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Umweltschutz durch effektive Mülltrennung

Mehr Umweltschutz durch effektive Mülltrennung

Diskutieren Sie mit und unterstützen Sie die neue gelbe Wertstofftonne!

In die neue Wertstofftonne gehören nicht nur Verpackungen, sondern jegliche Gegenstände aus Plastik und Metalle.

31. Juli 2012 - Die Bundesregierung will die Wertstofftonne einführen: Dazu hat das Bundesumweltministerium nun einen Onlinedialog eröffnet, um die Meinungen der Bürger einzufangen. Man will wichtigen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgehen, um Fehler im Gesetzgebungsprozess zu vermeiden. Denn zwischen zehn und 15 Millionen Bürgerinnen und Bürger haben bereits Erfahrungen mit den neuen Mülltonnen. Um den Einstieg in die Diskussion zu erleichtern, hat der NABU für alle Interessierten die zentralen Argumente für die Wertstofftonne in einem Übersichtspapier zusammengestellt.

Bunte Mülltonnen

Mülltrennung ist nach wie vor die ökologischste Variante.

Mit der Wertstofftonne wird Mülltrennung einfacher: Man muss nur noch nach Materialien trennen – Papier in die Papiertonne, Glas in den Container und Kunststoff und Metall in die Wertstofftonne. Wenn dadurch mehr Plastik und Metall gesammelt wird und gleichzeitig mehr davon recycelt wird, können die Deutschen jedes Jahr über 700.000 Tonnen CO2 zusätzlich einsparen. Das entspricht etwa dem jährlichen Klimagasausstoß von 350.000 Pkw mit einer Fahrleistung von unter 15.000 Kilometern. Außerdem können durch mehr Recycling auch Rohstoffe eingespart werden, die dann nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Und weniger Rohstoffabbau bedeutet immer auch mehr Natur- und Umweltschutz, weil Ökosysteme erhalten bleiben und weniger Schadstoffe freigesetzt werden.

Die Wertstofftonne braucht mehr Fürsprecher

Wenn wir uns gemeinsam für das durchschaubare Recyclingsystem einsetzen, können wir für unsere Umwelt viel erreichen! Unsere Hauptargumente zum Einlesen:

  • Pro Jahr und Haushalt können so etwa sieben Kilogramm mehr recycelt werden, etwa wenn Kinderspielzeug, alte Töpfe oder Putzeimer verwertet werden.

  • Es wird nicht mehr nach Verpackung und Nichtverpackung, sondern nur nach Stoffen getrennt. Das erleichtert das Sortieren.

  • Einfache Entsorgung vor der Haustür: Aufwändige Fahrt zum Wertstoffhof entfällt.

  • Einheitliches System in ganz Deutschland verringert Fehler bei der Mülltrennung.


Diskutieren Sie mit beim Bürgerdialog zur Wertstofftonne!

Zum Herunterladen: NABU-Hintergrund zur Wertstofferfassung

Wertstoffgesetz wird Wirtschaft und Umwelt stärken

Kommt das Gesetz noch 2013?

Mülltonnen

Mit dem neuen Wertstoffgesetz soll die Mülltrennung leichter gemacht werden.

31. Mai 2012 - Verbraucher(innen), Medien und Umwelt warten auf die wohl entscheidende Fortentwicklung des gesetzlichen Regelwerks zum Gelben Sack, der gelben Tonne bzw. dem Wertstoffhof. Mit dem von Schwarz-Gelb angekündigten, aber immer noch nicht vorgelegten, Wertstoffgesetz wird die Verpackungsverordnung von Klaus Töpfer nach 21 Jahren zum sechsten und entscheidendsten Mal überarbeitet. Mit dem Gesetz sollen erstmalig Verpackungen und Nicht-Verpackungen aus Plastik und Metall gemeinsam in einer Tonne bundesweit einheitlich gesammelt werden. Der NABU unterstützt mit Nachdruck das Vorhaben, das Wertstoffgesetz noch in dieser Legislaturperiode einzuführen, um die Mülltrennung einfacher zu machen und das Recycling zu stärken. Die Realisierung des Wertstoffgesetzes wird zeigen, ob die Bundesregierung das im Februar 2012 beschlossene deutsche Ressourceneffizienzprogramm tatsächlich ernst gemeint hat. Denn Sekundärrohstoffe mehrfach zu nutzen, statt sie zu verbrennen oder Überreste zu deponieren, bedeutet, Primärrohstoffe einzusparen und damit die Umwelt zu entlasten.

Grüner Punkt

Die so genannten „Fehlwürfe“ von Nicht-Verpackungen in die gelbe Tonne wären mit der Werttonne erwünscht.

Im Mai 2012 hat das vom Bundesumweltministerium mit der Betreuung beauftragte Umweltbundesamt das vierte und letzte Forschungsvorhaben zum Wertstoffgesetz der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses widmete sich den künftigen Recyclingzielen (Verwertungsquoten) für Abfälle aus der künftigen Werttonne und den erzielbaren Umweltvorteilen. Die Experten vom Ingenieurbüro HTP und Öko-Institut sehen höhere gesetzliche Verwertungsquoten als „zwingend erforderlich“ an, um in Deutschland mehr Wertstoffe ins Recycling zu lenken. Die Berechnung der Recyclingquoten soll sich ändern und realistischere Grundgesamtheiten heranziehen: Statt der Menge der lizenzierten Verpackungen soll die erfasste Wertstoffmenge genutzt werden. Überall in Deutschland sollen außerdem mindestens 22 kg Wertstoffe pro Einwohner und Jahr erfasst werden. Von diesem Wert sind eventuell anfallende Sortierreste aufgrund von Fehlwürfen schon abgezogen. Das ist ein Wert, der mit Bringsystemen allein, etwa zu Wertstoffhöfen, nicht zu erreichen ist und deshalb erheblich mehr Abfälle ins Recyclingsystem bewegen wird. Wird die Wertstoffentsorgung weiterhin über Duale Systeme geregelt, sollen außerdem die drei besten Verwertungsleistungen eines solchen Marktteilnehmers den zukünftigen Standard im darauf folgenden Jahr für alle anderen Systeme setzen. So wird ein Top-Runner Mechanismus für Recyclingquoten eingeführt werden.

MVA Bonn

Über 1,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid lassen sich im Jahr einsparen.

Der Ausbau des Recyclings hat gleich mehrere Vorteile. Das gilt sowohl für die Wertstoffe aus den Haushalten, wie auch für die bisher keinen Recyclingauflagen unterliegenden Gewerbeabfälle: Deutschland wird weniger abhängig von Rohstoffimporten, es lassen sich über 1,4 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid im Jahr einsparen und die Verbraucher können alle Kunststoffe und Metalle gemeinsam entsorgen, ohne darauf zu achten, ob es sich um eine Verpackung oder nicht handelt. Das bringt den positiven Nebeneffekt mit sich, dass Fehlwürfe bei der Mülltrennung zurückgehen werden. Neben dieser Vereinfachung werden weitere Arbeitsplätze in der Verwertungsbranche geschaffen. Der Aufwand für Sammlung, Transport und Sortierung bei mehr stofflicher Verwertung wird steigen. Die Auswirkungen dessen auf den Klimawandel sind jedoch gegenüber den Treibhausgas- und Energieeinsparungen verschwindend gering. Am deutlichsten wird der Vorteil des Recyclings bei Kunststoffen. Es spart zwei Tonnen CO2 pro Tonne Kunststoffabfall gegenüber der Verbrennung in einer Müllverbrennungsanlage bzw. 1,5 Tonnen gegenüber der energetischen Verwertung im Kraftwerk ein. Gerade weil noch mehr Kunststoff als bisher recycelt werden könnte, soll die Recyclingquote dieser um mehr als 10 Prozentpunkte auf 54 Prozent ansteigen. Insgesamt sollen 90 Prozent der Kunststoffe einer Verwertung zugeführt werden.

Mehr zum Thema

Präsentationen und Pressemitteilung von Öko-Institut und HTP zur Analyse und Fortentwicklung der Verwertungsquoten für Wertstoffe

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