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Moore und Klimawandel
Moore und Klimawandel
Moore sind unverzichtbare Kohlenstofflager und -speicher
Moore speichern doppelt soviel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt.
Der eintretende Klimawandel und seine verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt werden überall diskutiert. Politik, Wirtschaft und Verbände entwickeln verschiedene Szenarien zur Abmilderung der globalen Erwärmung. Im Zuge dieser Diskussion müssen Moore als Kohlenstofflager und -speicher stärker brücksichtigt werden. Zwar werden weltweit pro Jahr in lebenden Mooren „nur“ ein Prozent des bei der Verbrennung fossiler Energieträger emittierten Kohlenstoffdioxid in organischen Verbindungen gebunden, doch wurde langfristig soviel Kohlenstoff in den Mooren festgelegt, dass sie in den vergangenen 11.000 Jahren eine klimakühlende Wirkung hatten. Moore speichern doppelt soviel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt. In Deutschland enthält eine 15 Zentimeter mächtige Torfschicht auf gleicher Fläche in etwa gleich viel Kohlenstoff wie ein 100-jähriger Wald. Das bedeutet, geht in einem Moor die Torfmächtigkeit um einen Meter zurück, müsste zum Ausgleich das Sechsfache an Fläche aufgeforstet und 100 Jahre ungestört wachsen.
Aus Niedermooren entweichen besonders viele klimaschädliche Gase.
Bei der Entwässerung von Mooren und deren späteren Nutzung kommt es zu einer Durchlüftung des Torfkörpers. Dabei oxidiert nicht nur der vorher festgelegte Kohlenstoff und entweicht als klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre, auch entsteht insbesondere in den nährstoffreicheren Niedermooren Distickstoffmonoxid (Lachgas). Sein Global Warming Potential (GWP) beträgt das 298-fache von CO2.
Bei der Zerstörung der Moore werden dementsprechend in kürzester Zeit klimawirksame Gase emittiert, die vorher in 11.000 Jahren festgelegt wurden. Den größten Anteil an den Emissionen aus Mooren trägt mit 84 Prozent die Land- und Forstwirtschaft. Aus extensiv genutzten Mooren stammen neun Prozent und aus der industriellen Abtorfung sieben Prozent der Emissionen.
Entwässerte Moore können durch die Emission von Kohlendioxid und anderen klimawirksamen Gasen den Treibhauseffekt verschärfen. Im Gegenzug sind aber auch sie direkt vom Klimawandel bedroht. Wasserabhängige Ökosysteme reagieren besonders empfindlich auf wärmere und trockenere Jahre. Besonders betroffen sind die vom Niederschlag abhängigen Hochmoore (Regenmoore). Geringere Niederschläge und damit einhergehend sinkende Wasserstände können dazu führen, dass ehemals gehölzfreie Hochmoorkerne sich zu waldfähigen Standorten entwickeln. So konnte in Bayern in den vergangenen 30 Jahren beobachtet werden, wie die Fichte zu Lasten von charakteristischen Moorpflanzen, wie torfbildende Moosarten, in vorher für sie ungünstige Lagen vordringen konnte.
Eine weitere Belastung erfährt der Moorwasserhaushalt durch die durch wärmere Temperaturen verlängerte Vegetationsphase, die einen höheren Wasserbedarf der Pflanzen nach sich zieht. Die Mineralisierung der Moorböden verursacht auch eine Veränderung der typischen Habitate in den Moorrandwäldern. All diese Faktoren führen zu einer Veränderung von moortypischen Biozönosen, die durch die FFH-Richtlinie als schützenswert eingestuft wurden.
Weitere Informationen
Moore in Deutschland
Die heimischen Moorlandschaften bedeckten ursprünglich mit 1,5 Millionen Hektar eine Fläche von 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Heute sind sie zu 95 Prozent entwässert, abgetorft, bebaut oder landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt. Diese Moore gelten als „tot“.
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