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Pflege muss sein

Auch Bäume müssen erzogen werden

Infos zu Pflanzung und Pflege

Obstwiese mit Apfelbäumen


Egal, ob 500 neue Hochstämme für den Erwerbsobstbau oder ein einzelner für den Reihenhausgarten: Qualität ist auch bei Bäumen wichtig. Mindestens 1,80 Meter Höhe sollte der Stamm des jungen Bäumchen bis zum ersten Ast haben. Damit wird später die Mahd der Obstwiese mit dem Trecker oder die Beweidung mit Schafen und Rindern erheblich erleichtert. Außerdem macht es eine große Stammhöhe wahrscheinlicher, dass einige Jahrzehnte später Spechte ihre Höhlen im Baum bauen.

Der zu pflanzende Obstbaum sollte bereits vier Jahre in der Baumschule verbracht haben. Die Krone sollte einen kräftigen Mitteltrieb sowie drei bis vier Seitenäste aufweisen - möglichst gleich stark und gleichmäßig um die Stammachse verteilt. So ein Baum kostet dann je nach Zahl der gekauften Bäume 20 bis 30 Euro.

Zabergäu-Apfel

Zabergäu-Apfel

Bester Pflanztermin ist im Winterhalbjahr nach dem Laubfall und vor dem Blattaustrieb, jedoch nicht bei Frost. Im Gelände sind zehn mal zehn Meter der ideale Pflanzabstand. Bei Zwetschgen und Kirschen, aber auch manchen Apfelsorten, genügen acht Meter. Die Pflanzgrube sollte einen Durchmesser von etwa 70 Zentimetern und eine Tiefe von 40 Zentimetern haben. Vor dem Einpflanzen eventuell beschädigte Wurzelteile sauber abschneiden. Danach die ausgehobene Erde leicht antreten, etwas wässern und bei allem darauf achten, dass die Veredelungsstelle des Baumes deutlich oberhalb der Erde bleibt.

In der freien Landschaft ist als Verbissschutz gegen Rehe, Schafe oder Rinder ein Dreibock mit Draht oder Holzstücken angebracht. Um eine Wurzelschädigung der Jungbäume durch Wühlmäuse zu vermeiden, kann ein Drahtgitterkorb - Material nicht verzinkt und ohne Kunststoffbeschichtung - in die Pflanzgrube mit eingegraben werden. Das Drahtgeflecht verrottet nach einigen Jahren.

Mit dem Pflanzen eines Baumes alleine ist die Arbeit auf der künftigen Obstwiese längst nicht getan. Obstbäume müssen vor allem zu Beginn öfters geschnitten werden. Das fängt schon bei der Pflanzung an. Hier sollten die einzelnen Triebe so eingekürzt werden, dass die oberen Knospen jeweils in gleicher Höhe stehen. "Saftwaage" nennt man diesen Gleichstand, der später einen gleichmäßigen Austrieb gewährleistet.

Wichtig ist der Erziehungsschnitt in den ersten fünf bis zehn Jahren. Damit wird für das viele Jahrzehnte währende Leben des Obstbaums die Grundform vorgegeben, das Gerüst, das später die Hauptlast der Ernte tragen muss. Angestrebt wird ein in alle Richtungen gleichmäßiges, keinesfalls in Bauminnere gerichtete Wachstum. Das hält den Baum stabil.

Mit zunehmenden Alter des Baumes werden die Schnittabstände immer länger. Je nach Obstart und nach Absicht gibt es sehr unterschiedliche Schnittweisen, manchmal fast Philosophien. Anfänger sollten hierfür Schnittkurse der örtlichen Obst- und Gartenbauvereine oder der NABU-Gruppen besuchen. Selbst bei alten Bäumen mit einem hohen Totholzanteil, die vielleicht dreißig Jahre oder länger nicht gepflegt worden sind, wirkt ein beherzter Verjüngungsschnitt noch einmal erheblich lebensverlängernd.

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