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Verantwortung für die Klimapolitik

Verantwortung für die Klimapolitik

Industrienationen müssen finanzielle, technologische und ökologische Unterstützung leisten

'Straßenszene' in Mauretanien. Die meisten Trockengebiete sind von Bodenverschlechterung betroffen.

'Straßenszene' in Mauretanien. Die meisten Trockengebiete sind von Bodenverschlechterung betroffen.

Der Anteil der Industrieländer an den globalen Treibhausgas-Emissionen von 1900 bis 1999, die überwiegend durch unsere maßlose Nutzung fossiler Energieträger entstanden sind, beträgt ca. 80 Prozent. Die Industrieländer sind somit für den bereits stattfindenden und nicht mehr umkehrbaren Klimawandel historisch verantwortlich und tragen bis heute mit ihrem hohen Emissionsniveau maßgeblich dazu bei. Derzeit verursacht ein Deutscher jährlich etwa 12 Tonnen Treibhausgase, ein US-Amerikaner etwa 24 Tonnen, ein Chinese etwa 4 Tonnen und ein Inder ca. 1,5 Tonnen. Der globale Durchschnitt liegt derzeit bei etwa 6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr.

Bedingt durch ein schnelleres Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum müssen künftig auch Schwellen- und Entwicklungsländer einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gerade die wachstumsstarken Schwellenländer dürfen ihre Treibhausgas-Emissionen nicht weiter ungebremst ansteigen lassen. Sie fordern aber zu Recht in der Übergangszeit einen größeren Spielraum für ihre weitere Entwicklung. Der Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sich die Treibhausgas-Emissionen pro Kopf langfristig einem einheitlichen Zielwert von etwa 2 Tonnen pro Jahr annähern müssen, bietet aus NABU-Sicht Chancen, die bisherigen Vorbehalte vieler Länder gegen einen verbindlichen Klimaschutz zu mildern. Das Konzept verdeutlicht auf einfache Weise, dass die Industriestaaten viel stärker als bisher ihren Ausstoß von Treibhausgasen verringern müssen. Bis 2050 müssen sie eine Reduktion um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 schaffen, was eine enorme Herausforderung darstellt.

Dennoch werden sich viele Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr vermeiden lassen, auch wenn die Regionen der Welt unterschiedlich betroffen sein werden. Am stärksten werden die ärmsten Entwicklungsländer leiden, die am wenigsten zum Problem beigetragen haben. Deshalb brauchen sie von den Industrienationen finanzielle, technologische und ökologische Unterstützung, um sich an die sich verändernden Lebensbedingungen anpassen zu können. Aber auch in Europa sind Anpassungen an die Folgen des Klimawandels notwendig. Naturschutz und nachhaltige Landnutzung bieten dabei nicht nur zentrale Ansatzpunkte für eine Anpassung an den Klimawandel, sondern leisten über den Schutz von Böden, Wäldern und Mooren als CO2-Speicher auch aktive Beiträge zum Klimaschutz.

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