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Wir müssen unsere Städte neu erfinden
Wir müssen unsere Städte neu erfinden
Das NABU-Projekt „StadtKlimaWandel“ setzt sich für ein besseres Klima ein
Ob Dachbegrünung oder Boden-Entsiegelung - das Kliam vor unserer Haustür kann mit vielen Maßnahmen verbessert werden.
Mit dem Projekt „StadtKlimaWandel“ zeigt der NABU, wie das Klima vor unserer Haustür zum Positiven hin verwandelt werden kann – trotz Klimawandel und unter Berücksichtigung des Ziels der Innenverdichtung. Dafür braucht das Projektteam aber Ihre Hilfe, und zwar vor allem in Form von Beispielen, Bildern und Ideen. Denn nur wer sieht, wie sich ein Dach oder eine Fassade, ein Innenhof oder ein Straßenzug durch planerische, architektonische oder gartenbauliche Maßnahmen verändern, ist motiviert, selbst Hand anzulegen. Eine Maßnahme, die gerade umgesetzt wird bzw. werden soll, ist von besonderem Wert. Interessant ist eine Fassadenbegrünung ebenso, wie eine Innenhofentsiegelung, Wärmeschutzisolierung oder ein komplett integriertes Konzept. Das Projektteam kommt mit einer kleinen Aufmerksamkeit und einem professionellen Fotografen bei Ihnen oder Ihrem Projekt vorbei.
Menschengemachte Hitze
Wussten Sie, dass heute achtzig Prozent der Deutschen in städtischen Ballungsräumen leben? Hier wird gewohnt, gearbeitet und ein großer Teil der Freizeit verbracht. Doch leider ist das Stadtklima meist ungesünder als das weniger vom Menschen beeinflusste Umlandklima. Vor allem im Sommer ist es in der Stadt deutlich heißer und trockener. Der Temperaturunterschied kann bis zu zehn Grad Celsius betragen. Die Stadtluft ist zudem stärker mit Schadstoffen und Stäuben aus Kaminen, Fabrikanlagen und dem allgegenwärtigen Verkehr belastet. Diese Besonderheiten wirken sich natürlich auf die Lebensqualität und die Gesundheit der Stadtbewohner aus. Und nicht nur die großen Metropolen müssen sich mit den Besonderheiten des Stadtklimas auseinandersetzen, auch kleinere Städte kämpfen häufig mit einem ungesunden Klima.
Auch kleinere Städte kämpfen häufig mit einem ungesunden Klima.
Bestimmte geographische Gegebenheiten, wie die Kessellage einer Stadt, beeinflussen das Klima. Aber vor allem die menschliche Bau- und Geschäftstätigkeit hat einen entscheidenden Einfluss. Verkehr und Energieverbrauch und die damit verbundenen Luftbelastungen konzentrieren sich in Städten. Böden sind weitgehend versiegelt und größere Pflanzungen sind rar. Damit fallen die beiden wichtigsten natürlichen Klimatisierungsmechanismen weitgehend aus. Die somit fehlende Verdunstung von Feuchtigkeit kann nicht mehr regulierend auf das Lokalklima wirken.
Die Luft steht
Schatten spendende Parkanlagen sind oft zu weit entfernt.
Gleichzeitig erhitzen sich im Sommer die verwendeten Baumaterialien übermäßig stark, speichern die Wärme und geben sie während der Nacht sehr langsam wieder ab. Vor allem Bebauung in Frischluftscheisen und sehr dichte Bebauung mit engen Straßenschluchten schränken den Austausch mit Frischluft aus dem Umland und der Atmosphäre ein. Abkühlungsphasen bleiben somit oft aus oder sind zu schwach ausgeprägt. Kühle Nächte, die der Mensch zur Erholung braucht, werden seltener.
Der Klimawandel verschärft die Situation nicht nur durch Hitzeperioden, sondern auch durch Extremereignisse wie sintflutartige Niederschläge und ausdauernde Trockenzeiten. Betroffen sind Bewohner und Infrastruktur der Städte gleichermaßen.
Der Teufelskreis mangelnder Lebensqualität schließt sich, wenn ein Spaziergang in der Beton-Landschaft zur Qual wird, weil Schatten spendende Parkanlagen oft zu weit entfernt sind. Dies kann nicht nur zu Unbehagen, sondern zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Problemen führen. Besonders betroffen von den städtischen Hitzeinseln und ihrer schlechten Luftqualität sind Kinder, Senioren und Kranke. Dass nur Wohlhabende Zugang zu Grünflächen und behaglich gestalteten Stadtvierteln haben, darf nicht Ergebnis einer (umwelt-)gerechten Stadtentwicklungspolitik sein.
Stadt neu erfinden
Entsiegelte, grüne Flächen bringen viele Vorteile mit sich.
Immerhin zeigen sich mancherorts Stadtplaner, Politiker und Hausbesitzer aufgeschlossen gegenüber Maßnahmen, die Stadtklima und Lebensqualität verbessern. So werden wichtige Frischluftschneisen von der Bebauung ausgenommen und auch jenseits einer Umweltverträglichkeitsprüfung auf stadtklimatische Bedingungen Acht gegeben. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen städtischem Grün und gesteigerter Lebensqualität von vielen Stadtplanern inzwischen anerkannt, und energieeffiziente Bauweise, die auch ein gutes Mittel gegen städtische Überwärmung darstellt, ist „in“.
Entsiegelungen und Begrünungen in den Städten bringen viele Vorteile mit sich: natürlicher Boden und Vegetation speichern nur wenig Wärme, Bäume spenden Schatten und tragen über die Verdunstung von Feuchtigkeit zur Abkühlung der Umgebungsluft bei. Sie filtern Stäube und binden das Treibhausgas Kohlendioxid. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist der verstärkte Wasserrückhalt nach Regenfällen und somit eine Entlastung der Kanalisation.
Entsiegelungen und Begrünungen zusammen mit architektonischen Lösungen, die an die örtlichen Licht- und Wärmeverhältnisse angepasst sind, stadtplanerische Ansätze, bei denen das Wohlbefinden von Mensch und Natur im Mittelpunkt steht sowie verkehrsplanerische Konzepte, die auf umweltfreundliche und emissionsarme Fortbewegung setzen – das sind die Stützpfeiler für die nachhaltige und lebensfreundliche Gestaltung unserer Städte von morgen.
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Ideen für ein besseres Klima
Um zu veranschaulichen, wie kleinere und größere Maßnahmen die Lebensqualität in Städten verbessern, suchen wir Ihre Praxisbeispiele! Wir freuen uns über zahlreiche Hinweise und Kontakte. Alle Einsender nehmen an einer Verlosung teil.
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Das Klima in der Stadt verbessern
Graue Fassaden und stickige Luft – so ist es eben in der Stadt, oder? Doch das Leben in der Stadt ist belastend für die Bewohner – vor allem an heißen Sommertagen. Der NABU hat sich mit seinem Projekt „StadtKlimaWandel“ für ein besseres Stadtklima eingesetzt.
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