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Rote Karte für die Getränkedose

Rote Karte für die Getränkedose

Comeback des Umweltdinos aktiv bekämpfen

Dosen im Regal

Einige Discounter gehen mit schlechtem Beispiel voran und verkaufen wieder Getränkedosen.

14. Juni 2010 - Ob gemeinsames Fußballgucken, Grillen im Park oder der Ausflug ins Grüne - im Sommer sind meistens Getränkeflaschen mit von der Partie. Der NABU appelliert an Verbraucher, beim Getränkekauf auf Mehrwegflaschen aus Glas oder PET zu achten. Auch Getränkekartons und Beutel sind der Einwegflasche vorzuziehen. Wegen fehlender Kennzeichnung, empfiehlt es sich, umweltschädliche Einwegbehälter mit einem Pfandbetrag von 0,25 Euro zu meiden. Besonders bedenklich ist, dass Discounter wie Penny sogar die Blechdose wieder gelistet haben. Der NABU fordert den Handel auf, diesem Beispiel nicht zu folgen.

PET-Flasche

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:„Dose und Plastikeinwegflasche muss die Rote Karte gezeigt werden. Es darf keine Rolle rückwärts bei umweltschädlichen Getränkeverpackungen geben.“ Der Marktanteil umweltfreundlicher Getränkeverpackungen ging trotz Dosenpfand dramatisch zurück. Statt der gesetzlich angestrebten Quote von 80 Prozent werden nur noch 50 Prozent erreicht. Bei den alkoholfreien Getränken sind nur mehr 30 Prozent zu verzeichnen. Das Pfand allein kann diesen Trend offensichtlich nicht mehr umkehren.

Daher präsentierte der NABU im vergangenen Jahr einen Vorschlag für eine Steuer auf Getränkeverpackungen. Sie gewinnt nun auch mit Blick auf die bundesdeutsche Haushaltslage immer mehr an Bedeutung. „Eine nach einfachen Umweltkriterien gestaffelte Steuer auf Getränkeverpackungen kann nicht mehr nur die Mehrwegquoten retten, sondern auch dazu beitragen, den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Umwelt- und Haushaltspolitiker aller Fraktionen sollten diesen Vorschlag für mehr Nachhaltigkeit ernsthaft in Erwägung ziehen“, so Miller.

PET-Flaschen in Sortieranlage

400.000 Tonnen Plastikmüll könnten vermieden werden.

Die von Materialart und -menge abhängige Steuer brächte beim derzeitigen Boom der Einwegflaschen jährlich 3,3 Milliarden Euro ein. Die Umweltabgabe bevorteile umweltfreundliche Flaschen und Behälter. Jährlich könnten so bis zu 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid und 400.000 Tonnen Plastikmüll vermieden werden.

„Diese oft bezweifelte Lenkungswirkung umweltorientierter Abgaben ist vielfach bewiesen, wie die jüngsten Analysen zur Ökosteuer gezeigt haben. Auch die staatliche Verteuerung sogenannter Alkopop-Getränke erfüllte ihre gewollte Wirkung“, erläuterte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Die Getränkeverpackungssteuer sei ein eindeutiges Preissignal für Abfüller und Verbraucher. „Sie belohnt den ökologischen Konsum, stärkt die Abfallvermeidung und erteilt dem Profitstreben von Herstellern und Discount-Händlern auf Kosten der Umwelt eine Absage“, so Bongardt weiter.

Für Rückfragen
Dr. Benjamin Bongardt
NABU-Abfallexperte
Tel. 030-284984-1610

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