NABU.de Themen Meeresschutz Wattenmeer NABU-Position zum Kitesurfen
Trendsportart Kitesurfen
Trendsportart Kitesurfen
NABU-Position zum Kitesurfen im Wattenmeer
Das große Segel löst bei vielen Vögeln eine Fluchtreaktion aus. Daher ist Kitesurfen in Schutzgebieten bedenklich.
Kitesurfen ist eine Trendsportart, die erst Ende der 1990er Jahre entwickelt wurde und seitdem auch im Wattenmeer populär geworden ist. Der Begriff Kitesurfen bezieht sich darauf, dass der auf einem Brett stehende Sportler durch ein spezielles Segel (kite) über das Wasser gezogen wird. Das Segel steht bis zu 30 Meter hoch am Himmel. Typisch für das Kitesurfen ist, dass häufig hohe Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometer erreicht werden. Schwerpunkte des Kitesurfens im Wattenmeer sind die ost- und nordfriesischen Inseln, aber auch Gebiete an der Festlandsküste. Mittlerweile haben sich an vielen Stellen Kiteschulen gebildet und es finden regelmäßig internationale Wettbewerbe statt. Dennoch üben die meisten Kitesurfer ihren Sport eher individuell und „unorganisiert“ aus.
Konflikte zwischen Naturschutz und Kitesurfen
Kitesurfen ist am Wattenmeer sehr populär geworden.
Entlang der Küstenlinie sind in den letzten zwei Jahren die Konflikte zwischen Naturschutz und Kitesurfen eskaliert. Konflikte zwischen Naturschutz und Kitesurfen sind vor allem auf die Scheuchwirkung zurückzuführen, welche von Kitesurfern auf Vögel und auch Seehunde ausgeht. Hierbei kommt dem Segel eine besondere Bedeutung zu, da dieses weit sichtbar ist, gleichzeitig dicht über dem Boden stehen kann und von Vögeln offenbar für einen Greifvogel gehalten wird. In Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit der Kitesurfer löst der Anblick instinktiv eine Fluchtreaktion aus, auch wenn von dem Sportgerät kaum eine direkte Gefahr (z.B. Kollision) für die Vögel ausgeht.
Miteinander von Naturschutz, Sport und Tourismus
Die Natur darf durch Freizeitaktivitäten wie Kitesurfen nicht beeinträchtigt werden.
Der NABU steht grundsätzlich für ein Miteinander von Sport, Tourismus und Naturschutz. Maßstab ist allerdings, dass die Natur – vor allem in Schutzgebieten – nicht erheblich beeinträchtigt wird. Im Wattenmeer müssen hierbei jedoch der hohe Schutzstatus und die herausragende ökologische Bedeutung des Gebietes in besonderer Weise berücksichtigt werden. Nationalparke stellen die höchste Schutzkategorie im deutschen Naturschutzrecht dar. Sie sollen Raum für eine von menschlichen Nutzungen weitestgehend unbeeinflusste Entfaltung der Natur geben. Gleichzeitig ist in Nationalparken der Umweltbildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung eine hohe Bedeutung beizumessen, soweit dieses mit dem Schutzzweck der Nationalparke vereinbar ist.
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NABU-Positionspapier „Kitesurfen im Wattenmeer“
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Drachen am Himmel
Ungenutzte Strandabschnitte gibt es an der Ost- und Nordseeküste praktisch keine mehr. Der vor allem durch den Tourismus zunehmende Druck sorgt selbst in den Schutzgebieten für Konflikte. Jüngstes Beispiel ist die Trendsportart Kite-Surfen, wie sich am Sehlendorfer Binnensee zeigt.
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