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Hat der Pflanzensprit vom Feld Zukunft?

Hat der Pflanzensprit vom Feld Zukunft?

NABU und Volkswagen diskutieren bei "Mobil im Dialog"

Biomasse-Tankstelle

20. September 2005: Können nachwachsende Rohstoffe in einigen Jahren unsere Mobilität sichern? Wie verträgt sich der großflächige Anbau von Energiepflanzen mit einer naturnahen Landnutzung? Die Veranstaltungsreihe "Mobil im Dialog" der Volkswagen AG und des NABU ging diesen Fragen auf den Grund.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, Martin Köhler vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hans-Jürgen Schäfer von der Volkswagen AG und Prof. Dr. Konrad Scheffer vom Institut für Nutzpflanzenkunde der Universität Kassel diskutierten mit rund 70 Teilnehmern aus Politik, Wissenschaft und (Umwelt)-Verbänden im Volkswagen Werk Kassel Baunatal die entscheidenden Vorteile einer verstärkten Nutzung von Biomasse als Kraftstoff. Denn darin sind sich die Experten einig: Der Pflanzensprit hat eine große Zukunft vor sich. Wegen seines entscheidenden Beitrages zur Kohlendioxid-Minderung und damit zum Klimaschutz, ist der Biokraftstoff eine echte Alternative zu herkömmlichen Kraftstoff auf der Basis fossiler Brennstoffe.

!Vor dem Hintergrund der steigenden Ölpreise, der angespannten Versorgungslage und der katastrophalen Folgen des Klimawandels kann die Frage nicht lauten ob, sondern wie wir weg vom Öl kommen. Biokraftstoffe können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten - neben der Steigerung der Effizienz im Fahrzeug und der Verkehrsvermeidung", macht Leif Miller die Position des NABU deutlich.

Dass die Entwicklung von Kraftstoffen aus Erdgas (GTL = Gas to Liquid) und aus Biomasse (BTL = Biomass to Liquid) für Volkswagen ein entscheidender Schritt auf dem Weg hin zu einer zukunftsgerechten Mobilität sind, darauf verwies Hans-Jürgen Schäfer (Volkswagen Konzern-Außenbeziehungen, Technik und Wissenschaft). "Beide auch als Designer-Kraftstoffe bezeichneten Treibstoffe bieten deutliche Vorteile im Verbrauch und bei den Abgasemissionen. Das Reduktionspotential liegt bei 50 Prozent und mehr. Bei den BTL-Kraftstoffen kommt der geschlossene Kohlendioxid-Kreislauf noch als großer Vorteil hinzu: Nur dasjenige Kohlendioxid wird bei der Verbrennung im Motor freigesetzt, das zuvor von den Pflanzen in der Biomasse gebunden war."

Auch der NABU geht schon seit geraumer Zeit der Frage nach, wie die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe und Naturschutz sinnvoll in Einklang gebracht werden können. "Der NABU bekennt sich zu einer verstärkten Nutzung von Energiepflanzen auch im Kraftstoffbereich und setzt sich dafür ein, dass Klimaschutz und Naturschutz gleichermaßen davon profitieren. Mindeststandards beim Anbau, wie zum Beispiel den Verzicht auf Agro-Gentechnik, sind notwendig, um den guten Ruf der Nachwachsenden Rohstoffe nicht zu ruinieren", so Florian Schöne, NABU-Referent für Agrarpolitik.

Die Anforderungen an einen naturverträglichen Anbau wurden in einem eigenen Positionspapier zusammengefasst.

Die Veranstaltungsreihe "Mobil im Dialog" von Volkswagen und NABU soll den gesellschaftlichen Diskurs für eine Umsetzung des Leitbildes Nachhaltige Mobilität mit seinen möglichen Hindernissen und notwendigen Änderungen anregen. "Mobil im Dialog" bietet daher ein Forum, um die ökonomischen, umweltpolitischen und sozialen Argumente auszutauschen und abzuwägen. Alternative Entwicklungspfade sollen dabei auf ihre gesellschaftliche Akzeptanz hin überprüft werden.

Volkswagen und der NABU arbeiten auch an anderen Projekten gemeinsam an der Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität. So finden im Rahmen der NABU-Kampagne "Umschalten - ganz einfach Sprit sparen" bereits seit 2002 Spritsparaktionstage statt. Verantwortungsbewusste Autofahrer lernen hier, dass der aufgeklärte Umgang mit Gas und Bremse leicht 20 Prozent Kraftstoff- und Geldersparnis bedeuten kann.


Konzepte für die Bereitstellung von Biomasse für die Kraftstoffproduktion - von Konrad Scheffer, Uni Kassel/ Witzenhausen
Biokraftstoffe/ Nachwachsende Rohstoffe aus Sicht des Naturschutzes - von Florian Schöne, NABU
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