NABU.de Themen Landwirtschaft Agrarpolitik Fallstudie zu Agrarsubventionen
Millionen für ausgeräumte Landschaften
Steuermillionen für ausgeräumte Landschaften
Agrarsubventionen für naturschädigende Landwirtschaft
15. September 2010 - Der NABU hat ein Papier zur Bewertung und zur Zukunft der EU-Agrarsubventionen aus Naturschutzsicht vorgelegt. Dabei wird deutlich, dass in fast allen Landschaften Deutschlands mit Direktzahlungen des EU-Agrarhaushalts rund sechs Milliarden Euro jährlich vielfach für eine naturfeindliche oder sogar naturschädigende Landwirtschaft ausgegeben werden.
Agrarbetriebe erhalten für ausgeräumte Landschaften Millionenbeträge.
„Das aktuelle Fördersystem führt immer noch dazu, dass große Agrarbetriebe in ausgeräumten Landschaften Millionenbeträge vom Steuerzahler für eine nicht nachhaltige Wirtschaftsweise erhalten“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Tiere wie das Rebhuhn brauchen strukturreiche Lebensräume.
Das NABU-Papier zeigt, dass es Agrarflächen gibt, die ohne Erbringung jeglicher Naturleistungen hohe Direktzahlungen erhalten. Ackerbewirtschaftung auf riesigen Schlägen ohne Ressourcenschutz, Grünlandbewirtschaftung auf höchster Intensität oder klimafeindlicher Grünlandumbruch mit enorm hohen Kohlendioxid-Emissionen - das alles wird mit europäischen Direktzahlungen in Millionenhöhe finanziert. Die Landwirtschaft gilt als Hauptverursacher des Rückgangs der heimischen Tiere und Pflanzen. Besonders die Nutzungsintensivierungen und der Nährstoffeintrag in die Ökosysteme durch Düngung zerstören ihre Lebensräume, wovon selbst Naturschutzgebiete betroffen sind.
Angesichts dieser Defizite müsse nach Auffassung des NABU die anstehende Agrarreform genutzt werden, um eine grundlegende Umsteuerung zu erreichen. „Landwirte dürfen in Zukunft nur noch Fördergelder bekommen, wenn sie konkrete Leistungen für Natur und Umwelt erbringen“, so NABU-Agrarexperte Florian Schöne. Je mehr und je besser die Bauern ökologisch wertvolle Flächen erhielten, umso mehr Unterstützung sollten sie erhalten. Mit einer leistungsgerechten Bezahlung für Natur und Umwelt würde die Landwirtschaft zugleich den Ruf des reinen Subventionsempfängers verlieren.
Für Rückfragen:
Florian Schöne
NABU-Agrarexperte
Tel. 030-284984-1615 oder 0172-5966097
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