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Ziele der Aktion "Living 2010"
Ziele der Aktion
NABU-Aktion Living 2010 für nachhaltige Siedlungspolitik
Living 2010: Flächen sparen - Natur erhalten.
Ein Konzept mit Zukunft: Intelligente Flächennutzung
Der Kaufmann grüßt seine Kunden mit Namen, die Kinder fahren mit dem Roller zur Schule und die Mütter schwingen sich aufs Rad, um in zehn Minuten im Büro anzukommen - ein Leben, das sich eigentlich ganz normal anhört und doch für die meisten Menschen zu einer Traumwelt wie aus der Rama-Werbung geworden ist. Denn die Zeiten sind vorbei, in denen man wie Heinz Rühmann in "Der Postbote" durch die Straßen schlendert, jeden kennt und Bäcker, Lieblingskneipe, Schule, Arbeitsstätte und Freunde wie selbstverständlich in nächster Nähe zur eigenen Wohnung liegen.
Seit den sechziger Jahren haben die Politiker unser Leben immer gesplittet: Hier wohnen, dort arbeiten, Bereiche für die Erholung, Zonen zum Einkaufen. Eine Siedlungspolitik, die viele Nachteile mit sich bringt: Lange Wege verbrauchen viel Zeit und Energie. Freizeiteinrichtungen und Einkaufsmärkte auf der grünen Wiese sind vielfach für Menschen ohne Auto gar nicht erreichbar. Gleichzeitig werden durch viel Verkehr die Innenstädte unattraktiv, schließen Läden in der City wegen Factory-Outlet-Centern vor den Stadttoren und liegen innerstädtische Gewerbeflächen brach. Auch den Dörfern geht es nicht besser. Nahe der Ballungszonen haben sich viele ländliche Siedlungen zu Schlafdörfern für Pendler entwickelt. Dörfer ohne einen Laden, ohne Schule und ohne Jobs.
Mehr Lebensqualität schaffen
Der NABU will mit der Aktion "Living 2010" im Rahmen der mehrjährigen NABU-Kampagne "Nachbar Natur" wieder für mehr Lebensqualität in Städten und Dörfern sorgen und die heutigen Siedlungsränder vor Überbauung schützen. Der NABU setzt auf eine intelligente Flächennutzung, durch die der Landschaftsverbrauch in Deutschland bis 2010 auf Null reduziert werden soll. Ganz bewusst wendet sich die Aktion an Kommunal-, Bundes- und Landespolitiker, die als Entscheider in der Stadt- und Raumplanung die Weichen stellen.
Der NABU setzt unter anderem auf eine konzentrierte Innenentwicklung, die Baulücken mobilisiert und durch Renovierung, Aufstockungen und Nutzungsänderungen Siedlungen sinnvoll weiter entwickelt und lebenswerter macht. Kompaktes Bauen und Nutzung von Flächenreserven geht aber nicht auf Kosten innerstädtischen Grüns oder dörflicher Naturflächen. Mit Freiflächensatzungen können Kommunen für den Erhalt wertvoller Grünbereiche sorgen.
Kürzere Wege vor Ort
Kommunalpolitikern stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung, um Flächen zu sparen. So können Baugebiete als Mischgebiete, Dorfgebiete und Besondere Wohngebiete ausgewiesen werden, in denen wieder eine Mischung von Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit erlaubt ist. Eine Voraussetzung für eine funktionierende Siedlung ist auch ein gut ausgebauter öffentlicher Personenverkehr. Durch ein dichtes Netz von Bussen und Bahnen sowie den Ausbau von Wegen für Fußgänger und Radfahrer werden viele Fahrten mit dem Auto überflüssig. Kurze Wege fördern auch die soziale Integration: Wo alles um die Ecke ist und man sich kennt, da identifiziert man sich mit seinem Dorf oder Stadtteil, da ist man zu Hause. So spart eine gute Siedlungspolitik auch Ausgaben im Sozialetat.
Im ländlichen Raum ist unter anderem die Dorfentwicklung ein gutes Instrument zur sinnvollen Siedlungsentwicklung. Mit entsprechender Förderung und großzügigeren planerischen Rahmenbedingungen können landwirtschaftliche Altgebäude für Wohnraum und Gewerbe genutzt werden. Durch Immobilienbörsen und ein aktives Zugehen auf Hausbesitzer kann der Leerstand und die Mindernutzung von Wohnraum im Ortskern beseitigt werden, so dass schließlich der Ortskern attraktiv wird und Neubaugebiete am Ortsrand in der Regel verzichtbar werden.
Bauen auf der "grünen Wiese" erschweren
Die Landespolitiker haben unter anderem die Möglichkeit, durch die übergeordnete Raumplanung das Bauen auf der "grünen Wiese" zu erschweren. Eine verantwortungsvolle Planung integriert Bau- und Supermärkte in bestehende Siedlungen. Der NABU setzt sich dafür ein, dass bei der Ausweisung von Neubaugebieten am Siedlungsrand von den Kommunen nachgewiesen werden muss, dass innerhalb der Siedlung keine Flächen zu mobilisieren waren und das Projekt auch in angrenzenden Nachbargemeinden nicht innerhalb der bestehenden Siedlungen realisierbar wäre.
Die Bundespolitiker haben die Möglichkeit, durch eine Umorientierung in der Steuer- und Förderpolitik den Flächenverbrauch auf breiter Front zu stoppen. Die Bau- und Eigentumsförderung sollte sich auf die Innenentwicklung beschränken. Interessante Anreize schaffte auch eine Umsatzsteuer auf Baugrundstücke und Neubaugebiete jenseits der heutigen Siedlungsgrenzen, die die heutige Grunderwerbsteuer ersetzen könnte. Eine sozial abgefederte und schrittweise Abschaffung der Entfernungspauschale wirkte der Entwicklung von Schlafdörfern im ländlichen Raum und unnötigen, umweltbelastenden Pendlerströmen entgegen.
Projektförderung
Die Aktion Living 2010 wird gefördert durch:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
und
Umweltbundesamt

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