NABU.de Themen Landwirtschaft Forderungen für eine naturverträgliche Landwirtschaft

Natur braucht Flächenstilllegung

Die Natur braucht stillgelegte Flächen

NABU fordert "ökologische Vorrangflächen" in der Landwirtschaft

Grauammer

Die bedrohte Grauammer wird durch Flächenstilllegung geschützt.

Angesichts der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft und der Diskussionen um eine Abschaffung der Flächenstilllegung hat der NABU die Schaffung von "ökologischen Vorrangflächen" in jedem landwirtschaftlichen Betrieb gefordert. "Die Flächenstilllegung bietet in vielen Ackerbauregionen die letzten ökologischen Rückzugsräume. Ein Wegfall dieser Flächen würde einen weiteren und massiven Rückgang der biologischen Vielfalt auslösen und damit allen Zielvorgaben des Naturschutzes widersprechen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich einer vom NABU vorgestellten Studie. Die Studie analysiert die Bedeutung der Flächenstilllegung für die biologische Vielfalt und macht konkrete Vorschläge, wie die positiven Auswirkungen der Stilllegungsflächen auf die Tier- und Pflanzenwelt dauerhaft erhalten werden können.

Ackerrandstreifen

Blühstreifen tragen zur Erhaltung bedrohter Arten bei.

Das Instrument der Flächenstilllegung wurde 1992 zur Mengenregulierung im Ackerbau eingeführt und hat sich seitdem oft zu einem wertvollen "Lebensraum auf Zeit" für die Natur entwickelt. In jüngster Zeit wird die Stilllegung, die bislang auf rund acht Prozent der Ackerflächen betrieben werden musste, jedoch zunehmend in Frage gestellt. Die NABU-Studie belegt, dass die Stilllegungsflächen maßgeblich zur Erhaltung von Populationen bedrohter Arten wie Rebhuhn, Grauammer und Feldhase beitragen. Um die ökologischen Effekte der Flächenstilllegung zu sichern und auszubauen, fordert der NABU daher eine Verpflichtung zur Einrichtung von "ökologischen Vorrangflächen" auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen eines Betriebs. Zu den Vorrangflächen gehören selbstbegrünte Brachflächen, Blühflächen oder Blühstreifen sowie artenreiche Grünlandflächen, Saumstreifen oder Feldgehölze. Mit einer solchen Verpflichtung könnten die milliardenschweren Direktzahlungen aus Brüssel gesellschaftlich besser begründet werden. "Die Vorrangflächen sind ein dringend erforderliches Instrument der Agrarpolitik, um den alarmierenden Artenrückgang in der Kulturlandschaft zu bremsen", so Tschimpke weiter.

Für Rückfragen:
Florian Schöne
NABU-Agrarexperte
Tel. 030-284984-1615
oder 0172-5966097

Die Studie und eine vierseitige Kurzfassung wurden vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert.

Downloads:

Die Bedeutung der obligatorischen Flächenstilllegung für die biologische Vielfalt (2,04 MB)
Die Bedeutung der Flächenstilllegung für die biologische Vielfalt - Kurzfassung (2, 04 MB)
The importance of set-aside for biodiversity - English summary (PDF, 1 MB)
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