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Forstwirtschaftsrat auf dem Irrweg
Forstwirtschaftsrat auf dem Irrweg
FSC-Zertifizierung bremst den Klimaschutz nicht aus
Der Forstwirtschaftsrat konstruiert Gegensätze, wo keine sind.
09. Februar 2010 -
Die Aussagen des Deutschen Forstwirtschaftsrates zur angeblichen Verhinderung des Klimaschutzes durch die FSC-Zertifizierung von öffentlichen Wäldern hat der NABU irritiert zur Kenntnis genommen. In einer Pressemitteilung des Deutschen Forstwirtschaftsrates wird die FSC-Zertifizierung als Hemmschuh für den Klimaschutz und kontraproduktiv für die ländliche Entwicklung beschrieben. „Der Forstwirtschaftsrat versucht hier Gegensätze und Widersprüche zu konstruieren, wo keine sind“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die Aussagen beruhen zum Teil auf fehlerhaften Angaben und sollten schnellstens korrigiert werden“, so Miller weiter. Der NABU steht zu Gesprächen darüber gerne zur Verfügung.
Ungenutzte Wälder reichern noch über Jahrhunderte Kohlenstoff an.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat begründet seine Einschätzung unter anderem mit der im FSC-Standard vorgeschrieben Ausweisung von sogenannten Referenzflächen, bei der fünf Prozent der Waldfläche aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden sollen. „Dass diese Referenzflächen den Klimaschutz hemmen, ist Unsinn“, sagte NABU-Waldexperte Johannes Enssle. „Ungenutzte Wälder reichern noch über Jahrhunderte Kohlenstoff an, sie tragen zur Verbesserung des Wasserhaushalts bei und dienen tausenden von Arten als sichere Refugien. Naturschutz und Klimaschutz sind also keine Gegensätze, sondern bilden vielmehr wichtige Synergien. Den Wald nur als Rohstofflieferant zu sehen greift zu kurz.“
Eine Reduzierung der Nadelbaumanteile auf 20 Prozent ist nicht zwangsläufig vorgeschrieben.
Fehlerhaft seien auch andere Behauptungen des Forstwirtschaftsrates: So sei es zum Beispiel falsch, dass eine FSC-Zertifizierung die Reduzierung der Nadelbaumanteile auf maximal 20 Prozent verlange. Ebenso falsch sei die Behauptung, dass die FSC-Zertifizierung Arbeitsplätze gefährde. „Das Gegenteil ist der Fall: In Deutschland besteht derzeit eine unbefriedigte Nachfrage nach kontinuierlich großen Mengen an FSC-Holz. Viele zukunftsorientierte Unternehmen, die sich bewusst für FSC-Holz entscheiden, müssen ihren Bedarf derzeit aber noch im benachbarten Ausland decken. Der dadurch generierte Mehrwert geht uns hier in Deutschland verloren“, erklärt Enssle.
Für Rückfragen:
Johannes Enssle
NABU-Waldreferent
mobil: 0170-2832663
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