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Grünland muss raus aus den Roten Zahlen

Grünland muss raus aus den Roten Zahlen

Ergebnisse des NABU-Grünlandgipfels

Angesichts des alarmierenden Verlusts von Wiesen und Weiden hat der NABU eine Diskussion um den gesellschaftlichen Wert und die Zukunft von Grünland angestoßen. „Der Umbruch von Grünland und die Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen haben gravierende Auswirkungen auf unsere Kulturlandschaft sowie auf die Artenvielfalt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke auf einem „Grünlandgipfel“ des NABU. Statt bunte Wiesen sehe man heute immer häufiger monotone Maisäcker oder artenarmes Silagegras. In der Folge stünden heute fast alle typischen Wiesenvogelarten wie Kiebitz, Uferschnepfe und Braunkehlchen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Bunte Wiesen und Weiden wie diese gibt es immer seltener.

 

Besonders problematisch sei zudem, dass auch artenreiche Wiesen in Schutzgebieten sowie auf Moorböden betroffen seien. Da durch den Umbruch ein erheblicher Teil des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs freigesetzt werde, sei die Umwandlung von Moorböden aus Sicht des Klimaschutzes äußerst negativ. Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland-Pfalz vermeldeten innerhalb der letzten zwölf Monate erhebliche Grünlandverluste von deutlich über fünf Prozent.

Mais

Der Anbau von Energiepflanzen wie Mais auf umgebrochenen Grünlandstandorten ist klimapolitisch und volkswirtschaftlich hochgradig kontraproduktiv.

Verlust an Wiesen muss eingedämmt werden
Auf dem Grünlandgipfel appellierte der NABU an die Politik in Bund und Ländern, endlich gegen den fortschreitenden Grünlandumbruch vorzugehen und konkrete Schritte zu ergreifen. So müsste für artenreiche und feuchte Wiesen umgehend ein absolutes Umbruchverbot verordnet werden. Für alle weiteren Flächen sollte eine allgemeine Genehmigungspflicht für den Grünlandumbruch erlassen werden. Zudem forderte der NABU gezieltere Förderprogramme wie Weideprämien, regionalisierte Agrarumweltmaßnahmen oder Initiativen zur Moorrenaturierung.

Grünlandgipfel

Diskussionsrunde mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen, NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Moderator Helmuth Henneberg

Auch der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher betonte die Notwendigkeit eines besseren Grünlandschutzes. „Vielfältiges Grünland ist der sichtbare Ausdruck von Multifunktionalität im Sinne eines Miteinanders von Landwirtschaft, Naturschutz, Klima- und Wasserschutz. Daher setze ich mich dafür ein, dass der Verlust an Wiesen und Weiden eingedämmt wird und die naturverträgliche Bewirtschaftung von Grünland bessere Perspektiven erhält“, so von Boetticher auf dem NABU-Grünlandgipfel.

Für Rückfragen:
Florian Schöne
NABU-Agrarexperte
Tel. 030-284984-1615 oder 0172-5966097


Downloads:

NABU-Positionspapier Grünlandschutz
Rede von Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär BMELV
Vortrag von Dr. Annette Freibauer, Institut für Agrarrelevante Klimaforschung
Vortrag von Prof. Dr. Alois Heißenhuber, TU München
Vortrag von Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
Vortrag von Florian Schöne, NABU
Programm Grünlandgipfel am 27. Mai 2009 in Berlin
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