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Mit Milliarden die Beton-Politik zementieren

Mit Milliarden die Beton-Politik zementieren

Der NABU kritisiert die Pkw-Maut-Pläne von CDU und FDP

15 Oktober 2009 - Berlin – Der NABU hat die Pläne von Union und FDP zur Einführung eine Pkw-Maut, um damit den weiteren Infrastrukturausbau zu finanzieren, kritisiert.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Diese Diskussion um die Pkw-Maut stinkt vom Kopf her. Die Maut soll nach dem Willen von FDP und Union nicht als Lenkungsinstrument für mehr Klima- und Lärmschutz und damit zum Wohle der gesamten Gesellschaft eingeführt werden, sondern zur Finanzierung weiterer Straßen. Das wäre der Weg zurück in die Betonzeit der 70er Jahre.“

Autobahn

Der Bau weiterer Autobahnen würde die letzten Rückzugs- und Erholungsräume von Menschen und Tieren zerstören.

Deutschlands Straßennetz gehöre heute zu den dichtesten und am besten ausgebauten der Welt. Nirgendwo sonst sei der Weg zur nächsten Autobahnauffahrt so kurz wie hierzulande. Der Bau weiterer Autobahnen würde die letzten Rückzugs- und Erholungsräume von Menschen und Tieren zerstören und die Ziele der Flächenverbrauchsreduzierung ad absurdum führen.

Insel Fehmarn

Fehmarnbelt-Querung zwischen Deutschland und Dänemark wird mit Steuermilliarden finanziert.

Das Papier der Arbeitsgruppe Verkehr, das dem NABU vorliege, lasse auch bei der Bürger- und Verbandsbeteiligung bei Straßenneubauvorhaben Schlimmes befürchten. So sei eine weitere Beschleunigung des Planungsrechts geplant. Die Rechte der Anwohner und klagebefugten Verbände würden beschnitten, damit schneller die Bagger rollen könnten.

„Je mehr Asphaltpisten gebaut werden, desto höher werden auf Dauer die Reparaturkosten sein. Während die Anbindung der vom Bundesrechnungshof kritisierten Fehmarnbelt-Querung zwischen Deutschland und Dänemark mit Steuermilliarden finanziert wird, verrottet das Bestandsnetz zunehmend. Die Infrastrukturfinanzierung ist auch deshalb seit Jahren ein Desaster, weil immer noch zu viele Gelder in den Neubau und in Prestigeprojekte fließen“, so Miller.

Junger Luchs

Das dichte Verkehrsnetz in Deutschland verhindert die Ausbreitung vom Luchs und von anderen Wildtieren.

Der NABU fordert Union und FDP auf, sich stattdessen für die Artenvielfalt und eine Entschneidung und Wiedervernetzung der Landschaft durch Rückbau von Straßen bzw. den Bau von Grünbrücken einzusetzen. „Das dichte Verkehrsnetz in Deutschland verhindert die Ausbreitung von Luchs, Wildkatze, Wolf und anderen Wildtieren und ist für viele Arten zum Teil bestandsbedrohend. Die Koalitionsparteien und der neue Verkehrsminister müssen sich dieser alarmierenden Situation annehmen“, so NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

Der Anteil unzerschnittener verkehrsarmer Räume, der für Flächen über 100 Quadratkilometer heute bei 23 Prozent liegt, müsse unbedingt erhalten bleiben.

Für Rückfragen:
Dietmar Oeliger
NABU-Verkehrsexperte
Tel. 030-284984-1613

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Dietmar Oeliger

Bei Fragen zum Thema Verkehr wenden Sie sich an: Dietmar.Oeliger@NABU.de
Tel. 030.28 49 84-16 13
mobil: 0172-920 18 23

 

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