NABU.de Themen Siedlungsentwicklung, Bauen 30-Hektar-Ziel
Das 30-Hektar-Ziel: Es bleibt viel zu tun
Das 30-Hektar-Ziel: Es bleibt viel zu tun
Nachhaltigkeitsziel: Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
In der Bundesrepublik werden weiterhin jeden Tag rund 100 Hektar (ha) Landschaft für Gewerbe, Wohnungsbau, Verkehr und Erholungsflächen verbraucht; und rückläufiger Bevölkerungszahlen. Das hat weitreichende Folgen: Die Ausgaben für wachsende Verkehrs- und Leitungsnetze sind für die Kommunen schwerer zu bewältigen, die Abgaben und Gebühren für die Unterhaltung verteilen sich auf weniger Einwohner. Wege zur Schule, Arbeit und Einkaufen werden länger. Gleichzeitig laufen die Ortskerne Gefahr zu veröden, immer mehr Gebäude stehen leer. Nicht zuletzt werden Natur und Landschaft unwiederbringlich zerstört.
Daher wurde im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel der nachhaltigen Flächennutzung verankert – Zielwert ist hier die Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar täglich im Jahr 2020 zu begrenzen. Überprüfbar sollen die Fortschritte an dem Indikator „Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche“ gemacht werden. Seit 2000 sind die Erfolge bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs allerdings bescheiden, der 2020-Zielwert von 30 Hektar noch in weiter Ferne.
Trotz sinkender Geburtszahlen wächst der Flächenverbrauch in Deutschland.
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat 2004 der Bundesregierung konkrete Maßnahmen empfohlen, um den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu. 2007 wurde diese Empfehlung nochmals vom RNE einer umfassenden Evaluation unterzogen.
NABU-Projekte zum Thema Flächenverbrauch
Auch der NABU hat mittlerweile Projekte im Bereich Flächeninanspruchnahme und Siedlungsentwicklung gestartet. Zum einen wird seit Oktober 2009 das REFINA-Projekt „Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ vom NABU durchgeführt. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes entwickelt der NABU gemeinsam mit acht Partnerkommunen Kommunikationsstrategien, die den Nutzen einer flächensparsamen, auf die Innenentwicklung konzentrierten Siedlungsentwicklung im Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Bürgern verankern sollen. Im Gegensatz zur bisherigen, wenig erfolgreichen Kommunikation nachhaltiger Siedlungsentwicklung sollen stärker ziel- und adressatenorientierte Methoden erprobt werden, die ansprechende und inhaltlich leicht verständliche Botschaften vermitteln. Die Partnerkommunen werden ermutigt, neue Wege zu beschreiten.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den beteiligten Ländern und Kommunen sowie dem NABU finanziert und ist Teil des Schwerpunktes „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement (REFINA)“ des BMBF.
Grundlos glücklich!
Das Projekt der NAJU soll Jugendliche dazu ermutigen, sich in die Siedlungsentwicklung einzumischen.
Auch im Jugendbildungsbereich ist das Thema angekommen. Hier hat die NAJU seit Juli 2010 ein Jugendbildungsprojekt gestartet, welches junge Erwachsene für die Problematik des Flächenverbrauchs sensibilisieren soll und gleichzeitig Bildungsmaterialien für den außerschulischen Bereich entwickelt. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsaktivitäten des NABU führt die NAJU selbstständig seit Juli 2010 ein Jugendbildungsprojekt im Bereich Nachhaltigkeit durch. Die NAJU hat sich dafür das Schwerpunktthema Flächenverbrauch ausgewählt, das auch im Rahmen des REFINA-Projektes „Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ behandelt wird.
Im NAJU Projekt werden Aktionsanregungen für Jugendliche zusammengetragen und weiterentwickelt, die sich mit dem Thema nachhaltige Entwicklung am Beispiel Flächenverbrauch beschäftigen und die Bildung von Schlüsselkompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung anstoßen. Das Projekt bringt Jugendlichen das Thema näher und regt zu praktischen Aktivitäten im non-formalen Bildungsbereich an. Mit einer Broschüre, einem Expertentreffen, einer Erprobungsphase von März bis Oktober 2011, sowie mit einem Jugendmeeting werden Aktionsideen und Informationen zielgruppengerecht aufbereitet und partizipativ weiterentwickelt. Das Projekt motiviert Jugendliche, sich auf vielfältige Weise in die Siedlungsentwicklung vor Ort einzumischen.
Weitere Informationen:
Projektseiten der NAJU zu „Grundlos Glücklich!“
Publikationen des Rates für Nachhaltige Entwicklung zum Thema Flächenverbrauch (PDF)
Alle zehn Minuten ein Fußballfeld
Gemeinsam mit acht Partnerkommunen entwickelt der NABU Kommunikationsstrategien, die den Nutzen einer flächensparsamen, auf die Innenentwicklung konzentrierten Siedlungsentwicklung im Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Bürgern verankern sollen. Es sollen stärker zielorientierte Methoden erprobt werden, die inhaltlich leicht verständliche Botschaften vermitteln.
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Siedlungsentwicklung und Bauen
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