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| 29.10.2010 21:37 - Konstantin Kreiser - |
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| Nach dieser langen Zitterpartie war die Erleichterung im Saal riesig.
Die Brasilianische Delegation lag sich mit Tränen in den Augen in den
Armen, der EU Umweltkommissar fiel allen um den Hals, wir gratulierten
den deutschen Verhandlern und dankten allen für ihre harte Arbeit.
Die Japaner sind unglaublich stolz, dass es jetzt ein Nagoya Protokoll
gibt, und dass die COP-10 erfolgreich war. Zurück im Hotel wurde dann ersteinmal ein bisschen gefeiert, denn wir vom NABU und BirdLife haben unseren Teil zu diesem Erfolg beigetragen, den die Welt nach der Pleite von Kopenhagen so dringend gebraucht hat.
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| 29.10.2010 18:35 - Konstantin Kreiser - |
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| Um halb zwei Uhr in der Nacht ging es dann ganz schnell, der Vorschlag
von Bolivien wurde akzeptiert, und dann das ganze Paket mit allen drei Teilen verabschiedet.
NAGOYA IST EIN ERFOLG - es stand lange auf der Kippe. Es gibt
Stehenden Applaus.
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| 29.10.2010 18:25 - Konstantin Kreiser - |
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| Brasilien und Uruguay unterstützen jetzt Bolivien. Der japanische
Minister scheint den Ernst der Lage nicht zu begreifen,er wiederholt
immer wieder man werde die Anmerkungen im Protokoll aufnehmen und
weitermachen. ... nach einer kurzen Pause wo er intensiv von seinen
Helfern beraten wurde, geht er nun doch auf Bolivien ein und bittet
die Delegierte ihren Vorschlag zu wiederholen.
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| 29.10.2010 18:18 - Konstantin Kreiser - |
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| Jetzt soll das gesamte Paket angenommen werden. Bolivien insistiert,
dass ihre Wortmeldung vorher noch gültig war, und besteht auf einer
zusätzlichen Anmerkung im Finanzdokument - die ausschließen soll,
dass es in Zukunft marktwirtschaftliche Instrumente im Naturschutz
geben könnte. Der Vorsitzende ignoriert das. Bolivien hat schon einen
Sieg errungen dadurch dass ein ganzes Dokument zu diesen Instrumenten,
welches die EU unbedingt wollte, jetzt zurückgezogen wurde. Jetzt
aber will der Vorsitzende das ignorieren und ihre Anmerkung nur im
Protokoll vermerken. Kuba unterstützt Bolivien.
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| 29.10.2010 18:10 - Konstantin Kreiser - |
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| Die Bolivianische Delegierte will eine Änderung, aber der Vorsitzende
sagt ihre Wortmeldung sei zu spät gekommen, sie insistiert dass sei
nicht der Fall gewesen, der Vorsitzende ignoriert das, obwohl sie
gedroht hat, dann das ganze Paket abzulehnen. Das ist kein guter Stil
und könnte noch böse enden. Der Vorsitzende scheint etwas
überfordert zu sein.
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| 29.10.2010 17:57 - Konstantin Kreiser - |
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| Der Australier, der die Kleingruppe zu Finanzen geleitet hat,
erläutert die Dokumente und die noch nicht geklärten Stellen. Es
geht darum ob bei der nächsten COP echte Finanzzusagen beschlossen
werden, oder nur beschrieben werden. EU, Kenia, Brasilien und die
Schweiz sprechen sich zum Glück für die anspruchsvollere Version
aus.
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| 29.10.2010 17:40 - Konstantin Kreiser - |
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| Der Strategische Plan hat nun auch Einverständnis gefunden. Zuvor
hatte es noch ein paar kleinere Änderungen gegeben, die aber wohl
nicht entscheidend sind. Und wieder hat der Minister aus Versehen mit
dem Hammer geklopft... Jetzt geht es um die Finanzen.
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| 29.10.2010 17:37 - Konstantin Kreiser - |
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| Es gibt einen webcast, auf dem man die Versammlung verfolgen kann:
http://webcast.cop10.go.jp/player.asp?id=2921&type=live
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| 29.10.2010 17:29 - Konstantin Kreiser - |
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| Der Vorsitzende sieht keine weiteren Wortmeldungen, hebt seinen Hammer
und (in der Übersetzung heißt es) nimmt das Protokoll an. Sein
Assistent hinter ihm fällt ihm in den Arm, und der Minister
erschrickt - weil er sich erinnert, dass man ja doch die drei
Dokumente erst am Ende annehmen wolle. Die Übersetzerin entschuldigt
sich über Kopfhörer, es sei ein Übersetzungsfehler gewesen - der
Minister habe "agreed" gesagt und nicht "adopted"... große Unruhe,
Lachen, Beifall, Nervosität... der Minister vergräbt sein Gesicht in
den Händen. Aber es scheint nichts passiert zu sein, wir nehmen an,
das ABS Protokoll ist noch nicht formell angenommen... Jetzt geht es
weiter mit dem Strategischen Plan.
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| 29.10.2010 17:24 - Konstantin Kreiser - |
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| Die Ukraine spricht für die Länder Osteuropas und betont, dass das
Protokoll zu wichtig ist um es nocheinmal aufzumachen. Diese Länder
werden also auch unterstützen.
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