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Erfolg der Umweltbildung

Artenschutz statt Gewehr

Hirten in Kirgistan - NABU-Umweltbildung zeigt erste Erfolge

Untersuchung Rinderfelle nach Schneeleo-Angriff

Nach Schneeleoparden-Angriff: NABU-Experten untersuchen die Rinderfelle

Die Geschichte klang unglaubwürdig. Schneeleoparden, äußerst scheue Hochgebirgstiere, in diesen tiefen Lagen? Dazu noch in der Nähe menschlicher Siedlungen? Und doch, der Hirtenjunge Adilet hatte sie gesehen. Bemerkt hatte er zunächst nur die Unruhe seiner Rinderherde. Als diese anfingen, Richtung Stall zu laufen, wollte er nach dem Rechten sehen. Der Sohn des Hirten Asanakun hütet die Rinder der lokalen Dorfbewohner des Gebirgsvorlandes Ananevo in Kirgistan. Er ist verantwortlich dafür, dass den Tieren nichts geschieht, denn die Herden sind die Lebensgrundlage der Hirten.

Adilet reitet den Tieren entgegen. Vielleicht sind es Wildtiere wie Luchse oder Wölfe, die seine Herde beunruhigen. Doch dann sieht er sie. Als einer der jungen Stiere zur Seite springt, sind deutlich Schneeleoparden beim Angriff auf die Herde zu sehen.

Verletzung Rind nach Schneeleoparden-Angriff

Verletzungen eines Rindes nach Angriff durch Schneeleoparden

Hirten informieren NABU
Für viele Hirten wäre hiermit klar gewesen: Wildtiere, die eine Gefahr für die Rinder darstellen, werden getötet. Außerdem besitzt das dichte und schöne Fell der Großkatzen einen hohen Schwarzmarktwert. Doch diesmal ist es anders und anstatt zum Gewehr zu greifen, meldet der Vater des Hirtenjungen den Vorfall dem NABU im Ort. Mitarbeiter des NABU und der vom NABU ins Leben gerufenen Anti-Wilderereinheit Gruppa Bars fahren zum Hof des Hirten. Drei Angriffe hat es innerhalb der letzten zwölf Tage gegeben, wobei zwei Stiere getötet und einer stark verletzt wurden. Die Hirten zeigen die Felle der getöteten Stiere. Die NABU Experten Viktor Kulagin und Wladimir Radchenko erkennen an den Krallenspuren eindeutig, dass hier ein Angriff von Schneeleoparden stattgefunden hat.

Hirten in Kirgistan sprechen mit NABU-Mitarbeiter

Hirten informieren NABU-Mitarbeiter über einen Angriff durch Schneeleoparden

NABU-Umweltbildung zeigt Erfolge
Es ist sehr erfreulich, dass dieser Angriff der Schneeleoparden dem NABU gemeldet wurde und als echter Erfolg der NABU-Umweltbildungsarbeit vor Ort zu bewerten. Seit 1999 ist der NABU in Kirgistan vor Ort tätig. Neben einem Rehabilitationszentrum für nicht mehr auswilderungsfähige Tiere wird intensive Umwelt-Bildungsarbeit betrieben. In direkten Gesprächen mit Dorfbewohnern werden Veranstaltungen organisiert, sowohl für Schulkinder, als auch für Erwachsene. Sogar ein Film über Schneeleoparden wurde zusammen mit dem kirgisischen Fernsehen gedreht. Nun trägt die Arbeit erste Früchte.

Der NABU bedankte sich bei den Hirten für die Hilfe beim Schutz des Schneeleoparden und entschied sich, eine kleine Kompensation für den Verlust der getöteten Stiere zu zahlen. Dies wird jedoch nicht immer möglich sein.

Schneeleo Alcu

In Kirgistan leben nur noch 350 Schneeleoparden

Leiden Schneeleoparden Hunger?
Schneeleoparden sind streng geschützt und in den Bergen Kirgistans leben nur noch ca. 350 Tiere. Aufgrund der Schönheit und der Dichte ihres Felles werden sie trotz Verbotes vielerorts gejagt. Es ist Winter und somit Hauptzeit der Wilderei. Die Spuren sind gut im Schnee zu sehen und die Tiere kommen ihren Beutetieren folgend in niedere Höhenlagen. Menschlichen Siedlungen nähern sich die scheuen Großkatzen nur, wenn Nahrungsknappheit herrscht. Die immer härteren und schneereicheren Winter, sowie die Jagd auf Steinböcke, Marco-Polo-Schafe und Rehe könnten jedoch dazu führen, dass dies häufiger der Fall sein wird.

Es bleibt viel zu tun. Die Anti-Wilderer-Einheit Gruppa Bar hat ihre Kontrollen in diesen Gebieten verstärkt. Die beiden Hirten jedoch werden sicher niemals Schneeleoparden jagen.

mehr NABU-Umweltbildung in Kirgistan

mehr NABU-Rehabilitationszentrum Krigistan

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Beitrag erstellt am 20. März 2008.

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Kirgistan (auch Kirgisistan): Lage im Hochgebirge Tianshan; 5,3 Mio. Einwohner; Hauptstadt Bischkek

 

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