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Mehr Verantwortung für Produzenten!
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NABU Dialogforum zur Problematik der Plastikabfälle im Meer am 29. Februar 2012
Plastikmüll im Meer ist ein globales Problem und stellt unsere Gesellschaft vor eine neue komplexe Herausforderung. Auf Einladung des NABU und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) trafen sich am 29. Februar mehr als 70 Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Verbänden, um über innovative Lösungswege zu diskutieren. Erstmalig wurden dabei die Themenfelder Meeresschutz und Abfallvermeidung direkt und eng miteinander verknüpft.
Der erste Veranstaltungsteil hatte die Umweltauswirkungen von Kunststoffabfällen im Meer zum Schwerpunkt. Biologen nannten Zahlen und Fakten und zeigten emotionale Bilder von verletzten oder verendeten Meerestieren. Juristen und Fachbehörden präsentierten den aktuellen rechtlichen und politischen Rahmen und Naturschützer und Industrie stellten eigene Projekte vor. Der Nachmittag gehörte der Wissenschaft. Denn darin waren sich alle Teilnehmer des Dialogforums einig - es bedarf vor allem innovativer Lösungsansätze an Land. Von dort stammen bis zu 80 Prozent des Meeresmülls. Ressourcenschonung, Wiederverwertung, Systemverantwortung und alternative Werkstoffe waren daher die Schlagworte der Referenten.
Müll muss als Wertstoff erkannt werden
Tausende Tiere sterben Jahr für Jahr an Plastikmüll.
Die abschließende Podiumsdiskussion mit dem Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing, dem Geschäftsführer der BKV, Dr. Peter Orth, dem BMU-Abteilungsleiter Dr. Helge Wendenburg und NABU-Fachbereichsleiter Jörg- Andreas Krüger fasste die wichtigsten Ergebnisse des Tages zusammen: Müll muss als Wertstoff erkannt und Abfallerfassung und Recycling verbessert werden. Darüber hinaus bedarf es offenbar einer Revolution der chemischen Industrie, wodurch Kunststoff seine fast unendliche Persistenz verliert, für die Natur unschädlich und gleichermaßen gut rezyklierbar ist. Lokale Reinigungsaktionen sind notwendig und helfen, das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zu verbessern. Und letztendlich muss der Dialog der Interessengruppen weiter intensiviert werden. So zeigten sich deutliche Abstimmungsprobleme zwischen einzelnen Initiativen der Industrie und der Umweltverbände. Der NABU und weitere Teilnehmer der Veranstaltung äußerten sich kritisch gegenüber dem „Waste Free Oceans“-Projekt der Industrie, dessen Nutzen und die möglichen ökologischen Folgen für das Ökosystem Meer noch unzureichend untersucht sind.
Druck auf Industrie und Politik aufrecht erhalten
Der NABU engagiert sich seit mehr als zwei Jahren im Rahmen seines Projekts „Meere ohne Plastik “ für einen besseren Schutz der Nord- und Ostsee.
Das NABU-Dialogforum hat einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet im Kampf gegen die Müllkippe Meer. Es hat Experten unterschiedlichster Fachrichtungen zusammengebracht und neue Ideen und Lösungsansätze diskutiert. Darauf wollen und müssen die unterschiedlichen Interessengruppen aufbauen. Der NABU kündigte an, den Druck auf Industrie und Politik aufrecht zu erhalten.
Bis zu 6,4 Millionen Tonnen Abfälle gelangen Jahr für Jahr in die Meere, eingetragen über Flüsse und ungeklärte Abwässer, verweht von Deponien oder illegal ins Meer entsorgt. Die Folgen für die marine Tier- und Pflanzenwelt sind dramatisch. Der NABU engagiert sich seit mehr als zwei Jahren im Rahmen seines Projekts „Meere ohne Plastik “ für einen besseren Schutz der Nord- und Ostsee, betreibt Umweltbildung, befreit Naturschutzgebiete von Abfällen und hat mit dem DSD und regionalen Partnern das erste „Fishing for Litter “-Projekt im Ostseeraum gestartet. Darüber hinaus macht sich der NABU bei Politik und Wirtschaft stark für Müllvermeidung, nachhaltige Ressourcennutzung und mehr Recycling.
Downloads
Meeresmüll im internationalen Rechtssystem; Johannes Fuchs, Universität Kiel
Müll im Meer – Land in Sicht. Was können Deutschland und Europa tun? Stefanie Werner, Umweltbundesamt
Herkunft der Abfälle im Meer (Literaturstudie); Dr. Georg F. Mehlhart, Öko-Institut
Meere ohne Plastik - Fishing for Litter in Deutschland; Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU
Waste Free Oceans; Bernard Merckx, WFO
Recycling – ein Weg aus der Krise?; Helmut Schmitz, Der Grüne Punkt - DSD GmbH
Nachwachsende Rohstoffe, Kreislaufwirtschaft und Recycling – Ergebnisse aus der Studie der Heinrich Böll Stiftung „Going Green: Chemie“; Prof. Dr. Uwe Lahl, BZL Kommunikation und Projektsteuerung GmbH
Produktverantwortung und Ökodesign – Abfallvermeidung im Lebenszyklus von Produkten; Dirk Jepsen, Ökopol
Kommunikationspfade für Recycling: Verbraucher, Produzenten, Experten; Dr. Benjamin Bongardt, NABU
„Fishing for Litter“ in Norddeich gestartet
Mit Norddeich in Niedersachsen beteiligt sich der erste Nordseehafen an dem Projekt „Fishing for Litter“. Bei dem Projekt werden „gefischte“ Abfälle von Fischern gesammelt und im Hafen entsorgt. So wollen die Projektpartner gemeinsam gegen den gefährlichen Müll im Meer kämpfen.
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Plastikflut bedroht die Meere
Jahr für Jahr landen Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Es ist höchste Zeit, zu handeln. Die Meere dürfen nicht länger als Müllkippe missbraucht werden. Der NABU startet mit dem Projekt „Meere ohne Plastik“ Umweltbildung und Reinigungsaktionen an Stränden und Ufern.
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