NABU.de Themen Meeresschutz Plastikmüll im Meer Projekt „Meere ohne Plastik“ Sammel- & Reinigungsaktionen
Der NABU räumt auf
Großreinemachen an der Küste
So organisieren Sie eine Müllsammelaktion am Meer
Jedes Jahr am dritten Samstag im September ruft die US Umweltorganisation Ocean Conservancy zum weltgrößten Reinigungstag. Beim letztjährigen International Coastal Cleanup Day sammelten fast 500.000 Menschen in über 100 Ländern mehr als 3.300 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer und aus Flüssen. Auch der NABU beteiligte sich zum Start seines Projekts „Meere ohne Plastik “ auf der Ostseeinsel Fehmarn an der Initiative.
Koordinierte Sammelaktionen helfen, Küsten und Ufer von gefährlichen Abfällen zu befreien und liefern wichtige Informationen über das Ausmaß des Müllproblems in den Meeren sowie über die Zusammensetzung und die Herkunft der Abfälle.
Wichtige Hinweise für Ihre Planung:
- Gebietsauswahl - Informieren Sie sich vor jeder Aktion möglichst genau über das Gebiet. Besonders wichtig sind Informationen über Schutzstatus, Bebauung, Zuflüsse und Einleitungen von Landesseite sowie geografische Besonderheiten und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
- Genehmigung - Holen Sie bei der zuständigen Gemeinde, dem Hafenamt oder dem Wasser- und Schifffahrtsamt eine entsprechende Genehmigung für Ihre Aktion ein. In Schutzgebieten muss auch die verantwortliche Umweltbehörde informiert werden.
- Ausrüstung und Logistik - Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit Ihrer Gemeindeverwaltung und dem zuständigen Abfallentsorger auf und stellen Sie sicher, dass der gesammelte Müll abtransportiert und umweltgerecht entsorgt wird. Achten Sie darauf, dass ausreichend Sammelsäcke und -behälter, Handschuhe und Greifwerkzeuge zur Verfügung stehen. Für ein qualitatives und quantitatives Müll-Monitoring, bei dem die Müllmenge genau erfasst wird, benötigen Sie zusätzlich Waagen, Taschenrechner, Maßbänder, vorbereitete Listen zum Erfassen der Abfälle und einen Fotoapparat.
- Müllerfassung - Als Standard für Müllerfassungen empfiehlt der NABU die Richtlinien des Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR). Der Meldebogen kann von dieser Seite heruntergeladen werden.
- NABU-Informationen – Informieren Sie den NABU-Bundesverband über ihre geplanten Sammelaktionen. Das NABU-Infoblatt „Strandreinigung und Spülsaum-Monitoring“ gibt dabei nützliche Tipps und Anleitungen zur Müllerfassung.
Spülsaum-Monitoring
Ein Spülsaum-Monitoring ist erheblich arbeitsaufwändiger als einmalige und unregelmäßige Reinigungsaktionen. Es müssen repräsentative Gebiete ausgewählt und die Müllerfassung mit den verantwortlichen Behörden abgestimmt werden. Beim Sammeln und Erfassen der Abfälle müssen strenge Standards eingehalten werden. Nur so lassen sich verlässliche Daten erheben, die zu politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Veränderungen führen können. Als Standard für Müllerfassungen empfiehlt der NABU die Richtlinien des Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR). Dabei werden Abschnitte von 100 Meter Küstenlänge viermal im Jahr untersucht.
An der Nordseeküste ist das Landesamt für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer für das OSPAR-Monitoring verantwortlich. An der Ostsee fehlen bisher entsprechende Strukturen. Die zuständige Helsinki-Kommission (HELCOM) hat jedoch bereits Richtlinien für Müll-Monitoring entwickelt.
Wenn Sie beziehungsweise Ihre Gruppe oder Institution an einer Unterstützung des wissenschaftlichen Spülsaum-Monitorings an der Nord- oder Ostseeküste interessiert sind, wenden sich bitte an den NABU-Bundesverband. Wir geben gern weitere Informationen oder stellen den Kontakt zu den verantwortlichen Umweltbehörden her.
Download NABU-Info Strandreinigung und Spülsaum-Monitoring (PDF)
Download OSPAR-Meldebogen (PDF)
Download OSPAR-Fotoführer Strandmüll (PDF)
Plastik in Nord- und Ostsee
Auch unsere heimischen Meere bleiben vom Plastikmüll nicht verschont. 20.000 Tonnen Plastik gelangen Jahr für Jahr in die Nordsee. Seevögel nehmen diesen Müll bei der Nahrungssuche auf, so dass sie ein ständiges Sättigungsgefühl verspüren. Sie verhungern mit vollen Mägen.
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Plastikmüll flutet unsere Meere
Plastikmüll ist ein weltweites Problem und gefährdet in zunehmendem Maße unsere Meere und Küsten. Von den jährlich bis zu 240 Millionen Tonnen produziertem Plastik landen mehr als 6,4 Millionen Tonnen Müll in den Ozeanen und kosten Zehntausende von Meerestieren das Leben.
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