NABU.de Themen Moorschutz Was tut der NABU? Projekt „Moorschutz Konkret"
Gemeinsam für mehr Wasser in der Landschaft
Gemeinsam für mehr Wasser in der Landschaft
„Moorschutz konkret“ fördert den Dialog zwischen Naturschutz und Landnutzern
Für unsere heimische Artenvielfalt sind Feuchtgebiete von besonderer Bedeutung. Besonders die von Entwässerung und Abtorfung verschonten Moore bilden in ihren Restbeständen letzte Rückzugsräume für die auf diese Lebensräume angewiesenen Arten, wie Sonnentau, Hochmoorbläuling oder Kranich.
Moorrenaturierung bedeutet Veränderung in der vertrauten Landschaft, daher muss die Öffentlichkeit von vornherein mit eingebunden werden.
Die aktuelle Situation in Deutschland aber zeigt, dass selbst die unter Schutz gestellten Flächen nicht als gesichert gelten können. Großräumige Eingriffe in den Landschaftswasserhaushalt und der Eintrag von Nährstoffen wirken direkt auf die Entwicklung dieser sensiblen Naturräume. Ein weiteres Problem stellt die zunehmende Verinselung der Schutzgebiete dar. In dem Erhalt und der Verbesserung des Zustandes der letzten naturnahen und natürlichen Moore liegt in der Zukunft eine der zentralen Arbeitsschwerpunkte.
Ein „Mehr“ an Moorschutz in der Kulturlandschaft
Auch extensiv genutzte Feuchtwiesen können dem Wasserhaushalt helfen.
Darüber hinaus stellen die großflächig genutzten Niedermoore in Norddeutschland eine weitere große Herausforderung dar. Das erste Ziel aus naturschutzfachlicher Sicht ist die Initiierung einer eigendynamischen Naturentwicklung. Jedoch können in absehbarer Zeit nicht alle 1,5 Millionen Hektar ehemaliger Moorlandschaften komplett aus der Nutzung genommen werden. Für diese Standorte müssen angepasste Konzepte entwickelt werden, um ein „Mehr“ an Moorschutz auch hier zu erreichen. Denn Moore haben auch eine hohe Klimarelevanz. Über 30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft kommen aus genutzten Mooren. Dies zeigt, welche Reduktionspotentiale in diesem Bereich bestehen. Die Umstellung der Bewirtschaftung auf Niedermoorböden, z.B. von Ackerbau auf ein extensiv genutztes Feuchtgrünland, kann die Mineralisierung des Torfs und damit die Emissionen deutlich verringern sowie die Artenvielfalt in der Landschaft erhöhen.
Bäume im Moor sind ein Zeichen für zu wenig Wasser. Mit Schafen kann man den Aufwuchs zurückdrängen.
Das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Projekt soll daher den Dialog zwischen amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz sowie Landnutzern fördern. Im Rahmen von Workshops sollen anhand von schon realisierten und geplanten Projekten ein Erfahrungsaustausch ermöglicht werden. Zentrale Themen: Welche Probleme führen dazu, dass viele Projekte nicht umgesetzt werden können? Welche Finanzierungsinstrumente sind vorhanden und/oder sollten geschaffen werden? Welche Aufgaben und Funktionen kann der ehrenamtliche Naturschutz in einem solchen Prozess übernehmen und welcher Beitrag muss seitens der Behörden geleistet werden?
Mehr zum Projekt
Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

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