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Elefanten durchs Nadelöhr

Elefanten durchs Nadelöhr

NABU kritisiert Bundesratsvotum pro Fehmarnbelt-Brücke

Fehmarnsundbrücke

Blick auf die Fehmarnsundbrücke, die die Ostseeinsel Fehmarn mit dem deutschen Festland verbindet.

13. Februar 2009 - Der NABU hat die Entscheidung des Bundesrates zum geplanten Bau der Fehmarnbelt-Brücke heftig kritisiert. Nur Mecklenburg-Vorpommern hat dem Gesetz nicht zugestimmt. „Und das aus gutem Grund. Das Projekt ist ökologisch völlig unverantwortlich, exorbitant teuer, unwirtschaftlich und gefährdet inmitten der Wirtschaftskrise massenhaft Arbeitsplätze in Tourismus und Fährwirtschaft an der deutschen Ostseeküste“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die von Dänemark finanzierte, 19 Kilometer breite Querung soll die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden. Die Baukosten werden auf mindestens acht Milliarden Euro geschätzt. Doch kaum ein Politiker hat sich über eines der größten europäischen Infrastrukturprojekte ausreichend informieren können. „Eine auf Fakten beruhende Beurteilung des Projektes fehlt bislang. Es ist leichtfertig, eine Entscheidung mit so weitreichenden ökologischen Konsequenzen vom fernen Berlin aus zu fällen, ohne sich ausreichend vor Ort sowie über die Folgen und Kosten des Riesenbrückenbaus informiert zu haben.“, so Miller weiter.

Schweinswale

Der NABU sorgt sich unter anderem um die Auswirkungen der Brücke auf die bedrohten Ostsee-Schweinswale.

Dänemark ist bisher die entscheidenden Gutachten schuldig geblieben. Es liegen weder abschließende Erkenntnisse zur Beeinträchtigung des überaus sensiblen Wasseraustauschs zwischen Nord- und Ostsee noch zur Gefährdung der Schiffssicherheit vor. Der Fehmarnbelt ist mit jährlich rund 64.000 Schiffspassagen die am meisten befahrene Wasserstraße der Welt. Laut Prognosen wird sich der Schiffsverkehr binnen weniger Jahre verdoppeln. Die von den Planern bevorzugte, weil kostengünstige Brückenvariante staucht jedoch die heute rund zehn Kilometer breite Passage auf wenige hundert Meter zusammen. „Man will einen Elefanten durch ein Nadelöhr zwingen und ernsthaft glauben machen, er würde sich nicht stoßen“, so Miller.

Um Dänemark einen Gefallen zu tun, gibt Deutschland seine Verantwortung für das international geschützte und äußerst sensible Ökosystem Ostsee vorschnell ab. „Die Mitglieder des Bundesrates wären gut beraten gewesen, ein derartiges Risiko-Projekt nicht so vorschnell durchzuwinken“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Miller.

Für Rückfragen:
Malte Siegert
Leiter NABU-Wasservogelreservat Wallnau
Tel. 01 73-9 37 32 41

Ingo Ludwichowski
NABU Schleswig-Holstein
Tel. 01 60-96 23 05 12

mehr NABU-Gutachten zur Fehmarnbeltquerung in deutscher, dänischer und englischer Sprache

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