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Arbeitsplätze im Bau

Arbeitsplätze im Bau

Bestand schlägt Neubau

Häuserfront

Die Altbausanierung, die ja einen Großteil des Bauens im Bestand ausmacht, schafft bzw. sichert deutlich mehr Arbeitsplätze als der Neubau. Jeder zur Altbausanierung eingesetzte Euro fördert den Arbeitsmarkt doppelt so stark wie das Bauen auf der sogenannten grünen Wiese. Für Neubauten ist der Arbeitsplatzeffekt im Bestand zumindest gleich groß wie im Außenbereich.

Bekannt ist, dass bei gleichen Investitionen in der freien Landschaft mehr Quadratmeter Wohnraum geschaffen werden können als im Siedlungsbestand. Das hat verschiedene Ursachen: Altgebäude müssen abgerissen, Altlasten untersucht und saniert werden, die Sanierung von Altbauten erfordert mehr kleinteilige und teure Handarbeit u.v.m. Gerade dieser letzte Punkt ist für die Beurteilung der Arbeitsplatzsituation wichtig. Doch belastbare Daten hierzu sind rar.

Gleichwohl gibt es einige Anhaltspunkte: Danach lassen sich Bauangebote auf der sogenannten grünen Wiese sehr genau kalkulieren, wohingegen eine Altbausanierung o.ä. meist mit größerer Sicherheitsspanne kalkuliert wird, um die Risiken aufzufangen. Der Konkurrenzkampf führt dann dazu, dass die Bauunternehmen im Außenbereich fast nicht mehr mit Gewinn anbieten können. Im Bestand kommt es dagegen öfter vor, dass das Angebot auskömmlich kalkuliert wurde und der Gewinn sich dadurch erhöht. Mehr Gewinn bedeutet mehr Sicherheit für die Arbeitskräfte, also sichert das Bauen im Bestand eher die Arbeitsplätze als das Bauen auf der Grünen Wiese!

Bei der Altbausanierung - darunter ist auch Dachgeschossausbau, Gebäudeaufstockung etc. zu verstehen - ist mehr Handarbeit als im Neubau (auch Neubau im Bestand) und sind damit mehr Arbeitskräfte notwendig. Das belegt ein Gutachten des Wuppertal-Instituts vom Juli 1999 im Auftrag der IG BAU und Greenpeace (genauer: ein Teil-Gutachten von Prof. Meyer, Uni Osnabrück). Danach entfallen rund zwei Drittel der Kosten bei Instandhaltung und Altbausanierung auf den Faktor Arbeit, während dies im Neubau nur rund ein Drittel ausmacht. Das heißt, von drei investierten Euro werden in der Altbausanierung zwei für die Arbeitskräfte aufgewendet und einer fürs Material! Im Neubau ist das Verhältnis gerade umgekehrt.

Daneben gibt es noch weitere Hinweise für positive wirtschaftliche Effekte: Nach Erfahrungen in den USA (Concerted Action on Brownfield and Economic Regeneration Network, CABERNET) führen eingesetzte Mittel zur Revitalisierung von Brachflächen zu zehnfach höheren Investitionen und dadurch zu mehr Einnahmen und Arbeitsplätzen in der Stadt.

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