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Europa ist Vorbild für die Welt
Schutzgebiete "Natura 2000" sind wirksames Mittel gegen Artenschwund
Europas Schutzgebietsnetz umfasst 20 Prozent der Fläche der EU-Mitgliederstaaten.
Schutzgebiete können den nationalen und weltweiten Artenverlust aufhalten. Sie sichern der Bevölkerung Gratisleistungen der Natur wie saubere Luft und ausreichend Wasser. Außerdem dienen sie dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Bürger Europas, betonten der NABU und sein Dachverband BirdLife International auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Dort wurde am Donnerstag das europaweite Schutzgebietsnetz "Natura 2000" vorgestellt. Dieses umfasst inzwischen über 26.000 Schutzgebiete auf etwa 20 Prozent der Fläche der Mitgliedstaaten der EU und gilt als wesentliches Instrument zur Umsetzung des Zieles der EU-Staaten, das Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen.
Schutzgebiete dienen dem Erhalt der biologischen Vielfalt, der Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Bürger.
NABU-Präsident Olaf Tschimpke würdigte "Natura 2000" als eine der größten Leistungen der Europäischen Union, die Vorbildcharakter für das auf der UN-Naturschutzkonferenz angestrebte weltweite Schutzgebietssystem hat. Er begrüßt daher das klare Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu "Natura 2000" bei der Eröffnung des Ministersegmentes am Mittwoch. Gleichzeitig kritisierte er, dass einige Länder wie Hessen und Nordrhein-Westfalen immer noch versuchen, "Natura 2000" als Wirtschaftsbremse zu brandmarken und die Schutzstandards zu senken. "Naturschutz muss vor der eigenen Haustür anfangen. Es ist unglaubwürdig, von den armen Ländern des Südens die Einrichtung weiterer Schutzgebiete für Tiger und Elefanten zu fordern, während man hier den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume lockern will", so Tschimpke. Deutschland trägt zum Beispiel besondere Verantwortung für die mitteleuropäischen Buchenwälder und den Rotmilan, von dem 60 Prozent des Weltbestandes in Deutschland brüten.
Deutschland trägt besondere Verantwortung für Buchenwälder und den Rotmilan.
Clairie Papazoglou, Leiterin des Brüsseler Büros von BirdLife International, verwies vor diesem Hintergrund auf die ersten Ergebnisse der Studie des Ökonomen Pavan Sukhdev zu den Folgekosten der Naturzerstörung, die heute in Bonn vorgestellt wurde. Danach beläuft sich allein der direkte wirtschaftliche Nutzen aus Schutzgebieten auf mindestens fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr. "Natura 2000-Gebiete sind keine `Käseglocke´, sondern lassen nachhaltige Nutzungen der natürlichen Ressourcen zu", so Papazoglou.
Für Rückfragen:
Claus Mayr
NABU-Direktor Europapolitik
Tel. 0172-5966098
Weitere Informationen:
Deutschland fördert globale Schutzgebiete mit mehreren Milliarden Euro
Rechts- und Monitoring-Gutachten zu Natura 2000 vom BUND und NABU
Mehr zur UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
Beitrag erstellt am 29. Mai 2008.

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