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Aktion Krötenwanderung 2003
Aktuelle Nachrichten zum Stand des Zuggeschehens
Rotbauchunken bilden das Schlusslicht
Kräftige Regenfälle machen nun auch die letzten Amphibien mobil
28. April: Noch immer sind zumindest in Brandenburg die Wanderungen zu den Laichgewässern nicht vollständig beendet. Der Regen des Wochenendes dürfte aber auch den spät wandernden Arten den nötigen Schub gegeben haben. "Der Regen reicht aus, die Amphibien noch mal richtig 'rebellisch' zu machen. Nun aber auf beiden Seiten des Zaun, auch die Rückwanderung war stärker als vor dem Regen", berichtet Helma Glasemann aus Hasenfelde. "Bei der Anzahl der Tiere haben wir nun den Vorjahreswert überschritten."
Interessant auch die Beobachtungen in Brodowin, wo die Biologin Angela Helmecke vom Naturschutzhof Brodowin die Laichwanderungen wissenschaftlich begleitet: "Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in der Nacht ist am Sonntag früh noch einmal ein großer Schub von Amphibien an das Untersuchungsgewässer angewandert. Vertreten waren fast alle Arten in hoher Anzahl. Besonders auffällig war die starke Anwanderung von Rotbauchunken (156 in einer Nacht!). Da aber bisher fast ausschließlich Männchen angewandert sind, ist auch in den nächsten Tagen noch mit verstärkter Rotbauchunkenwanderung zu rechnen. Weitere sehr häufige Arten waren Moorfrösche, Erdkröten und Knoblauchkröten. Diese Kontrolle war zahlenmäßig die zweitbeste während der gesamten Saison, im Vergleich zum Spitzenwert im März war das Artenspektrum mit neun Arten sogar deutlich erhöht."
Einen ähnlichen Effekt - wenn auch bereits bei der Rückwanderung - hatte der Regen in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg, Schleswig-Holstein): "Nach sehr verhaltener Hinwanderung ist jetzt immerhin die Rückwanderung im vollen Gange. Mit dem Amphibienaufkommen am Samstag (26.) konnten wir glatt dem Hamburger Hanse-Marathon Konkurrenz machen", meint Frigga Vollertsen vom NABU Kisdorfer Wohld. "Am Bollweg wanderten von 21.30 bis 23.30 Uhr insgesamt 994 Amphibien, davon 831 Erdkröten, 145 Grasfrösche, 3 Kamm- und 8 Teichmolche sowie ein Laubfrosch. Der Laubfrosch hat unser Herz besonders erfreut, denn es war der erste Fund seit 1995."
Rückwanderungsbeginn auch in Brandenburg
Fehlender Wanderimpuls wegen Trockenheit?
Kletterfreudiger Moorfrosch aus Bremervörde
22. April: Wie Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg meldet, hat nun auch in Berlin und Brandenburg die Rückwanderung eingesetzt: "Der Zaun wird voraussichtlich Ende nächster Woche abgebaut, falls bis dahin die hinwandernden Amphibien (vor allem Rotbauchunken, Knoblauchkröten und Teichfrösche) ausbleiben."
Ähnlich ist nach Angaben von Helma Glasemann die Lage im ebenfalls brandenburgischen Hasenfelde: "Kurz vor Ostern habe ich die ersten Moorfrösche und Erdkröten auf der anderen Seite des Zauns angetroffen. Noch wandern aber auch Tiere hin, wenn auch wenig und nur in bestimmten Bereichen des Zaunes. Rotbauchunken sind nach wie vor nicht dabei gewesen, was eigentlich schade ist. Aber dafür rufen jetzt die ersten Laubfrösche. Sie scheinen also auch schon da zu sein. Bei uns sind zwar gute Temperaturen auch in der Nacht, aber ausnahmslos zu trocken und der Zaun liegt genau in Ost-West-Richtung, so dass der trockene Wind 'gut' vorbeiwehen kann."
Rekordergebnisse und starke Einbrüche wechseln sich in diesem Jahr teils innerhalb der gleichen Region ab. Für die Einbrüche wird dabei auch die sehr trockene Witterung verantwortlich gemacht. "Grundproblem ist die extreme Trockenheit seit vielen Wochen und damit der Totalausfall von Teilen der Wanderung", meint zum Beispiel Thomas Adam aus Untergrombach bei Karlsruhe. "Im vergangenen Jahr hatten wir 20.000 Frösche und Kröten - dieses Jahr 3.000. Die Bedingungen waren nie wirklich ideal: Wenn es regnete, war es meist kühl, und wenn es warm war, blieb es staubtrocken. Warmer Regen war leider selten. Daher blieb der Wanderimpuls wohl bei einem guten Teil des Bestandes aus. Sicher dürfte auch der harte, lange und kalte Winter die Tiere dezimiert haben."
Krötenwanderungen weitgehend beendet
Nur im Norden und Osten sind noch Amphibien unterwegs
Dieses Schild kann bald wieder zugeklappt werden.
17. April: Die Wanderung der Kröten, Frösche und Molche zu ihren Laichplätzen ist größtenteils abgeschlossen. Viele der 2003 an der Internetaktion beteiligten 150 Gruppen haben ihre Zäune bereits abgebaut oder betreuen nun noch die Rückwanderung der Tiere in die Sommer-Lebensräume.
Während die Hinwanderung im Süden und Westen meist schon vor Einsetzen des April-Frostes der Fall zu Ende ging, hatten die Amphibienschützer im Norden und Osten auf ein Wiedereinsetzen der Wanderungen nach dem End der Frostperiode gehofft. Diese Erwartung hat sich nur teilweise erfüllt, so dass die Zahlen im Norden und Osten teils deutlich hinter denen der Vorjahre zurückblieben. Die bisher vorliegende Ergebnisse sind allerdings von Ort zu Ort so verschieden, dass allgemeingültige "Schuldzuweisungen", etwa auf den relativ langen Winter oder die außergewöhnliche Trockenheit, bisher nicht möglich sind.
Ohnehin liegen die Gesamtergebnisse insgesamt eher im Durchschnitt der Vorjahre oder sogar darüber. An manchen Schutzzäunen wurden trotz der im Vergleich zum Vorjahr deutlich kürzeren Wandersaison sogar Rekordergebnisse erzielt. Die bisher eingegangenen Zwischen- und Abschlussbilanzen von 28 Aktionen können hier als PDF heruntergeladen werden (80 KB).
Nachtfrost bringt erneuten Krötenwanderstopp
Hinwanderung im Westen vielerorts bereits abgeschlossen
7. April: Die teils recht starken Nachtfröste haben die Amphibienwanderungen bundesweit zum Erliegen gebracht. Dabei sind die Hinwanderungen zu den Laichgewässern in den milderen Lagen Westdeutschlands weitgehend abgeschlossen. Hier hatte vielerorts bereits die Rückwanderung eingesetzt.
"Seit dem 29. März haben wir nur Rückwanderer" melden zum Beispiel Elisabeth und Wolfgang Fuldner aus Kamen. "Der Teich ist schon wie leer gefegt, aber die Kröten haben reichlich Laichschnüre hinterlassen. Besonders aufgefallen sind uns in diesem Jahr die vielen einjährigen Teichmolche und Erdkröten. Sollte es noch warme Regennächte geben, sind wir mit Eimern zur Stelle und tragen die eventuellen Rückläufer über die Straße". Auch im nordhessischen Oberelsungen ist laut Markus Dietrich die Hinwanderung weitgehend abgeschlossen. "Durch den Witterungsverlauf war die Hauptwanderzeit bei uns dieses Jahr recht kurz. Den Helfern war dies recht, da sie nicht über eine lange Zeit jeden Abend raus mussten."
Im Osten steht die Rückwanderung bisher noch aus, mit wie vielen Hinwanderern noch zu rechnen ist, bleibt abzuwarten. "Seit Samstag ist der Winter zurückgekehrt mit Schnee und Nachtfrösten. Es wird sich nun doch noch hinziehen" meint Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg.
Starker Rückreiseverkehr im Westen
Vorläufiger Wanderstopp nach Nachtfrösten im Osten
Kröte an Drahtzaun in Neustadt
2. April: Während im Westen teils starker Rückreiseverkehr herrscht, waren die Wanderungen im Osten kältebedingt zwei bis drei Tage zum Erliegen gekommen. Am Mittwoch hat der Regen aber auch den Ostteil der Republik erreicht, so dass mit einem deutlichen Wiederaufleben der Wanderungen zu rechnen ist.
Unter anderem meldet Thomas Beuster aus Neustadt am Rübenberge - nahe dem Steinhuder Meer - einsetzende Rückerwanderung bei noch anhaltender Hinwanderung. In Bad Sobernheim an der Nahe dagegen wurden die Hinwanderzäune bereits abgebaut. Karl-Heinz Fuldner berichtet: "Am Dienstagabend setzte nach einem kräftigen Regenschauer und noch milden Temperaturen an unseren Anlagen in Monzingen und Auen eine derartig massive Rückwanderung ein - wie ich sie noch nie erlebt habe -, dass uns das Ereignis praktisch überrollte. Es waren wohl um die 600 Rückwanderer in Monzingen und sogar 1000 in Auen.
Überfahrene Kröte
Während die Erdkröten bisher eher vereinzelt und spät in der Nacht den Weg zu ihrem Sommerhabitat antraten, war der Ansturm gestern ab 21.30 Uhr nicht mehr zu bewältigen. Wir versuchten unser Bestes, jedoch waren die Verluste auf den Straßen ziemlich hoch.
Besonders in Auen, wo es keinen Rückläuferzaun gibt, saßen ständig Kröten auf der Fahrbahn. Zum Glück sind die Tiere bei der Rückwanderung schneller als beim Laichzug und halten sich nicht so lange auf dem Asphalt auf; viele Autofahrer verhielten sich vernünftig und versuchten, keine Kröte zu treffen. Trotzdem lagen bei jedem Durchgang Tiere tot auf der Straße."
Kälte und Trockenheit machen den Amphibien in Brandenburg zu schaffen. "Seit drei Tagen ist die Wanderung praktisch zum Erliegen gekommen" berichtet Helma Glasemann aus Hasenfelde. "Statt Kröten fegt uns der trockene Wind nur altes Laub in die Eimer. Dazu sind in der Nacht Minusgrade, so dass sich keine Amphibien sehen lassen. Wir warten auf Regen." (Anmerkung der Redaktion vom 2.4., 15 Uhr: Inzwischen ist der Regen da). Auch in Brandenburg sind die bisherigen Gesamtzahlen recht hoch. "An unserem Zaun wurde mit 1.277 Tieren ein Rekord erreicht - und noch wandern sie. Anscheinend tragen die vorjährigen Aktionen nun Früchte", freut sich zum Beispiel Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg. Die Rückwanderung hat dort noch nicht eingesetzt.
Ältere Tages-Meldungen:
31. März: Rückwanderbeginn auch bei den Erdkröten / Moorfrösche laichen in Berlin und Brandenburg
28. März: Ein gutes Krötenjahr zeichnet sich ab / Örtlich bereits Rekordergebnisse, weiter starker Wanderverkehr
27. März: Krötenwanderung erreicht Höhepunkt / NABU-Broschüre 'Frösche, Kröten und Molche' erschienen
27. März: Warten auf das schwache Geschlecht / Krötenweibchen zieren sich noch, Grasfrösche bereits auf Rückwanderung
26. März: Krötenwanderungen nehmen weiter Fahrt auf / Auch im Osten taut es langsam auf / Regen mindert Waldbrandgefahr
25. März: Zweite Etappe der Krötenwanderungen beginnt / Dichter Verkehr im milden Westen, im Osten immer noch zu kalt
17. März: Frösche und Kröten machen Frostpause / An einigen Orten sind bereits mehr als die Hälfte der Tiere durch
14. März: Besuch bei Kröten und Helfern / NABU-Bundesgeschäftsführer beim NABU in Swisttal
12. März: Wanderungen jetzt auch im Osten und im Alpenvorland / Angekündigte Nachtfröste lassen jedoch bundesweite Zwangspause erwarten
11. März: Krötenwanderung hat bundesweit begonnen / NABU fordert Tempo 30 an ungeschützten Amphibienquerungen
11. März: Frösche überraschen Berliner Naturschützer / Nach vorläufigem Frost-Ende haben es die Amphibien auch im Osten eilig
10. März: Krötenwanderung erreicht den Nordwesten / Zahlreiche Meldungen aus Niedersachsen und Hamburg
7. März: Erster Grasfroschlaich gefunden / Nachmeldungen aus Bernkastel-Wittlich und Karlstein am Main
6. März: Bei den Kröten fast nur Männchen unterwegs / Oft übersehen: Auch Feuersalamander haben schon Larven abgesetzt
4. März: Erste Amphibien wagen sich hervor / Grasfrösche in Großsteinhausen, Erdkröten in Dudenhofen und Hamm
28. Februar: Kröten müssen dieses Jahr länger ausharren / Bereits ein Monat Rückstand gegenüber den Laichwanderungen 2002

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