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Kommerzieller Walfang bleibt verboten
Kommerzieller Walfang bleibt verboten
IWC-Tagung in Agadir hält an Moratorium fest
Der Walfang wird nicht kommerzialisiert.
24. Juni 2010 -
Erfreuliche Nachrichten von der Sitzung der Internationalen Walfangkommission aus Agadir: Der Versuch, das Walfang-Moratorium aufzuweichen, ist insbesondere dank der Einigkeit der EU und der Haltung von Deutschland, Frankreich und England abgewehrt worden. Herzlichen Dank an Ministerin Aigner, die sich für den Walschutz und auch international sehr stark gemacht hat!
Das Walfangverbot bleibt damit bestehen. Der Kompromissvorschlag, der kommerzielle Fangquoten für Japan, Island und Norwegen vorsah, ist erst einmal vom Tisch. Das ist ein Riesenerfolg. Hätte doch dieser Kompromiss just die Staaten belohnt, die sich auch in der Vergangenheit nicht an das Moratorium gehalten haben, sondern unter dem Deckmantel des „Wissenschaftlichen Walfangs“ immer Wale gefangen haben.
Ein großer Wermutstropfen aber bleibt: Der Fang von Walen zu wissenschaftlichen Zwecken ist weiterhin erlaubt. Für die nächste Konferenz der Internationalen Walfangkommission muss ein Vorschlag unterbreitet werden, auch von diesem Fang Abstand zu nehmen. Doch, so NABU-Artenschutzexpertin Heike Finke, „die Vergabe von Quoten, die den Fang von bis zu 1400 Walen pro Jahr erlaubt hätten, und das Legalisieren des kommerziellen Walfangs wären der falsche Weg gewesen.“
Die Zukunft der Wale wird weiter verhandelt
Etappensieg der NABU-Protestaktion gegen Walfang
Die sanften Riesen der Meere sind noch immer in Gefahr.
21. Juni 2010 -
7.500 Menschen beteiligten sich an der NABU-Protestaktion gegen den Walfang. Und noch ist nichts entschieden. Erst heute beginnt in der marokkanischen Hafenstadt Agadir die Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission. Die 88 Mitgliedsstaaten verhandeln bis zum 25. Juni über den umstrittenen Kompromissvorschlag, der über die Zukunft des Gremiums und damit der Wale entscheiden wird. Legitimiert die IWC für eine Übergangszeit die kommerzielle Waljagd oder hat das Walfangmoratorium von 1986 Bestand.
Doch einen Erfolg kann unsere Aktion schon verbuchen: Lange Zeit schien es, als würde das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dem faulen Kompromissvorschlag des IWC-Präsidenten Christian Maquiera folgen, der den Walfangnationen Japan, Island und Norwegen die Möglichkeit geben würde, Jahr für Jahr bis zu 1.400 Wale zu wirtschaftlichen Zwecken zu töten. Die massive Kritik zahlreicher Natur- und Umweltverbände, nicht zuletzt auch durch die Protestaktion vom NABU, sowie ein daraufhin formulierter fraktionsübergreifender Beschluss des Deutschen Bundestages, führten dazu, dass Deutschland dem vorgelegten Kompromiss nicht zustimmen und sich auch zukünftig für einen konsequenten Walschutz einsetzen will.
In arktischen Schutzgebieten sollte der Walfang verboten sein.
„Ein mögliches Ende des Walfangmoratoriums wäre eine weitere bittere Niederlage für den Artenschutz und ein fatales Signal im Internationalen UN-Jahr der Artenvielfalt“, sagte NABU Präsident Olaf Tschimpke. Nun gelte es für alle Walfanggegner in Agadir, für die Wale zu streiten und sich gegen die zu erwartenden politischen Attacken der Walfangnationen zu wehren.
Der bisherige Kompromiss sah vor, das bestehende kommerzielle Walfangverbot für zehn Jahre auszusetzen, um die verhärteten Fronten zwischen Walfanggegnern und Walfangbefürworten aufzubrechen und die IWC wieder beschlussfähig zu machen. Die nun formulierten und von Deutschland unterstützten Änderungen beinhalten ein Verbot der Jagd im antarktischen Schutzgebiet, ein Festhalten am Verbot des internationalen Handels mit Walprodukten sowie ein konkretes Enddatum aller kommerziellen oder wissenschaftlichen Walfangaktivitäten.
Mit Beginn der Verhandlungen in Agadir endet unsere Protestmail-Aktion. Wir danken allen, die teilgenommen haben herzlich fürs Mitmachen und hoffen sehr, dass in Marrokko zu Gunsten der Wale entschieden wird.
Für Rückfragen:
Heike Finke
NABU-Expertin für Internationalen Artenschutz
mobil 0179-1102513
Appell an Angela Merkel
Offener Brief gegen Legalisierung des Walfangs
14. Mai 2010 -
In einem offenen Brief haben 25 Umweltverbände, darunter der NABU, an Bundeskanzlerin Merkel und die Fraktionen der Koalition appelliert, den für die Wale gefährlichen Kompromiss in der IWC abzulehnen. Dahinter steht ein vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unterstützter Kompromissvorschlag für die nächste Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni in Marokko. Demnach sollen trotz des seit 1986 geltenden Walfangmoratoriums für zehn Jahre befristet kommerzielle Fangquoten vergeben werden. Fast 1400 Wale müssten dabei jedes Jahr ihr Leben lassen.
Die Umweltverbände kritisieren scharf, dass selbst im antarktischen Schutzgebiet Wale getötet werden dürften und befürchten Auswirkungen auf den internationalen Handel mit Walfleisch, welcher derzeit noch durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) verboten ist. Doch es gilt das Primat der IWC. Legale Fangquoten könnten den Handel wieder partiell freigeben und den Markt beleben.
Die große Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands lehnt den Walfang ab und ist für die Beibehaltung des kommerziellen Walfangverbots. Die Oppositionsparteien des Deutschen Bundestages fordern nun einen neuen Bundestagsbeschluss, der eine Absage der Bundesregierung an den vorliegenden Walfangkompromiss festlegen würde.
Unterstützen Sie den NABU in seinem Kampf für die Wale und beteiligen Sie sich auch an unserer Protestaktion:
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Offener Brief an Angela Merkel und die Regierungsparteien
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1392 Wale werden zum Töten freigegeben
Protest gegen Legalisierung des Walfangs
Fordern Sie von Bundesministerin Ilse Aigner ein entschiedenes Eintreten Deutschlands für den Schutz der Wale!
27. April 2010 -
Die Internationale Walfangkommission entscheidet auf der 62. Jahrestagung vom 21.-25. Juni in Agadir (Marokko) über die Zukunft des Walfangs. Als Ergänzung zu ihrem ersten Vorschlag, der den kommerziellen Walfang für die nächsten zehn Jahre legalisieren würde, nannte die Kommission nun die genauen Fangquoten. Japan wäre demnach der Fang von insgesamt 632 Walen pro Jahr erlaubt, darunter Zwerg-, Bryde-, Sei- und Finnwale. Zwar soll die Quote für die antarktischen Gewässer nach fünf Jahren reduziert werden, ein wesentlicher Rückgang der getöteten Wale ist jedoch nicht zu erwarten. Auch Island und Norwegen erhalten Quoten für Zwerg- und Finnwale, die Quote Norwegens soll dabei sogar noch um ca. 120 Tiere auf insgesamt 600 Zwergwale pro Jahr erhöht werden. Insgesamt sind damit 1392 Wale zum Töten freigegeben.
Aber auch das reicht Japan nicht. Am Montag ließ Japan’s Fischereiminister Akamatsu verkünden, Japan werde weiter für noch höhere Fangquoten in der Antarktis streiten. Mit dem angestrebten Kompromiss läuft die internationale Kommission Gefahr, den Markt für Walprodukte wieder zu stimulieren, ohne ein klares Ende der kommerziellen Jagd zu vereinbaren. Und Japan macht dabei keinen Hehl daraus, die IWC um weitere Zugeständnisse erpressen zu wollen.
Protest gegen Legalisierung des Walfangs
Japan schlägt Walfanggegner / Kommerzielle Jagd soll wieder erlaubt werden
22. April 2010 - Oberflächlich betrachtet klingt der neue Vorschlag der Internationalen Walfangkommission nach einem guten Kompromiss. Er sieht vor, dass für zunächst vier japanische Küstengemeinden der kommerzielle Fang von Zwergwalen erlaubt wird. Im Gegenzug soll Japan seinen „wissenschaftlichen Walfang“ im Antarktis-Schutzgebiet reduzieren. Auch Norwegen und Island sollen mit Zustimmung der Kommission legale Fangquoten erhalten. Zudem kann das seit Jahren geplante Schutzgebiet im Südatlantik eingerichtet werden.
Doch bei genauerem Hinsehen, steckt hinter dem Vorschlag nichts Geringeres als die legitimierte Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs durch die IWC und eine Aufhebung des Walfangmoratoriums von 1986. Mit der neuen Kategorie „Küstenwalfang“ wäre ein Präzedenzfall geschaffen, der es anderen Nationen ermöglichen würde, eigene Quoten zu beanspruchen. Südkorea hat dies bereits informell verlauten lassen, gleiches ist von den ehemaligen Walfangnationen Indonesien, Russland und China zu erwarten. Der Kompromiss sieht zudem bislang keine Sanktionsmöglichkeiten für die IWC vor, d.h. die Walfangländer könnten weiterhin über ihr „Recht auf Einspruch“ oder den „wissenschaftlichen Walfang“ Wale jagen. Zudem gibt es keinerlei Vereinbarung auf ein zukünftiges Ende der Waljagd.
Kommerzieller Walfang wird wieder legalisiert
Mit diesem Geschoss werden die Wale qualvoll getötet.
Der Kompromissvorschlag stellt eine gefährliche Niederlage des Artenschutzes dar. Anstatt sich weiter für ein generelles Verbot des Walfangs stark zu machen, knicken Europa und andere Walfanggegner ein, um die IWC wieder beschlussfähig zu machen. Damit wird Japans Jahrzehnte lange Missachtung des Walfangmoratoriums sowie die Praxis des Stimmenkaufs in der IWC auch noch belohnt. In Japan wird deshalb bereits über ein neues Fabrikschiff diskutiert, obwohl auch hier das Interesse an Walfleisch kontinuierlich zurückgeht.
Zahlreiche Umweltverbände machen Front gegen den geplanten Kompromiss. Im Vorfeld, des europäischen Koordinierungstreffens am 25. Mai in Brüssel, wo die europäische Haltung zur „Reform“ der IWC abgestimmt werden soll, macht auch der NABU mobil, um für ein Festhalten am Walfangmoratorium und einen besseren Schutz der Wale zu kämpfen.
Helfen Sie mit!
Der neue Kompromiss ist ein Verrat an den Walen.
Die Wale sind in großer Gefahr - Helfen auch Sie! Senden Sie eine Protest-Email an die verantwortliche Bundesministerin Ilse Aigner. Fordern Sie ein entschiedenes Eintreten Deutschlands für den Schutz der Wale und eine Distanzierung von dem „faulen Kompromiss“ in der IWC. 2007 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, „sich für die Beibehaltung des Moratoriums für den kommerziellen Walfang und die Ablehnung jeglicher Vorschläge, die zur Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs führen, einzutreten“. Die jetzige Initiative ist ein klarer Verstoß gegen Deutschlands Selbstverpflichtung und ein unverantwortlicher Verrat an den Walen. Deutschland darf nicht zulassen, dass der unnötige und grausame Walfang auf diese Weise legalisiert wird.
Hintergrund
Der Kampf um den Schutz der Wale
Jahrhundertelang wurden Wale massiv bejagt. Seit 1986 stehen sie unter strengem Schutz. Doch noch immer haben sich die Bestände nicht erholt. Nun soll die Jagd auf die sanften Riesen wieder legalisiert werden! Unterstützen Sie den NABU im Kampf um den Schutz der Wale.
Mehr
Die Petition ist eine gemeinsame Aktion von:


Ansprechpartner
Kim Detloff
Kim.Detloff@NABU.de
Tel. 030.28 49 84 -16 26
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