NABU.de Themen Moorschutz

Ökologie und Biodiversität

Ökologie und Biodiversität

Moore säubern unser Wasser und sind Lebensraum für seltene Arten

Glockenheide

Glockenheide

Für den Wasserhaushalt in der Landschaft sind Moore von unschätzbarem Wert. Besonders für die in Deutschland von Trockenheit oder Überschwemmungen bedrohten Gebiete kommt den Mooren eine herausragende Bedeutung zu. Bei Starkregenereignissen können Moore sich wie ein Schwamm vollsaugen und somit die Abflussgeschwindigkeiten verringern. In entwässerten Mooren ist dies nicht möglich. Die angelegten Drainagegräben und die durch die Nutzung verdichteten und verfestigten Böden verhindern eine erhöhte Wasseraufnahmefähigkeit.

Dies hat insbesondere in von Hochwassern bedrohten Landschaften verheerende Folgen. Die aus den entwässerten Mooren schnell abfließenden Wasser können so zur Verstärkung der Gefahrensituation beitragen. Schon durchschnittliche Niederschlagsmengen können zu kurzfristig auftretenden kritischen Pegelständen führen. Ein weiterer positiver Aspekt der Speicherfähigkeit von Mooren ist der Erosionsschutz. Durch das flächige und langsame Abfließen auf vermoorten Flächen wird wenig Material abgetragen. Erst das Anlegen von Entwässerungsgräben bietet dem Wasser genug Angriffsfläche für einen verstärkten Bodenabtrag.

Rundblättriger Sonnentau

Der Rundblättrige Sonnentau ist eine typische Moorpflanze.


Eine weitere Gratisleistung der Natur die den Menschen durch naturnahe Moore zur Verfügung steht, ist die Wasserfilterfunktion. Im Wasser gelöste Stoffe werden von den Pflanzen gebunden, Schwebstoffe setzen sich ab und das so gefilterte Wasser dient der Grundwasserneubildung oder kann über größere Gewässer abfließen.

Paradies für seltene Arten
Die verschiedenen Moortypen stellen mit ihren extremen Lebensbedingungen hohe Ansprüche an die Anpassungsfähigkeit ihrer Bewohner. In den vergangenen Jahrtausenden hat sich daher eine einzigartige Biozönose in und auf den Mooren entwickelt. Charakteristische Pflanzen der Hochmoore, wie der Sonnentau oder das Scheidige Wollgras, sind wahre Hungerkünstler. Diese Spezialisten haben sich perfekt an das nährstoffarme und saure Milieu ihrer Umwelt angepasst. Sie reagieren daher äußerst empfindlich auf eine Veränderung der äußeren Bedingungen. So führen die Düngung auf angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen und der nachträgliche Transport der Nährstoffe zu erheblichen Beeinträchtigungen dieses sensiblen Ökosystems.

Trauerseeschwalbe

Fast jede zweite Trauerseeschwalbe in Mecklenburg-Vorpommern lebt im Niedermoor.

Eine weitere wichtige Funktion nehmen die ausgedehnten Hochmoorflächen für viele Vögel als Rast- und Brutstätte ein. Kraniche finden hier genug Nahrung bevor sie in ihre Winter- und Sommerquartiere weiterziehen. Bodenbrüter wie der Goldregenpfeifer finden hier letzte ungestörte Nistmöglichkeiten in der sonst intensiv genutzten Landschaft.

Gerade für viele zeitweise oder ganzjährig ans Wasser gebundene Arten bieten Niedermoore einen bedeutenden Lebensraum. Viele seltene Amphibien- und Vogelarten sind auf sie angewiesen. In Mecklenburg-Vorpommern brüteten 2004 ohne begleitende Hilfsmaßnahmen 43 Prozent der heimischen Population der Trauerseeschwalbe auf vorher wiedervernässten Niedermoorstandorten.

Weitere Informationen

Über die Entstehung und Zerstörung der heimischen MoorlandschaftenMoore in Deutschland

Die heimischen Moorlandschaften bedeckten ursprünglich mit 1,5 Millionen Hektar eine Fläche von 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Heute sind sie zu 95 Prozent entwässert, abgetorft, bebaut oder landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt. Diese Moore gelten als „tot“. mehr Mehr

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Umweltpolitik-Newsletter

130206-nabu-reichstag-170x116

Seien Sie rundum informiert mit unserem Umweltpolitik-Newsletter. Mehr

 

Ansprechpartner

Felix Grützmacher

Felix Grützmacher
NABU-Experte für Moorschutz
Tel. 030-284 984-1622 Felix.Gruetzmacher@NABU.de

 

Kooperationspartner

Unternehmenskooperationen

Unternehmenskooperationen für den Naturschutz Mehr