NABU.de Themen Verkehr Schifffahrt WHO-Studie: Schiffsabgase krebserregend
Schiffsabgase sind tödlich
Schiffsabgase sind tödlich
WHO-Studie belegt: Rußpartikel verursachen Krebs
Schiffsabgase fordern jährlich 50.000 Todesopfer.
15. Juni 2012 -
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Gefährlichkeit von Dieselabgasen neu bewertet. Demnach sind die Abgase weitaus gefährlicher als bislang angenommen, ihre krebserregende Wirkung gilt mit der neuen Studie als eindeutig bewiesen. Entsprechend fordert die WHO, endlich Maßnahmen zur Reduzierung von Partikelemissionen zu ergreifen. „Ungefilterte Abgase sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt, allein in der Europäischen Union sterben jährlich 50.000 Menschen vorzeitig an Schiffsabgasen, vor allem an Partikeln“, erklärte NABU-Geschäftsführer Leif Miller. Der NABU fordert, insbesondere auch die Schifffahrt in den Blick zu nehmen. Der Markt wächst rasant und Frachter und Kreuzfahrtschiffe ankern inmitten von Hafenstädten mit laufendem Motor. „Das hat gefährliche Folgen für Anwohner, Passagiere und die Mitarbeiter auf den Schiffen, es ist dringend an der Zeit, hier zu handeln“, so Leif Miller.
Nur Rußpartikelfilter können helfen
Allein die Umstellung von Schweröl auf Schiffsdiesel ist noch nicht ausreichend.
Der NABU begrüßt es, dass einige Reedereien inzwischen von giftigem Schweröl auf Schiffsdiesel umstellen – ein wichtiger Schritt zur Luftreinhaltung. Doch die Umstellung geht zu langsam voran und mindert die Krebs-Gefahr nicht in ausreichendem Maße. „Um Mensch und Umwelt nachhaltig zu schützen, führt kein Weg am Rußpartikelfilter vorbei. Zahlreiche Kreuzfahrtreedereien und auch der Bund lehnen es bisher jedoch ab, bei Schiffen wirkungsvolle Rußpartikelfilter einzubauen“, so Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik beim NABU. Nach Berechnungen des NABU stößt ein einziges Kreuzfahrtschiff so viele Luftschadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw.
Seit über einem Jahr engagiert sich der NABU mit der Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen“ dafür, dass Kreuzfahrtunternehmen mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie ihre Flotte mit Filtern nachrüsten und neue Schiffe mit Abgastechnik bestellen. „Spätestens die WHO-Studie sollte allen Reedereien Anlass sein, schnell zu handeln und ihre Flotten umzurüsten. Vor allem große Kreuzfahrtreeder wie AIDA Cruises, TUI Cruises und Hapag-Lloyd, Costa oder MSC dürfen ihre Passagiere und das Personal nicht länger dem krebserregenden Abgas aussetzen.“
Weitere Informationen zur WHO-Studie (auf Englisch)
Für Rückfragen:
Dietmar Oeliger
Referent für Verkehrspolitik
Tel. 030-284 984–1613
Julia Balz
Referentin für Verkehrspolitik
Tel. 030-284 984-1625
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