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92 Müllteile auf 100 Metern Strand
92 Müllteile auf 100 Metern Strand
Ergebnisse des NABU-Spülsaum-Monitorings auf Fehmarn
NABU-Aktive sammeln und untersuchen den angespülten Müll.
02. Juli 2012 -
Seit Januar 2011 führt der NABU auf der Ostseeinsel Fehmarn ein sogenanntes Spülsaum-Monitoring durch. Dabei untersuchen NABU-Aktive der Ortsgruppe Fehmarn und aus dem Wasservogelreservat Wallnau, unterstützt vom NABU-Bundesverband und dem Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung, Strandabschnitte in den drei Naturschutzgebieten Wallnau, Krummsteert-Sülsdorfer Wiek und Grüner Brink auf angespülten Müll. Grundlage dabei sind die wissenschaftlichen Standards der regionalen Meeresschutzabkommen OSPAR und HELCOM. Danach werden repräsentative Strandabschnitte von 100 Meter Länge viermal im Jahr von allem, mit bloßem Auge erkennbaren Müll befreit und die Fundstücke nach 116 Kategorein sortiert und katalogisiert.
Besonders viel Plastikmüll im Wasservogelreservat Wallnau
Insgesamt wurden bis April mehr als 1.500 Müllteile auf den drei Teststrecken erfasst, etwa 60 Prozent der Fundstücke waren aus Plastik. Dies bestätigt die erwartete Annahme, dass Kunststoffe den größten Anteil des Mülls in den Meeren ausmachen. Der höchste Plastikanteil wurde mit 74 Prozent auf der Teststrecke vor dem Wasservogelreservat Wallnau festgestellt. Der meiste Müll wurde dagegen im NSG Grüner Brink gefunden, was unter anderem auf den naheliegenden Fährhafen Puttgarden und den an das vom NABU betreute Naturschutzgebiet grenzenden Badestrand zurückgeführt werden kann. Die Spitzenwerte für eine einzige Sammlung lagen hier bei fast 160 Müllteilen.
Spülsaum-Monitoring soll ausgeweitet werden
Herumliegender Plastikmüll kostet jedes Jahr tausenden Seevögeln, wie dieser Seemöwe, das Leben.
Das NABU-Monitoring auf Fehmarn soll auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden, um die Datenbasis zu verbessern. Es soll jedoch nicht nur auf Fehmarn begrenzt bleiben. So wurden auch Untersuchungen im Naturschutzgebiet Bottsand in der Kieler Bucht durchgeführt und seit April 2012 ist der NABU mit einem eigenen Projekt des Kreisverbandes auf der Insel Rügen aktiv, um auch dort ein verlässliches Bild über die Müllbelastung an den Stränden zu bekommen. In Sassnitz wurde zudem im April 2012 ein dritter „Fishing for Litter“-Hafen an der deutschen Ostseeküste eröffnet.
Der NABU leistet durch seine Arbeit auch einen Beitrag für die nationale Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, welche die Mitgliedsstaaten verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, damit Abfälle im Meer im Jahr 2020 keine schädlichen Auswirkungen auf die Meeres- und Küstenumwelt haben. Grundlage dafür sind verlässliche, quantitative Daten zur Belastung der Nord- und Ostsee durch Müll.
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Meere ohne Plastik
Wie viel Müll in der Ostsee schwimmt ist nicht bekannt, doch immer häufiger werden bei Meerestieren Plastikteile im Magen gefunden. Für Vögel und Meeressäuger hat Plastikmüll oft tödliche Folgen. Helfen Sie mit Ihrer Spende, damit unsere Meere nicht zur Müllkippe werden.
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