NABU.de Themen Klimaschutz Internationaler Klimaschutz UN-Verhandlungen Kopenhagen 2009

Weltklimakonferenz 2009 in Kopenhagen

UN-Weltklimakonferenz zum Erfolg führen

Was erwartet der NABU von den Verhandlungen in Kopenhagen?

Dürre

Häufigere Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen belasten Mensch und Natur.

Der Schutz vor einem dramatischen Klimawandel ist weltweit als eine entscheidende Zukunftsfrage der Menschheit anerkannt. Und dennoch ist bisher völlig unklar, welche Spielregeln und Verpflichtungen im internationalen Klimaschutz nach dem Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls im Jahre 2012 gelten. Gleichzeitig werden derzeit die politischen Erwartungen an die Weltklimakonferenz vom 7.-18. Dezember 2009 in Kopenhagen heruntergespielt.

Doch mit einer halbherzigen Klimapolitik muss sich die Menschheit auf eine Erderwärmung von mindestens drei bis vier Grad im globalen Durchschnitt einstellen. Und das obwohl bereits bei zwei Grad Celsius mehr als vor Beginn der Industrialisierung die Klimawissenschaftler mit drastischen Folgen für Millionen von Menschen, der Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlagen und dem Zusammenbruch überlebenswichtiger Ökosysteme rechnen.

Kopenhagen-Spezial:

Live-Bericht im Kopenhagen-Tagebuch
NABU-TV: Moorschutz ist Klimaschutz

NABU-Forderungen zur UN-Weltklimakonferenz in Kopenhagen

Meldungen

Umstrittene Absichtserklärung in Kopenhagen statt neuer WeltklimavertragFauler Kompromiss beim Klimapoker

Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat nicht mehr als eine Noterklärung zustande gebracht, die von lediglich 25 der über 100 angereisten Staaten unterstützt wird. Ausreichende Verpflichtungen zur Verringerung der Emissionen und der Unterstützung der Entwicklungsländer fehlen. mehr Mehr

Zerstittene Weltgemeinschaft findet keine EinigungKlimagipfel endet mit Absichtserklärung

Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat nicht mehr als eine Noterklärung zustande gebracht, in der zwar das Zwei-Grad-Ziel anerkannt wird, der aber konkrete Maßnahmen und jedwede Verbindlichkeit fehlen. Das Plenum der 197 Staaten nahm die Erklärung lediglich „zur Kenntnis“. mehr Mehr

Neues NABU-Projekt im Rahmen der Internationalen KlimaschutzinitiativeWildkaffeewälder fürs Klima

Die Abholzung der tropischen Wälder ist eine der Hauptquellen klimaschädlicher Treibhausgase. Heute sind nur noch 2,7 Prozent der Landfläche Äthiopiens waldbedeckt. Mit Hilfe eines neuen Klimaschutzprojektes und der äthiopischen Regierung möchte der NABU der Entwaldung entgegenwirken. mehr Mehr


Bisherige Verhandlungsergebnisse völlig unzureichend

Die Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention haben bisher völlig unzureichende Ankündigungen gemacht, zu welchen Minderungszielen für ihren Treibhausgasausstoß sie sich bis 2020 und 2050 im Rahmen eines neuen Weltklimaabkommens verpflichten wollen. Stattdessen feilschen die Industriestaaten um die Anrechnung überschüssiger Emissionsberechtigungen (Zertifikate) aus dem Kyoto-Protokoll und dem Clean-Development-Mechanismus (CDM) für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern.

Die klimaschädlichen Emissionen aus der Land- und Forstwirtschaft sowie der Zerstörung natürlicher Ökosysteme werden bisher weder in den Industriestaaten noch in Schwellen- und Entwicklungsländern sauber erfasst und mit klimapolitischen Maßnahmen wirksam verringert. Auch der internationale Flug- und Schiffsverkehr unterliegt noch keinen Klimaschutzverpflichtungen. Eine Einigung auf internationale Finanzierungsmechanismen ist ebenfalls nicht gelungen, um Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zum Erhalt der Wälder und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in Entwicklungsländern zu fördern.

Meerjungfrau in Kopenhagen

Kopenhagen ruft! Der NABU fordert, dass Frau Merkel persönlich dabei ist.

Der NABU fordert daher Bundeskanzlerin Angela Merkel auf,

  • persönlich zur UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 nach Kopenhagen zu fahren, um sich auf Ebene der Staats- und Regierungschefs auf faire und wirksame Regeln für die globale Klimapolitik zu verständigen.
  • die Erreichung der klimapolitischen Zielsetzungen und Verpflichtungen Deutschlands in einem nationalen Klimaschutzgesetz rechtlich abzusichern und andere Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention zu vergleichbaren Schritten zu bewegen.

Neuer Klimavertrag muss rechtlich verbindlich für alle sein

Aus Sicht des NABU reichen politische Selbstverpflichtungen und freiwillige Lösungen einzelner Staaten nicht aus, um eine dramatische Beschleunigung der globalen Erderwärmung noch zu verhindern. Der NABU fordert die Bundesregierung daher auf, sich in Kopenhagen für einen völkerrechtlich verbindlichen Rahmen einzusetzen, der folgende Kernelemente umfasst:

  1. Stärkere Pflichten für Industrieländer und Anreize für effektive Beiträge der Schwellen- und Entwicklungsländer.
  2. Nachhaltige Landnutzungen und intakte Ökosysteme als zentrale Strategien im Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel fördern.
  3. Intelligente Finanzierungsinstrumente schaffen sowie Wissens- und Technologietransfer ausbauen.

Was macht der NABU in Kopenhagen?

Gemeinsam mit seinem Dachverband BirdLife International wird der NABU die UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen kritisch begleiten. NABU und Birdlife konzentrieren sich dabei auf die Lobbyarbeit zu Kernpunkten der laufenden Verhandlungen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den massiven Herausforderungen des Klimawandels für Afrika. Am 14. Dezember organisiert der NABU dazu einen Abendempfang mit hochrangigen Vertretern der dänischen und äthiopischen Regierung, um die Bedeutung von Ökosystemen und nachhaltiger Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen wie Wäldern und landwirtschaftlichen Böden für die Klimapolitik und in der Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren.


Für Rückfragen:
Carsten Wachholz
NABU-Klimaexperte
Tel. 030-284984-1617
Carsten.Wachholz@NABU.de

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