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Immer weniger Mehrwegflaschen
Immer weniger Mehrwegflaschen
Undurchsichtiges Pfandsystem irritiert Konsumenten
Ein Pfandsystem, das echte Mehrwegflaschen bevorzugt, schafft Transparenz für den Verbraucher.
21. Juni 2011 -
Der Marktanteil umweltfreundlicher Getränkeverpackungen geht dramatisch zurück. Statt der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 80 Prozent werden jetzt nur noch 50 Prozent erreicht. Das bestätigen die heute veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamts. Demnach ist der Anteil ökologischer Getränkeverpackungen um fast 20 Prozent gegenüber 2004 eingebrochen. Für die Umwelt sind die Folgen dramatisch.
Die Verbraucher irritiert das undurchsichtige Pfandsystem, aber es fehlt am politischen Willen, daran etwas zu ändern und das Mehrwegsystem zu retten. Der NABU schlägt eine auf Umweltkriterien basierende Steuer für Getränkeverpackungen vor, die echte Mehrwegflaschen bevorzugt. Die ökologisch sinnvollen Alternativen müssen einen eindeutigen Steuervorteil genießen gegenüber Plastikflaschen, für die man zwar Pfand bezahlt, die dann aber trotzdem einfach in den Müll wandern, oder bestenfalls recycelt werden.
Pfand-Einweg ist nicht Pfand-Mehrweg
Oft kennen Verbraucher den Unterschied zwischen Pfand-Einweg und Mehrwegflaschen nicht mehr. Sie verbinden Pfand automatisch mit umweltfreundlich. Deswegen brauchen wir eine eindeutige und gut sichtbare Kennzeichnung. Tatsächlich ist eine Pfandflasche nicht automatisch umweltfreundlich. Meist bedeutet das Pfand nur, dass die Flasche recycelt werden kann.
Eine Pfandflasche ist nicht automatisch umweltfreundlich. Einweg-Pfandflaschen landen am Ende immer im Müll.
Echter Mehrweg ist dagegen echter Mehrwert für die Umwelt und den Ressourcenschutz: Eine Mehrwegflasche aus Glas wird bis zu 50 Mal befüllt. Den Effekt zeigt ein anschauliches Beispiel: Pro Kopf trinken die Deutschen 133 Liter Mineralwasser im Jahr. Das entspricht fünf 0,7-Liter-Mehrwegflaschen – dagegen stapelt sich die gleiche Menge Mineralwasser in Einwegflaschen zu einem Plastikmüllberg aus 89 1,5-Liter- Flaschen.
Mehrwegsysteme haben neben den ökologischen auch volkswirtschaftliche Vorteile, denn Mehrweg stärkt die regionale Wirtschaft. Getränke von regionalen Abfüllern werden überwiegend in Mehrwegflaschen vertrieben, deshalb fördern Mehrwegsysteme regionale Wirtschaftskreisläufe und sichern Arbeitsplätze.

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