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Die Rolle der Ozeane
Die Rolle der Ozeane
Eine regulierende und stabilisierende Kraft unseres Klimasystems
Die Ozeane sind die wichtigste regulierende und stabilisierende Kraft unseres Klimasystems. Die riesigen Wasserkörper speichern und transportieren Wärme und beeinflussen so über ihre globalen Zirkulationssysteme unser Wetter und das Klima. Sie nehmen 50mal mehr Treibhausgase auf als die Atmosphäre und rund 30 Prozent des jährlich vom Menschen verursachten Kohlendioxids. Damit sind die Weltmeere die größte und wichtigste Kohlenstoffsenke unseres Planeten. Insgesamt durchlaufen 93 Prozent des weltweiten Kohlendioxids den marinen Kohlenstoffkreislauf.
Insgesamt durchlaufen 93 Prozent des weltweiten Kohlendioxids den marinen Kohlenstoffkreislauf.
Wie die Wälder an Land nehmen auch die Pflanzen im Meer – Phytoplankton, Algen, Seegräser und Mangroven – Kohlenstoff in ihrer Biomasse auf und binden so Kohlendioxid. Während einer Algenblüte wird so beispielsweise viel mehr Biomasse aufgebaut, als die Pflanzenfresser (das Zooplankton) aufnehmen könnten. Ein großer Teil der Algen-Biomasse stirbt ab und sinkt zum Meeresgrund und lagert sich als Sediment ab. Der in den Zellen gebundene Kohlenstoff wird so dem atmosphärischen Kreislauf entzogen. Diesen Vorgang nennt die Wissenschaft die biologische Kohlenstoffpumpe.
Daneben gibt einen zweiten Mechanismus, die physikalische Kohlenstoffpumpe: Je kälter das Wasser ist, desto schwerer wird es. Gleichzeitig kann es aber auch mehr Kohlendioxid aufnehmen. In den kalten polaren Gebieten sinken dadurch große Mengen kalten Oberflächenwassers ab und bilden das sogenannte polare Tiefenwasser. Das gelöste Kohlendioxid ist der Atmosphäre über Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte entzogen. Dieser Prozess ist jedoch endlich, da das Tiefenwasser über globale Strömungssysteme auch wieder an die Oberfläche gelangt. Es handelt sich also mehr um ein Zwischen- als um ein Endlager für Kohlenstoff.
Konsequenzen des Klimawandels
Wenn die Eiskappen schmelzen, wird sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen - mit dramatischen Konsequenzen.
Die Auswirkungen des Klimawandels gehen auch an den riesigen Ozeanen nicht spurlos vorüber. Die Erwärmung der Atmosphäre heizt auch die Ozeane auf und die steigenden Temperaturen bedrohen zahlreiche Meeresorganismen und führen zu Verschiebungen von Lebensräumen und Verbreitungsgebieten und im schlimmsten Fall zum Verlust von Lebensräumen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist bislang hauptsächlich auf die wärmebedingte Ausdehnung des Wassers zurückzuführen. Wenn an Land aber immer mehr Gletscher und Eiskappen schmelzen, wird auch dies den Anstieg beschleunigen. (Da Meereis bereits auf dem Wasser schwimmt trägt sein Schmelzen nicht zum Anstieg des Meeresspiegels bei.) Überschwemmungen, Flutkatastrophen und dramatische Lebensraumverluste für Mensch und Natur sind die Konsequenz, der dann mit aufwendigen Küstenschutzmaßnahmen entgegengewirkt werden muss. Ein zweiter wichtiger Effekt ist die voranschreitende Versauerung der Meere: wenn Kohlendioxid sich im Wasser löst, bildet es Kohlensäure. Dies hat bereits dazu geführt, dass der pH-Wert des Meerwassers in den letzten Jahrzehnten um durchschnittlich 1,1 Einheiten gesunken ist. Da Säuren Kalk auflösen, haben Kalk bildende Arten wie Korallen, Schnecken, Muscheln und viele Algen es zunehmend schwer, ihre Schalen und Skelette zu bilden.
Ökonomische Betrachtung
Korallenriffe sind Einkommens- und Lebensgrundlage für über 500 Millionen Menschen.
Dass die Gefährdung der Meere durch den Klimawandel neben den ökologischen Folgen auch dramatische wirtschaftliche Konsequenzen hat, zeigt die jüngst veröffentlichte TEEB-Studie (Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität, engl. The Economics of Ecosystems and Biodiversity) des Ökonomen Pavan Sukhdev. Danach bilden allein die weltweiten Korallenriffe die Einkommens- und Lebensgrundlage für über 500 Millionen Menschen. Nach Aussage Sukhdevs lässt sich die Systemleistung von Korallenriffen, die vom Küstenschutz bis zur Fischzucht reichen, auf einen Wert von bis zu 170 Milliarden US Dollar pro Jahr beziffern. Ähnlich sieht es auch bei den Mangroven aus: die stellen einen sehr speziellen und ökologisch wertvollen Lebensraum dar, der gleichzeitig auch Kohlenstoffspeicher und Küstenschutz ist. Genau wie die Korallenriffe sind sie gleichzeitig durch die menschliche Nutzung und durch die Klimaveränderungen bedroht. Die Leistungen, die sie dem Menschen zur Verfügung stellen, lassen sich aber kaum ersetzen oder wiederherstellen.
Klimawandelfolgen interagieren mit zahlreichen weiteren Bedrohungen unserer Meere, der Überfischung, Verschmutzung, Überdüngung oder auch dem zunehmenden Lärm in den Meeren. Ein effektiver Schutz von Meeres- und Küstenökosystemen ist gleichzeitig auch ein effektiver Klimaschutz und trägt zur Bewältigung der Klimafolgen bei – genauso wie Klimaschutz auch den Meeren dient.
Links:
Blue Carbon Studie von UNEP über die Bedeutung gesunder Ozeane als Kohlenstoffspeicher
The Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB)
Mehr zum Klimawandel
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Der Schutz vor einem dramatischen Klimawandel ist weltweit als eine entscheidende Zukunftsfrage der Menschheit anerkannt. Und dennoch ist bisher völlig unklar, welche Spielregeln und Verpflichtungen im internationalen Klimaschutz nach 2012 gelten.
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Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche. Überfischung, intensiver Schiffsverkehr und Verschmutzung drohen die faszinierende Vielfalt der Ozeane zu vernichten. Der NABU engagiert sich für den Meeresschutz und eine nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen.
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