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Ökologische Verpackungen kaum erkennbar
Ökologische Verpackungen sind schwer zu erkennen
NABU-Umfrage zeigt: Deutlichere Kennzeichnung von Getränkeverpackungen notwendig
11. Oktober 2012 -
Drei Viertel der Deutschen möchten umweltfreundliche Getränkeverpackungen kaufen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der NABU beim Meinungsforschungsinstitut Emnid in Auftrag gegeben hat. Doch die Umfrage zeigt auch: Fast die Hälfte der Verbraucher weiß nicht, welche Verpackungen tatsächlich ökologisch vorteilhaft sind und greift aus diesem Grund häufig zu den Falschen.
Am besten bewertet und richtig eingeschätzt werden Mehrwegflaschen aus Glas. Knapp 90 Prozent der Befragten stufen sie korrekt als umweltfreundlich ein. Bei den ebenso umweltfreundlichen Mehrwegflaschen aus Plastik jedoch verschätzen sich die Verbraucher: Die Plastikvariante schneidet bei den Befragten um ein Viertel schlechter ab, obwohl Plastik-Mehrwegflaschen in der Umweltbilanz sogar besser sind als solche aus Glas.
Die vom Umweltbundesamt ebenfalls als ökologisch vorteilhaft bewerteten Getränkekartons werden vom Verbraucher gänzlich falsch beurteilt: Sie werden schlechter eingeschätzt als die umweltschädlichen Einwegflaschen aus Glas oder Plastik. Insgesamt hat der NABU die sieben gängigen Verpackungsarten für Getränke abgefragt: Glas-Mehrweg und -einweg, Plastik-Mehrweg und -einweg, Getränkekartons sowie Dosen.
Ein Grund für die häufigen Fehleinschätzungen ist das für Verbraucher undurchsichtige Pfandsystem. Mehr als 40 Prozent der Befragten geben an, nicht auf den ersten Blick erkennen zu können, ob eine Flasche Mehrweg oder Einweg ist. „Das führt zu umweltschädigenden Kaufentscheidungen, obwohl die Verbraucher eigentlich umweltfreundliche Verpackungen bevorzugen. Hier ist der Handel in der Pflicht, Verbraucher ordentlich zu informieren“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
„Der Lebensmittelhandel versorgt tagtäglich 80 Millionen Menschen in Deutschland. Mit der Auswahl und Präsentation der Produkte leistet er einen entscheidenden Beitrag dazu, ob Kunden auf umweltfreundliche Produkte aufmerksam werden und sie in den Einkaufskorb legen“, so NABU-Umweltexpertin Indra Enterlein.
Seit 2010 vergibt der NABU den „Grünen Einkaufskorb“ an herausragende Pioniere des Umweltschutzes im Einzelhandel. Der NABU vergibt 2012 einen Sonderpreis für besonderes Engagement für umweltfreundliche Getränkeverpackungen. Mehr Informationen
Fazit
Verbraucher und Verbraucherinnen ist es wichtig, dass Getränke in umweltfreundliche Verpackungen gefüllt werden. Drei-Viertel der Befragten sprechen sich dafür aus. Allerdings bestehen Unsicherheiten bei der Bewertung von Verpackungen. Die Befragten bewerten Glas-Mehrwegflaschen korrekterweise als umweltfreundlich. Bei allen anderen Verpackungsarten gehen die Einschätzungen auseinander und sind oftmals falsch. Alleinig die Dose wurde richtigerweise als die umweltschädlichste Verpackung identifiziert – dennoch schätzen über 40 Prozent der Befragten diese als umweltfreundlich ein. Ob es sich bei Pfandflaschen um Mehrweg oder Einweg handelt ist für die Befragten schwer zu erkennen. Nur 56 Prozent können Mehrwegflaschen auf den ersten Blick erkennen.
Das tut der NABU
Der NABU setzt sich dafür ein, dass Getränke in umweltfreundliche Verpackungen gestärkt werden. Der Anteil von umweltfreundlichen Mehrweg und ökologisch vorteilhaften Einwegverpackungen ist in den letzten Jahren um 20 Prozent gesunken. Mehr
Der NABU setzt sich für eine klare Kennzeichnung von umweltfreundlichen Getränkeverpackungen ein. Jeder sollte auf den ersten Blick klar erkennen, ob er eine umweltfreundliche Verpackung in der Hand hält oder nicht. Mehr
Der NABU fordert, dass umweltfreundliche Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Einwegverpackungen steuerlich bevorteilt werden müssen. Hierzu hat der NABU bereits im Jahr 2009 einen praktischen Vorschlag erarbeitet. Mehr
Der NABU prämiert Lebensmittelmärkte die sich für umweltfreundliche Getränkeverpackungen einsetzen mit dem „Grünen Einkaufskorb. Mehr
Downloads
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Ergebnisse der Verbraucherumfrage
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Rohdaten der Verbraucherumfrage
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Mehrweg statt Einweg
In Deutschland werden rund 55 Prozent des Mineralwassers in Glas- und PET-Mehrweg abgefüllt. Die Quote der Brauwirtschaft liegt bei 90 Prozent. Mehrwegflaschen sind die umweltfreundlichsten Getränkeverpackungen, wie Ökobilanzen des Umweltbundesamtes belegen.
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Immer weniger Mehrwegflaschen
Der Mehrweganteil von Pfandflaschen ist seit 2004 um 20 Prozent zurückgegangen. Verbraucher wissen oft nicht, dass eine Pfandflasche nicht automatisch umweltfreundlich ist. Eine eindeutige Kennzeichnung von Mehrwegverpackungen ist fällig.
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