NABU.de Themen International Länder & Regionen Tadschikistan

Tadschikistan

Tadschikistan

Grenzübergreifender Naturschutz in der Hochgebirgsregion Pamir-Alai

Fast ausgewachsener Isabell-Braunbär

Im Grenzgebiet zwischen Tadschikistan und dessen Nachbarstaat Kirgistan, in der Pamir-Alai-Region, setzt sich der NABU gemeinsam mit Partnern für die Einrichtung eines grenzübergreifenden Großschutzgebietes ein.

Die Einrichtung eines Schutzgebietes, besonders eines grenzübergreifenden, ist ein ambitioniertes und langfristiges Vorhaben. Im vorgesehenen Gebiet müssen Ökosysteme und deren Tier- und Pflanzenwelt untersucht und erfasst, Kartenmaterial erstellt, Managementpläne auf lange Sicht erarbeitet und die Regierungen an einen Tisch gebracht werden.

Bei der systematischen Erfassung der Tier- und Pflanzenwelt der sensiblen Hochgebirgsregion durch nationale und internationale Experten wurden auch bedrohten Arten wie der Schneeleopard, der Isabell-Braunbär, das Marco-Polo-Schaf und viele seltene Vogelarten nachgewiesen – Tierarten für deren Überleben sich der NABU seit langem in Zentralasien einsetzt. Die Partner des NABU vor Ort sind AGRECO G.E.I.E. aus Belgien und GRM International BV (Niederlande).

Alle Erfassungsdaten werden in eine öffentlich zugängliche Datenbank eingespeist, die zum einen eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung eines Managementkonzepts bildet und später ein Arten-Monitoring erleichtern soll.

mehr Zur Datenbank: PATCA BIMS

Das PATCA-Projekt wurde im Januar 2009 planmäßig beendet. Details zu Ergebnissen entnehmen Sie bitte dem Abschlussbericht.

mehr Zum Abschlussbericht (PDF)

Das Land

Hochgebirge

Die 143.100 Quadratkilometer große Republik Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland in Zentralasien, das an Afghanistan, Usbekistan, Kirgistan und die Volksrepublik China grenzt. Rund 70 Prozent der Landesfläche ist Hochgebirge. Fast 50 Prozent des Staatsgebietes liegen auf einer Höhe von 3.000 Meter oder höher über dem Meeresspiegel. Der Osten des Landes wird vom Pamir-Gebirge mit Höhen bis zu 7.495 Meter und dem Pamir-Hochlandes geprägt. Im Norden des Landes erstreckt sich die Gebirgskette des Alai. Nur im äußersten Norden besitzt Tadschikistan im Ferghanatal-Tiefland, das durch den größten Fluss des Landes, den Syrdarja, bewässert und das ackerbaulich intensiv genutzt wird.

Tadschikistan befindet sich in der subtropischen Klimazone mit kontinental kalten Wintern und heißen Sommern. Die Jahresniederschlagsmenge ist gering. Das Land liegt in einer Zone hoher seismischer Aktivität und ist nicht zuletzt dadurch der stän-digen Gefahr von Naturkatastrophen ausgesetzt.

Tadschikistan ist traditionell die ärmste unter den fünf zentralasiatischen Republiken. Mindestens zwei Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Durch die Folgen des verheerenden Bürgerkrieges von 1992 bis 1997 wurde das Land zusätz-lich zurückgeworfen.

Nur 7 Prozent der Fläche des Landes sind für die Landwirtschaft geeignet; dennoch ist der überwiegende Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft, beispielsweise im Baumwoll-Anbau, tätig. Die Grundbedürfnisse der Bevölkerung können durch die eigene Nahrungsmittel-Produktion jedoch nicht gedeckt werden.
Die Industrie des Landes wird durch Aluminiumproduktion und Energiegewinnung aus Wasserkraft dominiert.

Aufgrund der Topographie des Landes hat sich eine Vielzahl verschiedener Öko-systeme entwickelt, die einen hohen Grad an Biodiversität aufweisen. So wurden rund 80 Säugetierarten wie beispielsweise das bedrohte Marco-Polo-Schaf, 360 Vogelarten, 49 Fischarten, 44 Reptilarten und mehr als 5000 Pflanzenarten nachge-wiesen.

mehr Mehr zur internationalen Arbeit des NABU

Bedrohung für die Natur

Bürgerkrieg und zunehmende Armut wirken sich auf Natur und Umwelt Tadschikistans aus. Viele der kriegerischen Auseinandersetzungen fanden innerhalb der Grenzen von Naturschutzgebieten statt. So wurden bestehende Schutzmechanismen ausgehebelt und die Verarmung der staatlichen Umwelt- und Naturschutzbehörden öffnete Wilderei, illegaler Rodung und Korruption Tür und Tor. Noch heute existiert die Mehrzahl der Schutzgebiete nur auf dem Papier.

Hinzu kommen die Folgen von Entwaldung und zunehmender Landerschließung für Anbau und Weidewirtschaft wie Erosion und Degradierung. Aufgrund von un-sachgemäßer Bewässerung ist ein Großteil des nutzbaren Landes versalzen.

Auch das Oberflächen- und Grundwasser ist durch unzureichende Abwasserleitung und -reinigung, intensiven Pestizideinsatz und Versalzungserscheinungen in der Landwirtschaft großflächig verschmutzt. Insbesondere der Aralsee ist durch stei-gende Wasserentnahme für landwirtschaftliche Bewässerung stark gefährdet.

Bauvorhaben wie der Bau der Autobahn von der Hauptstadt Duschanbe nach Tschanak bedrohen zusätzlich bedeutende Ökosysteme.

Schätzungsweise 15 Prozent der Säugetiere sind vom Aussterben bedroht; aktuelle Daten aus regelmäßigen Monitoring fehlen jedoch. Zu den bedrohten Arten zählen das Marco-Polo-Schaf, die Aralseeforelle (Salmo trutta aralensis), die Schrauben-ziege oder Makhor (Capra falconeri heptneri), der Tiger und der Schneeleopard.

Kontakt
Vitalij Kovalev
Stellvertretender Leiter Fachbereich Internationales
Tel. + 49 (0)30.28 49 84-17 01
E-Mail: Vitalij.Kovalev@NABU.de

Weitere Projekte

Naturschutz kennt keine GrenzenNABU International

Die Natur kennt keine Grenzen. Der NABU stellt sich mit seinen internationalen Projekten deshalb der globalen Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt. Hierbei stellen Großschutzgebiete und die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung ein entscheidendes Instrument dar. mehr Mehr

Mitglied werden

 

Länderinfo

Tadschikistan

Tadschikistan: die Hälfte des Hochgebirgslandes liegt bereits oberhalb von 3.000m; 7,3 Mio. Einwohner; Hauptstadt Duschanbe

 

Pate werden

Schneeleopard

Sichern Sie als Pate die Zukunft der Schneeleoparden! Mehr

 

Sie können helfen

Blaumeise

Unterstützen Sie den NABU beim Vogelschutz! Mehr

 

Fan werden

Facebook Schneeleopard

NABU International hilft bedrohten Tieren mit einem großen Netzwerk bei Facebook. Mehr

 

Stiftungsarbeit

Delfin

Die NABU International Naturschutzstiftung schützt Natur auf vier Kontinenten. Mehr

 

Natur fürs Handy

nature-rings

Töööröööööööööööööö - Tierstimmen für's Handy gibt's bei nature rings. Mehr

 

Newsletter

äthiopischer Laubfrosch

Bestellen Sie den Newsletter der Internationalen Klimaschutzinitiative. Mehr