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Schneeleos von organisierter Kriminalität bedroht

Schneeleoparden weltweit von organisierter Kriminalität bedroht

NABU stellt Bericht über die globale Situation des Schneeleoparden vor.

Junge aus den Händen von Wilderer befreite Schneeleoparden.

Zwei aus den Händen von Wilderern befreite Schneeleoparden.

Der NABU stellt als erster international tätiger Umwelt- und Naturschutzverband einen Bericht über den illegalen Handel mit Schneeleoparden vor. "Ein unerfreuliches Ergebnis dieser jahrelangen Studie ist, dass sich sowohl immer mehr Kleinkriminelle als auch die organisierte Kriminalität am lukrativen Geschäft mit Schneeleoparden beteiligen", sagte Thorsten Harder, Leiter des NABU-Projektes Schneeleopard. Die Gewinnspanne im Handel mit bedrohten Arten ist die zweithöchste hinter dem Drogenhandel bei vergleichsweise geringem Risiko und Strafen.

In allen 11 Ursprungsländern des Schneeleoparden - Afghanistan, China, Indien, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan - wird illegal mit Fellen gehandelt. Die nach derzeitigen Erkenntnissen größten Märkte befinden sich in Russland und insbesondere in China, wo sowohl mit Fellen, Knochen, als auch mit lebenden Tieren und sogar mit Fleisch gehandelt wird. Die Felle aus der früheren Sowjetunion gelangen über Osteuropa auch in die Europäischen Union.

Weitere wachsende Absatzmärkte für Felle sind Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Dubai. Die höchsten Preise für Felle werden in den Handelsmetropolen Russlands (5.000-15.000 US-Dollar) sowie in den USA (9.000-15.000 US-Dollar) erzielt, wo sie für Mützen, Mäntel oder Wandbehänge verwendet werden. Dagegen werden lebendige Schneeleoparden in Kirgistan, Tadschickistan, China und Pakistan gefangen und für bis zu 11.000 US-$ an Privatpersonen, Zirkusbetriebe und Zoos verkauft. "Zunehmend kommt die Bedrohung aber auch von Trophäenjägern aus den westlichen Ländern, die mit illegal erworbenen Lizenzen den Schneeleoparden in der Mongolei und in Tadschikistan nachstellen", warnt NABU - Artenschutzexpertin Svane Bender.

"Die Bedrohung der Schneeleoparden war noch nie so groß", so Bender. Der NABU fordert daher die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens auf, umfassende Schutzmaßnahmen einzuleiten. "Der Einsatz von speziellen Anti-Wilderei-Einheiten wie die NABU-Wildhüter-Gruppe Bars in Kirgistan hat gezeigt, dass der illegale Handel und damit das Töten wesentlich eingedämmt werden können", erklärte Bender. Die deutsche Delegation aus dem Bundesumweltministerium soll dazu die Initiative ergreifen.

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