NABU.de Themen Meeresschutz Offshore-Windparks

Unterwasserlärm gefährdet Wale

Baupraxis gefährdet Schweinswale

Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen müssen Grenzwerte endlich einhalten

Offshore-Windpark Dänemark


02. Dezember 2010 - Nach Einschätzung des NABU gefährdet die aktuelle Baupraxis bei Windkraftanlagen auf hoher See lärmsensible Meeressäuger wie den an deutschen Küsten heimischen Schweinswal.

„Wir unterstützen den naturverträglichen Ausbau der Windkraft auf See, aber nicht auf Kosten der Meeresumwelt. So wie einige Unternehmen derzeit bauen, droht die Offshore-Windenergie den Ruf als grüne Energie zu verlieren“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Bei der Verankerung der Windräder auf See werden die Stützpfeiler in der Regel mit einem riesigen Hammer und Tausenden von Schlägen in den Meeresboden getrieben. Der dabei entstehende Unterwasserlärm kann das empfindliche Gehör von Walen verletzen.

Schweinswale

Der NABU fordert die Betreiber von Windparks auf, den vom Umweltbundesamt vorgegebenen Grenzwert von 160 Dezibel zum Schutz der Meeressäuger endlich konsequent einzuhalten. Dafür müssen verfügbare Schallschutztechnologien verbindlich eingesetzt werden. In der Vergangenheit hätten es Unternehmen und Politik versäumt, rechtzeitig in deren technische Weiterentwicklung zu investieren. „Solange es nicht gelingt, den Unterwasserschall auf maximal 160 Dezibel zu dämpfen, müssen die Bauarbeiten eben in den Sommermonaten ruhen“, so Miller. In den Monaten von Mai bis August ziehen Schweinswale ihre Kälber auf und sind daher besonders gefährdet. Auch bestehende Baugenehmigungen müssten nach aktuellem Wissensstand kritisch überprüft und angepasst werden.

Besonders kritisierte der NABU die Arbeiten beim ersten kommerziellen Windpark in der Nordsee, BARD Offshore 1. Der Park wird von der BARD-Gruppe gebaut und im Wesentlichen vom Stadtwerke-Verbund SüdWestStrom finanziert. „Bei BARD wird einfach drauf los gebaut, ohne sich ernsthaft um Schallschutz zu kümmern. So gefährdet man auch die Unterstützung der Umwelt- und Naturschutzverbände für eine eigentlich grüne Energie“, so Miller. Bei der Gründung der ersten BARD-Windräder ohne effektiven Schallschutz wurde durch unabhängige Messungen bestätigt, wovor der NABU gewarnt hatte: der entstehende Unterwasserlärm überschritt die Grenzwerte bei weitem. Der NABU erwarte deshalb ein Aussetzen der Genehmigung für den weiteren Ausbau, bis ein effektives Schutzkonzept vorliege.

Für Rückfragen
Elmar Große Ruse
NABU-Energieexperte
Tel. mobil 0173-3522872

Dr. Kim Detloff
NABU-Meeresschutzexperte
Tel. 030-284984-1626, mobil 0152-09202205

Mehr zum Thema

Rücksicht auf Meerestiere beim Bau von Windkraftalagen Lärmstress für Schweinswale in der Ostsee

Am 16. Mai ist „Tag des Ostseeschweinswals“. Zur Zeit hat die isolierte Schweinswal-Population der zentralen Ostsee besonders unter den Baumaßnahmen des Windparkprojektes „Baltic 1“ an der deutschen Ostseeküste zu leiden. mehr Mehr

Treibnetzfischerei und Kiesabbau stoppenMehr Schutz für Wale in Nord- und Ostsee

Der NABU fordert die Einrichtung von Meeresschutzgebieten und den Stopp des Raubbaus durch Fischerei und Rohstoffgewinnung. Die Industrie versucht nämlich aus geplanten Schutzgebieten Nutzgebiete für Erdöl, Erdgas und Kiesabbau zu machen. mehr Mehr

Bau von Windkraftanlagen verursacht Hörschäden bei Walen Lärm bedroht die Meere

Das Aufstellen von Windkraftanlagen im Meer verursacht einen für die Meeresbewohner infernalischen Lärm. Um vor allem Wale und Delfine vor Hörschäden zu schützen, muss eine schonendere Methode gefunden werden. Schließlich sind viele weitere Windparks in Planung. mehr Mehr

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Ansprechpartner

Kim Detloff

Kim Detloff
Kim.Detloff@NABU.de
Tel. 030.28 49 84 -16 26

 

Ökostrom

Atomausstieg selber machen

Jetzt Stromanbieter wechseln und Atom- und Klimarisiken abschalten! Mehr

 

Jetzt bestellen

Broschüre zu Schweinswal, Seehund und Kegelrobbe

Broschüre zu Schweinswal, Seehund und Kegelrobbe Mehr

 

Umweltpolitik-Newsletter

130206-nabu-reichstag-170x116

Seien Sie rundum informiert mit unserem Umweltpolitik-Newsletter. Mehr