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Apfelbäume halb leer: schlechte Ernte droht

Bäume nur halb gefüllt: schlechte Apfelernte droht

Prognose 2009 geht von 500.000 Tonnen aus Streuobstwiesen aus

Apfel

Im Juli hatten VdF und NABU erstmals gemeinsam zu einer bundesweiten Ernteschätzung im Streuobstbau aufgerufen.

12. August 2009 - Nach Schätzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst und des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) wird die deutsche Apfelernte im Streuobstbau in diesem Jahr nur bei rund einer halben Million Tonnen liegen.

Dies ist deutlich weniger als das zehnjährige Mittel der Jahre 1999 bis 2008 in Höhe von knapp 900.000 Tonnen. Von 1980 bis 1994 waren es im Schnitt sogar noch 1,1 Millionen Tonnen. Ursachen für den mittelfristig sinkenden Ertrag sind nach Ansicht von NABU und VdF der Streuobstwiesen-Rückgang aufgrund von Bebauung, vor allem aber mangelnde Pflege und die meist schwierige ökonomische Situation bei der Streuobstbewirtschaftung.

Die letzte bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus fand in der Bundesrepublik 1965 und auf dem Gebiet der neuen Länder 1938 statt. Damit fehlen verlässliche Daten für einen Wirtschaftszweig mit Milliarden-Umsätzen und herausragender Bedeutung für die biologische Vielfalt. NABU und VdF fordern daher von Bundesagrarministerin Aigner (CSU) und Bundesumweltminister Gabriel (SPD), sich für eine bundesweite Flächenerhebung des Streuobstanbaus einzusetzen.

Birne "Gräfin von Paris"

Bei den im Vergleich zu den Äpfeln mengemäßig deutlich weniger bedeutenden Birnen wird 2009 im Streuobstbau eine gute Ernte erwartet.

VdF und NABU hatten im Juli erstmals gemeinsam zu einer bundesweiten Ernteschätzung im Streuobstbau aufgerufen. „Für viele unserer über 400 Mitgliedsbetriebe stellt die Ablieferung der Äpfel und Birnen aus dem Streuobstbau eine wichtige Existenzgrundlage dar“, so VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger. „Nach der Auflösung der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) stehen weniger obstbaurelevante Daten zur Verfügung. Daher ist es für uns umso wichtiger, abschätzen zu können, wie die stark schwankende Streuobsternte ausfällt.“

Laut Dr. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, leistet die Verarbeitung der Ernte einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen: „In rund 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der sogenannten Streuobst-Aufpreisvermarktung – daher führen wir diesen Aufruf zur Ernteschätzung sehr gerne in Kooperation mit dem VdF durch. Wir haben bundesweit 30 neue Zähler gewinnen können, so dass die Schätzung eine höhere Qualität als in den vergangenen Jahren aufweist.“

Für alle Bundesländer wird eine sehr mäßige Apfelernte im Streuobstbau prognostiziert, während bei den Birnen eine gute Erntemenge zu verzeichnen ist. Aufgrund der zu erwartend niedrigen Streuobst-Apfelernte rufen VdF und NABU die Keltereien auf, besonders auf gute Qualität zu achten. Da die Oechslewerte – also der Zuckergehalt – und damit die Qualität des Obstes im Verlauf des Herbstes ansteigen, wäre es zu begrüßen, wenn die Auszahlungspreise für das Streuobst im Verlauf der Ernte ebenfalls ansteigen würden, so Rösler und Heitlinger übereinstimmend.

Die Verwertung der Äpfel im Streuobstbau in Deutschland erfolgt regional sehr unterschiedlich. Bundesweit 40 bis 50 Prozent werden durch Keltereien erfasst und zu Getränken verarbeitet – das ergibt im Durchschnitt rund 400 Millionen Liter im Jahr, ergänzt um Säftet aus Niederstamm-Anlagen und Hausgärten. 30 bis 40 Prozent gehen in die Eigenverwertung von Privathaushalten. Rund zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet, je fünf Prozent werden zu Obstbränden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus und Dörrobst verarbeitet. Unabhängig davon wird bei starken Ernten und niedrigen Preisen ein weiterer Anteil von teils über zehn Prozent gar nicht abgeerntet.

Kontakt:
Dr. Markus Rösler
NABU-Bundesfachausschuss Streuobst
Tel. 01 51-53 75 58 61

Klaus Heitlinger
Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF)
Tel. 02 28-9 54 60-0 und 01 71-7 70 12 46

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