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Maisanbau wächst weiter
Maisanbau wächst weiter
NABU weist auf ungebremste Entwicklung hin
03. Mai 2010 -
Der NABU hat die Entwicklung des Maisanbaus in Bund und Ländern zwischen 2005 und 2009 zusammengestellt. Die Tabelle zeigt die enormen Flächenzuwächse, die der Maisanbau allein in fünf Jahren erlebt hat. Der Grund dürfte in erster Linie in der Förderung von nachwachsenden Rohstoffen zur Biogasnutzung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz liegen. Die Entwicklung macht die Notwendigkeit zusätzlicher Auflagen im Bereich Agrarpolitik (Cross Compliance) und Bioenergie deutlich.
Wenngleich ein kleinflächiger Maisanbau aus Naturschutzsicht nicht zwingend besonders negativ zu bewerten ist, muss bei steigenden Flächenanteilen zunehmend mit Problemen für Tier- und Pflanzenpopulationen gerechnet werden. Dies gilt umso mehr, als der Maisanbau oft auf ehemaligem Feuchtgrünland stattfindet.
Bundesweit macht der Mais mittlerweile schon fast 18 Prozent der gesamten Ackerfläche aus, in einigen Regionen und Gemeinden liegt der Anteil bei bis zu 50 Prozent.
Veränderung des Maisanbaus in Deutschland 2005 - 2009 (PDF)
Vor diesem Hintergrund fordern NABU und DVL die Einführung ökologischer Mindeststandards, damit der Anbau von Energiepflanzen nicht zu Lasten von Natur und Umwelt geht. "Um den guten Ruf nachwachsender Rohstoffe in der Öffentlichkeit nicht zu gefährden, muss ihr Anbau naturverträglich erfolgen", so der DVL-Vorsitzende Josef Göppel.
NABU und DVL schlagen vor, die vorhandenen Förderanreize im Gesetz über erneuerbare Energien durch einen Kulturlandschaftsfaktor zu ergänzen. Zu den Bedingungen gehören sollen die Beschränkung des Maisanteils in der Biogasanlage auf 50 Prozent und der Verzicht auf Gentechnik. Alternativen zum Mais, wie Mischkulturen mit Sonnenblumen, Leindotter oder Luzerne, stehen bereits jetzt zur Verfügung und müssten allein schon aus Gründen eines Risikoausgleichs in Folge des Klimawandels verstärkt genutzt werden. Eine Strategie der Energiewende darf nicht auf Kosten einer Ökologisierung der Landwirtschaft erfolgen, sondern muss im Einklang damit umgesetzt werden, sind sich DVL und NABU einig.
Für Rückfragen:
Florian Schöne, NABU, Tel. 030-28 49 84-26 oder 01 72-5 96 60 97
Christof Thoss, DVL, Tel. 09 81-46 53 35-46 oder 01 71-7 06 95 62
Beitrag erstellt am 12. Dezember 2006.

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