NABU.de Themen International Länder & Regionen Kirgistan Gefährdungsursachen
Wilderei und illegaler Handel
Wilderei und illegaler Handel
Begehrte Felle und Knochen
Mann mit Schneeleomantel
Wichtigster Gefährdungsfaktor im gesamten Verbreitungsgebiet ist die Wilderei und der illegale Handel, um die Nachfrage nach Fellen, Knochen und Lebendexemplaren zu decken. Die Knochen werden von einigen Apothekern und Händlern der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zunehmend als Ersatz für Tigerknochen bei der Behandlung von Rheuma und Gelenkserkrankungen verwendet. Lebendtiere werden von Privatleuten in Asien und im vorderen Orient sowie von chinesischen Zirkussen gekauft. Die Felle werden traditionell in den jetzt unabhängigen ehemaligen Sowjetrepubliken Usbekistan, Kasachstan, Tadjiskistan und Kirgistan sowie der Mongolei als Wandbehänge benutzt und sind in Kirgisistan und der Mongolei in vielen Jurten zu finden. Die Felle sind aber auch auf den illegalen Märkten zur Herstellung von Pelzmänteln begehrt. Für einen einzigen Mantel werden zwischen acht bis elf Schneeleopardenfelle benötigt.
NABU-Mitarbeiter mit zwei konfiszierten Schneeleopardenfellen in Bischkek.
Seit der Auflösung der früheren Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre und dem dadurch verursachten Zusammenbruch alter Schutzregime hat sich der Druck auf wildlebende Schneeleoparden und viele andere bedrohte Arten in ihrem gesamten zentralasiatischen Verbreitungsgebiet enorm erhöht. Die laschen Grenzkontrollen innerhalb der betroffenen Länder der Nachfolgeorganisation der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und zu China ermöglichen einen einfachen Weitertransport zu den Handelszentren in dem autonomen westchinesischen Gebiet Xinjiang sowie Kasachstan und Russland (Kaliningrad und Moskau). Von dort gelangen sie auch immer wieder in die neuen EU-Staaten Polen und Ungarn.
In der seit 1991 unabhängigen jungen zentralasiatischen Demokratie und Republik Kirgisistan, die Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) ist, gab es 1992 schätzungsweise noch die weltweit zweitgrößte Schneeleopardenpopulation. Der Bestand ist seitdem nach NABU- Schätzungen um etwa 50 bis 80 Prozent auf ggf. nur noch 100 - 260 Exemplare zurückgegangen. So war es früher nur vom Sowjetregime begünstigten Menschen erlaubt, Wildtiere zu schießen oder für andere Zwecke zu töten und zu nutzen. Dieser Schutz besteht nur noch auf dem Papier. De facto kann heute jeder, der Zugang zu Waffen, Fallen und Schlingen hat, nahezu unkontrolliert in den Bergen jagen und wildern. Die durch die politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozesse bedingten schwierigen ökonomischen Bedingungen und der für lokale Verhältnisse oftmals relativ hohe zu erzielende Gewinn bei gleichzeitig niedrigem Risiko verlocken immer mehr Menschen - inklusive der mit dem Schutz der Arten beauftragten Wildhüter - sich am lukrativen illegalen Artenhandel zu beteiligen.
Mehr zum Thema
Abschuss der Beutetiere
Der illegale Handel mit Schneeleoparden
Traditionelle chinesische Medizin

Länderinfo
Kirgistan (auch Kirgisistan): Lage im Hochgebirge Tianshan; 5,3 Mio. Einwohner; Hauptstadt Bischkek
Pate werden
Sichern Sie als Pate die Zukunft der Schneeleoparden! Mehr
Sie können helfen
Unterstützen Sie den NABU beim Vogelschutz! Mehr
Fan werden
NABU International hilft bedrohten Tieren mit einem großen Netzwerk bei Facebook. Mehr
Stiftungsarbeit
Die NABU International Naturschutzstiftung schützt Natur auf vier Kontinenten. Mehr
Natur fürs Handy
Töööröööööööööööööö - Tierstimmen für's Handy gibt's bei nature rings. Mehr
Newsletter
Bestellen Sie den Newsletter der Internationalen Klimaschutzinitiative. Mehr
