalls noch einzelne Kröten zu den Laichgewässern. "Die Ruckwanderung an unserem Schutzzaun in Waldachtal-Tumlingen ist allerdings in vollem Gang", berichtet Stefan Greza vom NABU Waldachtal. "Es zeichnen sich sehr gute Sammelergebnisse ab und genügend Helfer hatten wir auch." Ähnlich im Elbe-Weser-Dreieck: "Bei uns waren aufgrund der höheren Temperaturen mit meist norddeutschem Schmuddelwetter einige Amphibien noch in den letzten Apriltagen unterwegs", so Uwe Baumert vom NABU-Kreisverband Bremervörde-Zeven. Inzwischen ist die Aktion dort beendet und es wurde mit über 16.410 Tieren wurden ein neuer Gesamtrekord der seit 1990 laufenden Aktivitäten aufgestellt. "In einem Bereich können wir über die letzten Jahre einen kontinuierlichen Anstieg insbesondere bei Erdkröten und Moorfröschen verzeichnen. Grund ist wohl die extensive Nutzung des gesamten Lebensraums, also Winterquartier, Laichgewässer und Sommerlebensraum."
"2005 wurden hier 6182 Amphibien gerettet", steht auf dem Zaun im brandenburgischen Müncheberg. Diese Rekordzahlen werden 2006 zwar nicht erreicht, die Marke von 4000 Tieren wurde aber immerhin überschritten.
Am Rohrpfuhl in Müncheberg (Märkisch-Oderland) lag um den 25. April die Hinwanderung bei den Erdkröten "in den letzten Zügen", so Thorsten Schönbrodt. "Ansonsten wandern die Teichfrösche und subadulten Moorfrösche sowie immer noch die Teichmolche. Es wird kein Rekordjahr, aber die Marke von 4.000 Tieren zu erreichen ist allemal ein Erfolg. Moorfrösche hatten wir weniger als in den Vorjahren, was an der langen Frostperiode liegen könnte." In der Bundeshauptstadt waren laut Jens Scharon vom NABU Berlin ebenfalls noch vier von sechs errichteten Zäunen in Betrieb. "Nur die Zäune, an denen die früh wandernden Braunfrösche und Molche dominierten, wurden bereits abgebaut."
Üblicherweise zieht sich die Rückwanderung stark. Im südhessischen Darmstadt-Eberstadt registrierte Annette Benz von 490 hingewanderten Erdkröten bisher sogar nur rund 50 Rückläufer. "Auch bei warmem Regenwetter blieben sie aus, so dass wir die Eimer am Zaun entfernt haben und den Rückwanderungszaun abbauen werden." Der Verlauf in Darmstadt scheint 2006 aber eher die Ausnahme zu sein. Viele Aktive meldeten nämlich ganz im Gegenteil, dass die Rückwanderung in die Sommerlebensräume nach dem Ablaichen ungewöhnlich kompakt verlaufen.
Die Rückwanderung nach dem Ablaichen erfolgte 2006 zeitlich ungewöhnlich kompakt.
"Bei uns wurde am 13. April eine bemerkenswert hohe und plötzliche Rückwanderung beobachtet", berichtet Horst Hagenberg vom NABU Burgwedel bei Hannover. "Es gab viele Leichen. Leider konnten wir das nicht mehr beeinflussen." Nathalie Plum von der NABU-Regionalstelle Südpfalz meldet für den Mehlsee bei Schwegenheim bei 2047 Hinwanderern bereits 1457 Rückwanderer, also etwa 70 Prozent. Ganz ähnlich sah es an der Wochenauer Steige bei Illerrieden im Alb-Donau-Kreis aus: "Statt des üblichen Drittels der zugewanderten Erdkröten konnten wir in den zwei bis drei Wochen nach dem Ablaichen 70 Prozent der Tiere bei der spontanen Rückwanderung beobachten und am Schutzzaun abfangen", so Ulrich Müller vom BUND Dietenheim. "Neben 1600 Erdkröten-Männchen wanderten auch 530 Erdkröten-Weibchen vom Teich in ihr Waldgebiet zurück. Der Rest folgt üblicherweise bei warmen Gewitterregen im Frühsommer oder spätestens im September zum Aufsuchen der Winterquartiere."
Müller stellte auch fest, dass rund 60 Erdkröten-Weibchen und damit mehr als zehn Prozent trotz guter Bedingungen am Laichgewässer nicht oder nur teilweise abgelaicht hatten. "Das hatte zur Folge, dass die Männchen weiterhin den prallen Bauch der Weibchen spürten und ihren Klammergriff nicht lösten, also Huckepack auf den Weibchen die Rückwanderung angetreten haben. Eine Erklärung für das Nichtablaichen haben wir nicht gefunden."
Feste Leitanlangen mit Straßenuntertunnelung ersparen den Amphibienschützer nicht nur viel Arbeit, sie werden - richtig platziert - von den Amphibien und anderen Kleintieren in der Regel auch gut angenommen und decken so Hin- und Rückwanderung ab.
Ein interessantes Schlaglicht auf die Wirksamkeit von Amphibientunneln werfen die Untersuchungen des in Nütschau bei Bad Oldesloe. Hier wurde von 1989 bis 2002 ein Zaun betreut, wobei sich die Bestände von 322 auf 2422 Tiere entwickelten. Die Erdkröten machten etwa die Hälfte der Individuen aus, dazu kamen große Vorkommen von Grasfröschen und Teichmolchen. Seit 2003 besteht dort eine Amphibienleitlage mit drei Tunneln. Kontrollfänge 2006 zeigen nun, dass diese Anlage im vierten Jahr ihres Bestehens sehr gut angenommen wird, zudem sind die Bestände insbesondere bei den Erdkröten auf neue Rekordhöhen gestiegen.
Je nach Population beträgt bei den Erdkröten das Verhältnis von Männchen und Weibchen drei bis zehn zu eins.
"Über 80 Prozent der Tiere wandern durch die Tunnel, 20 Prozent dagegen versuchen, die Leitanlage zu umwandern", erläutert Klaus Gräber vom NABU Bad Oldesloe. "Diese gelangen dann auf die Straße und ein erheblicher Teil von ihnen wird überfahren. Um möglichst viele von diesen durch die Tunnel zu lenken, wollen wir Nachbesserungen vornehmen. Da der Amphibienbestand insgesamt gestiegen ist, nehmen auch die Ausweicher und die Totgefahrenen zu. Da man normalerweise nur die Totgefahrenen sieht, bekommt man den falschen Eindruck, dass die Leitanlage zunehmend schlechter funktioniert. Bei den Erdkröten haben wir erstmalig Männchen und Weibchen getrennt gezählt. Das Verhältnis betrug 1572 zu 444, also eine Weibchenanteil von 22 Prozent. Bei den Ausreißern liegt der Weibchenanteil nur bei zehn Prozent, offensichtlich nehmen die Weibchen die Tunnel noch besser an als die Männchen - vielleicht ist dadurch ihr Anteil an der Population gestiegen."
Zum Abschluss weitere Einzelmeldungen, grob geordnet von Südwesten nach Nordosten:
- Ulrich Müller vom BUND Dietenheim für Illerrieden im Alb-Donau-Kreis: "Mit 3100 geretteten Erdkröten (2500 Männchen, 595 Weibchen) hat sich der Bestand der letzten drei Jahre schlagartig verdoppelt. Demnach haben aus dem Jahr 2003 viele Jungtiere überlebt, die 2006 geschlechtsreif geworden sind."
- Friedrich Junginger vom NABU Gerstetten: "Auf der östlichen Schwäbischen Alb setzte in der Woche nach Ostern bei den Erdkröten die Rückwanderung ein. Die Hinwanderung ist vorüber. Wir haben jedes Jahr nur ganz wenige Grasfrösche im Zaun, obwohl es am Laichgewässer doch einige zig gibt."
- Gut drei Wochen dauerte laut Ulrich Kreutle vom NABU Rot am See die diesjährige Aktion an der Straße von Reubach nach Weikersholz. Dabei wurden über 2.200 Amphibien gerettet, neben Erdkröten auch 200 Teich-, Berg- und Fadenmolche, 40 Frösche und 20 Laubfrösche.
- Hermann Hennig vom NABU Weilerbach: "An der L 372 bei Reichenbach-Steegen im Landkreis Kaiserslautern dauerte die Hinwanderung der Erdkröten vom 25. März bis 3. April. Insgesamt wurden 1042 Exemplare gezählt. Bereits Ende der 14. Kalenderwoche konnten die ersten (weiblichen) Rückwanderer registriert werden. Auffallend war, dass viele kleine, juvenile Erdkrötenmännchen, die das fortpflanzungsfähige Stadium erreicht haben, zum ersten Mal auf dem Weg zum Laichgewässer unterwegs waren."
- Nathalie Plum von der NABU-Regionalstelle Südpfalz meldet für das Regenrückhaltebecken Gilletstraße in Landau 560 Kröten sowie einige Teichmolche, für Landau-Mörzheim 740 Erdkröten, für den Mehlsee bei Schwegenheim in der Vorderpfalz 2070 Amphibien auf der Hinwanderung (1936 Erdkröten, 60 Gras- und Springfrösche, 32 Grünfrösche, 31 Teichmolche und 10 Kammmolche).
- Franz Enders vom NABU Ober-Ramstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg: "Bei uns sind an der L 3099 im Bereich des Hochwasser-Rückhaltebeckens insgesamt 953 Tiere (Hinzug) gezählt worden. In Ober-Ramstadt-Modau waren es 350 den über die Straße geholfen wurde. Am 16. April haben wir die letzten Tiere auf dem Rückzug gefunden."
- In Heubach, ebenfalls Kreis Darmstadt-Dieburg, wurden laut Werner Kampfmann 1012 Erdkröten (782 Männchen und 230 Weibchen), 5 Grasfrösche, 21 Teichmolche und 10 Bergmolche umgesetzt.
- Nicole Klein für Wehr im Kreis Ahrweiler: "Die Rückwanderung setzte nach Mitte April ein, da es vorher sehr trocken war. Entgegen unserer Befürchtungen, dass viele Tiere während der langen Kälteperiode über den eigentlichen Winter hinaus erfroren wären, hatten wir eine normale Zahl an Tieren in den Eimern."
- Tim Mattern vom NABU Krofdorf-Gleiberg (Mittelhessen): "Im Krofdorfer Forst wurde der Zaun am 19. April hochgeklappt, um die Rückwanderer durchzulassen, die Saison startete am 26. März. Insgesamt konnten 1008 Erdkröten (davon 151 weibliche), 28 Grasfrösche, 194 Bergmolche, 225 Teichmolche sowie drei Feuersalamander festgestellt werden, in diesem Jahr leider keine Kamm-Molche.
- Frank Todt vom NABU Velbert, Kreis Mettmann: "Im Deilbachtal wurde 4500 Amphibien über die Straße geholfen. Selbst die Rückwanderung der Erdkröten dürfte weitgehend abgeschlossen sein. Leidglich einige Molche waren noch unterwegs zum Laichgewässer."
- In Düren war laut Achim Schumacher vom örtlichen NABU die Wanderung innerhalb einer guten Woche komplett durch gewesen. "Erfreulicherweise sind die Zahlen der gesammelten Erdkröten wieder um 50 Prozent angewachsen - rund 13.500 Erdkröten am Zaun am Merkener Busch. Dagegen wurden weniger Grün- und Braunfrösche und vor allem weniger Teichmolche gezählt, die Bergmolchzahlen bleiben stabil."
- Am Krötenzaun in Unna-Mühlhausen haben nach Angaben von Herwig Rabeneck zwar Molche und Frösche enorm zugenommen, die Erdkrötenzahlen sind jedoch stark rückläufig, es wurden nur 35 Prozent des langjährigen Durchschnitts gezählt. "Das ist aber eine eher gute Nachricht, denn die Kröten haben offenbar bequemer erreichbare Gewässer angenommen. Das Gewässerangebot hat sich in den letzten Jahren erheblich erhöht."
- Thomas Forbriger: "Im Meißner Land (Sachsen) ist die Rückwanderung ist noch im Gang, aber die Bilanz ist zufriedenstellend. An unserem Schutzzaun in Sönitz, Ortsteil der Gemeinde Triebischtal wurden etwa ein Drittel mehr über die Straße getragen als 2005. Bilanz 2006: 441 Kröten, 9 Grasfrösche, 3 Springfrösche."
- Horst Hagenberg vom NABU Burgwedel: "Die bisherige Höchstzahl vom vergangenen Jahr wurde etwa verdreifacht. Wir haben über 1200 Kröten über die Straße getragen. Unser Zaun steht seit 2001. Villeicht ist ja die hohe Individuenzahl 2006 ein Ergebnis unserer Bemühungen."
- Peter Neuhäuser vom NABU-Elbezentrum Buch: "Im nördlichen Sachsen-Anhalt haben wir an sechs Stellen rund fünf Kilometer an Zaun stehen. Die Wanderung war um den 20. April im Prinzip abgeschlossen, einzelne Knoblauchkröten liefen noch. Insgesamt wurden rund 7.000 Tiere übergetragen."
- Siegfried Tippel vom BUND Bad Bevensen meldet für den Zaun zwischen Oetzendorf und Massendorf insgesamt mehr als 6500 Amphibien, darunter 2741 Teichmolche, 2000 Erdkröten, 898 Kamm-Molche, 744 Gras- und 53 Moorfrösche. Das Kamm-Molch-Vorkommen ist wohl das größte in ganz Norddeutschland. Am Laichgewässer fanden die Amphibienschützer allerdings in diesem Jahr um Ostern herum außergewöhnlich viele tote Kröten. Die Ursache dafür ist noch unbekannt.
- Gudrun Griep vom NABU Eutin: "Der Amphibienschutzzaun in Ostholstein am Klenzauer See ist am 24. April abgebaut worden. Es waren in den letzten Tagen nur noch vereinzelte Erkröten, Moor- und Grasfrösche in den Eimern zu finden. Immerhin haben wir in diesem Jahr zwei Kamm-Molche "erwischt" für uns ein echtes Highlight."
- Trudel Borck vom NABU Mölln: "Bei uns im Lauenburgischen an der K 68 zwischen Grambek und Mölln wurden die Vorjahreszahlen übertroffen. Noch nie hatten wir so viele Erdkröten, Kamm- und Teichmolche. Mit den Fröschen sieht es nicht so rosig aus, die Zahlen bewegen sich im Rahmen der letzten Jahre. Eine einsame Wechselkröte wurde Ostern erfasst, es sind aber zum Glück mehrere zu hören, die von anderer Seite gekommen sein müssen.
Der Grasfrosch war auch dieses Jahr an den Amphibienzäunen nach der Erdkröte die zweithäufigste Art.
Bundesweit dritthäufigste Art ist der Teichmolch.
Feuersalamander - hier einer aus Bad Sobernheim - gehören zu den seltenen Funden, da sie in der Regel den Wald nicht verlassen und nur wenig wandern.
Die erwachsenen Teich-, Wasser- und Seefrösche halten sich ganzjährig am Gewässer auf.
Tote Kröten am Gewässerufer in Oetzendorf.
Ältere Tagesmeldungen zum Nachlesen
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4. April: Kröten sind in milden Lagen bereits durch / Vielerorts Rekordzahlen - die Tiere haben den langen Winter gut überstanden
31. März: Erster Gegenverkehr bei den Erdkröten / Amphibienwanderungen in vollem Gang / Wechselhaftes Tiefdruckwetter
28. März: Neues aus der Abteilung Liebeswahn / Amphibienwanderungen nehmen auch im Nordosten Fahrt auf
27. März: Bildbeweis: Liebe macht blind / Ein "Doppelpack" der besonderen Art vom Kamener Kreuz
27. März: Volle Eimer: "Jetzt kommen sie alle auf einmal" / Seit dem Wochenende bundesweit massive Krötenwanderungen
22. März: Frühlingsgefühle zum Frühlingsbeginn / Im Süden und der Mitte endlich krötenfreundliches Wetter in Sicht
14. März: Balzende Springfrösche und erster Laich: Wander-Prolog entlang des Rheins / Nun aber wieder überall Dauerfrost
7. März: Kurzfristig Wanderungen im Westen möglich / Frostfreie Nächte für Mittwoch, Donnerstag und Freitag prognostiziert
3. März: Eisige Ruhe vor dem großen Kröten-Ansturm / Die lange Frostperiode wird für eine komprimierte Wandersaison sorgen
20. Februar: Wanderungen nun auch im Nordwesten / Meldungen aus Bremervörde und Mölln / Kälteres Wetter im Anmarsch
16. Februar: Erste Grasfrösche im Rheinland unterwegs / Bonn hatte die Nase vorn / Südwestwind bringt gutes Wanderwetter
2. Januar: Wie lange wird der Winter? Noch herrscht Ruhe an den Krötenzäunen
Meldungen zum Wanderverlauf 2005
Meldungen zum Wanderverlauf 2004
Meldungen zum Wanderverlauf 2003

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