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Priorität für den Schutz alter Buchenwälder

Priorität für den Schutz alter Buchenwälder

NABU-Präsident besucht Nationalpark Hainich

Buche mit Pilzen

Alte, naturnahe Buchenwälder gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde.

05. September 2011 - Mit seinem Besuch im Nationalpark Hainich, der im Juni zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt worden ist, betont NABU-Präsident Olaf Tschimpke, dass aktiver Naturschutz vor der Haustüre beginnt: „Alte, naturnahe Buchenwälder gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen der Erde. Sie verdienen somit dieselbe Aufmerksamkeit wie die Tieflandregenwälder Sumatras oder die Nebelwälder im Kongo.“

Relikte von Buchenurwäldern finden sich heute nur noch auf 0,16 Prozent der bundesdeutschen Waldfläche. „Ein verschwindend geringer Anteil, wenn man bedenkt, dass Deutschland von Natur aus eigentlich zu mehr als der Hälfte seiner Gesamtfläche mit Buchenurwald bedeckt wäre“, erklärt Tschimpke. „Aber in unserer heutigen Forstwirtschaft haben Buchen kaum eine Chance, in Würde zu altern.“ Das durchschnittliche Erntealter für Buchen im Wirtschaftwald liegt zwischen 120 und 140 Jahren – tatsächlich können Buchen aus biologischer Sicht bis zu 400 Jahre alt werden. „Wenn sie gefällt werden, sind die Bäume also gerade einmal im Jugendalter. Für die Artenvielfalt im Wald hat diese frühe Ernte dramatische Folgen, denn mit den fehlenden alten Buchen fehlt auch der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, die auf Alters- und Zerfallsphasen angewiesen sind. Das dürfen wir nicht länger zulassen“, kritisiert der NABU-Präsident.

Wald mit Totholz

Bis 2020 soll ein Netzwerk von Urwäldern geschaffen werden.

Deutschland beherbergt rund ein Viertel der weltweit vorhandenen Buchenwälder. Deshalb hat die Bundesrepublik eine besondere Verantwortung für ihren Schutz. Die Ausweisung des Hainichs und vier weiterer Buchenwälder in Deutschland zum UNESCO-Weltnaturerbe sei ein wichtiger Schritt und Ansporn für weitere Aktivitäten, betont Tschimpke. „Wir fordern die Bundesregierung und die Bundesländer auf, die nationale Biodiversitätsstrategie umzusetzen und bis 2020 auf mindestens fünf Prozent der Waldfläche ein Netzwerk von Urwäldern zu schaffen.“

Auf seiner diesjährigen Sommerreise wird der Präsident neben dem Hainich unter anderem auch noch das Kreisforstamt Heilbronn besuchen. Dort wird vor allem die naturverträgliche Bewirtschaftung von Buchenwäldern im Mittelpunkt stehen.

Für Rückfragen:
Florian Keller
NABU-Waldreferent
Tel. mobil 0172-2832663

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